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Russischer Soldat am Atomkraftwerk Saporischschja: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA fordert raschen Zugang zu der Anlage.
Russischer Soldat am Atomkraftwerk Saporischschja: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA fordert raschen Zugang zu der Anlage. bild: imago

«Russisches Gebiet oder verbrannte Erde» – Russen drohen AKW in Saporischschja zu sprengen

Russische Soldaten sollen Europas grösstes Atomkraftwerk mit Sprengstoff versehen haben. Die Ukraine warnt vor einer Katastrophe.
08.08.2022, 16:08
Martin Küper / t-online
Ein Artikel von
t-online

Das ukrainische Informationsministerium warnt vor einer nuklearen Katastrophe in Europa. Russische Soldaten hätten im besetzten Atomkraftwerk Saporischschja Sprengsätze an kritischen Stellen angebracht und drohten damit, die Anlage in die Luft sprengen, schrieb das Ministerium am Nachmittag unter Berufung auf den Kommandeur der Truppen. «Das hier wird entweder russisches Gebiet oder verbrannte Erde», soll General Valery Vasilyev in einer Ansprache vor Soldaten gesagt haben. Bestätigen lassen sich die Angaben aber nicht.

Russland hatte die Anlage im März besetzt, betrieben wird sie aber weiter vom ukrainischen Staatsunternehmen Energoatom. Mit sechs Reaktorblöcken gilt Saporischschja als grösstes Kernkraftwerk Europas. Erst am Freitag fielen mehrfach Schüsse auf dem Areal. Russland behauptet, die ukrainische Armee habe das Feuer eröffnet, Kiew weist das vehement zurück.

AKW Saporischschja soll «erheblich beschädigt» sein

Wahrscheinlicher ist, dass Russland die Anlage als nuklearen Schutzschild missbraucht, um die Ukrainer von einem Beschuss abzuhalten. In den vergangenen Tagen gab es mehrfach Berichte, wonach russische Soldaten Waffen und Kriegsgerät in Gebäuden auf dem Gelände lagern. Damit reagieren die Russen offenbar auf vermehrte Angriffe der Ukrainer mit Langstreckenraketen. Mit solchen Angriffen hatte die Ukraine zuletzt viele Waffendepots und Nachschubwege der Besatzer zerstört.

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Nach Angaben von Energoatom wurden Teile der Atomanlage durch den Angriff vom Freitag «erheblich beschädigt». Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) dringt auf raschen Zugang zur Anlage Saporischschja. Er sei alarmiert über den Beschuss vom Freitag, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi am Samstag. Er wolle weiterhin eine IAEA-Experten-Mission anführen, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

Die IAEA versucht seit Wochen, Inspekteure zu der Anlage zu entsenden. Die Ukraine hat dies bisher abgelehnt, da ihrer Ansicht nach dadurch die Besetzung des Ortes durch Russland in den Augen der internationalen Gemeinschaft legitimiert werden würde.

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72 Kommentare
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Franz v.A.
08.08.2022 16:24registriert August 2019
Dies bestätigt einmal mehr, dass die Russen eben doch Terroristen sind!
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Hösch
08.08.2022 16:16registriert März 2022
Eigentlich verbietet das Kriegsvölkerrecht die Eroberung eines AKWs. Aber dessen Sprengung als Druckmittel zu verwenden verstösst mit Sicherheit dagegen.
2039
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Heinzbond
08.08.2022 16:21registriert Dezember 2018
Ohne Worte als ob Tschernobyl und Fukushima nicht genug wären, solche Generäle und Befehlshaber haben ihr Ablaufdatum überschritten und sollten in der Klinik oder im letzten Gewand versorgt werden...
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