International
Rassismus

Wegen rassistischem Tweet: Becker-Sohn zeigt AfD-Abgeordneten Maier an

FILE - This Oct. 5, 2017 file photo shows Jens Maier, member of the AfD parliamentary group at parliament in Berlin, Germany. The son of former tennis star Boris Becker is pressing charges against a G ...
Jens Maier von der AfD wird wegen Rassismus von Becker-Sohn Noah angezeigt.Bild: AP/dpa

Wegen rassistischem Tweet: Becker-Sohn zeigt AfD-Abgeordneten Maier an

07.01.2018, 12:1407.01.2018, 14:16

Noah Becker, Sohn der deutschen Tennislegende Boris Becker, geht nach einem rassistischen Tweet auf dem Account des AfD-Politikers Jens Maier juristisch gegen den Bundestagsabgeordneten vor.

Gegen Maier sei bereits am vergangenen Mittwoch «wegen aller hier in Betracht kommender Delikte» Strafanzeige erstattet sowie Strafantrag gestellt worden, teilte Beckers Berliner Anwalt Christian-Oliver Moser auf Anfrage am Sonntag mit.

Zudem sei der AfD-Politiker zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert worden, «um eine derartige rassistische Beleidigung in Zukunft auszuschliessen». Die für Freitag gesetzte Frist habe Maier aber «ohne jede Reaktion» verstreichen lassen. Daher wolle er «zeitnah auch die Zivilgerichte bemühen», erklärte Moser.

Über Maiers Twitter-Account war in der vergangenen Woche in Richtung Noah Becker der Satz gepostet worden: «Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.» Der Kommentar wurde später gelöscht.

Maier schiebt Schuld auf Mitarbeiter

Maier erklärte, nicht er selbst, sondern ein Mitarbeiter habe die Zeilen verfasst. Boris Becker hält diese Erklärung für unglaubwürdig.

In einem Gastbeitrag für die «Welt am Sonntag» schrieb Becker, die Beleidigung seines Sohnes sei keineswegs ein Versehen gewesen: «Jetzt sagt er, er habe den Tweet gar nicht selbst abgesetzt. Ein Mitarbeiter soll es gewesen sein.» Das aber sei die Masche der AfD: «Irgendetwas in die Welt setzen und sich dann davon distanzieren.»

Der Kommentar hatte sich auf ein Interview bezogen. In diesem hatte Noah Becker erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine «weisse Stadt», er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe attackiert worden. (leo/sda/dpa)

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