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Russland: Prigoschin widerspricht Putin – und fällt ihm in den Rücken

Prigoschin widerspricht Putin – und stellt sich so gegen dessen Narrative

Der Chef der Wagner-Söldnertruppe, Jewgeni Prigoschin, stellt die Erzählung von Wladimir Putin infrage, dass Russland in der Ukraine gegen Nazis kämpft. Damit soll er ein konkretes Ziel haben.
26.03.2023, 21:5426.03.2023, 21:55
Ein Artikel von
t-online

In einem Interview mit dem Institute for the Study of War (ISW) bezeichnet der Chef der mächtigen Wagnertruppe die wichtigste Erzählung des Kremls als unwahr. Weder gebe es Nazis in der Ukraine, noch kämpfe Russland gegen die Nato.

FILE - Wagner Group head Yevgeny Prigozhin attends the funeral of Dmitry Menshikov, a fighter of the Wagner group who died during a special operation in Ukraine, at the Beloostrovskoye cemetery outsid ...
Jewgeni PrigoschinBild: keystone

Damit distanziert sich Prigoschin klar von Putin, der als Begründung für den Krieg gegen die Ukraine immer eine «Entnazifizierung der Ukraine» nannte. Ausserdem stellte Putin den Krieg gegen die Ukraine immer als eine Befreiung von der Nato dar, die zunehmend an Russlands Grenzen stosse. Prigoschin sagte dem ISW, Moskau kämpfe «ausschliesslich mit Ukrainern», die mit von der Nato bereitgestellter Ausrüstung ausgestattet seien, und einigen «russophoben» Söldnern, die die Ukraine freiwillig unterstützten – nicht aber mit der Nato selbst.

Prigoschin unterhält eine paramilitärische Einheit und war eigentlich stets ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Einheit ist gespickt mit ehemaligen Sträflingen, und in den vergangenen Monaten ist sie auf dem Schlachtfeld in der Ukraine immer mehr in Erscheinung getreten. Russische Medien haben den Verdacht geäussert, dass der Unternehmer aus St. Petersburg möglicherweise selbst politische Ämter anstrebe und nun erste Zeichen setzen wolle.

Die Wagner-Truppe gilt als besonders brutal. Sie ist mit russischem Militärgerät ausgestattet und hat auch einige Luftstreitkräfte. Die Truppe ist auch in die Kämpfe um Bachmut verwickelt. Dort soll die Truppe, die angeblich aus bis zu 40'000 aus Gefängnissen rekrutierten Kämpfern besteht, massive Verluste erlitten haben. (t-online, cj)

Quellen:

  • Webseite ISW
  • Artikel EuroNews
  • Eigene Recherche
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