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A Scottish National Party (SNP) leader Nicola Sturgeon delivers their election manifesto in Edinburgh, Scotland, April 201, 2015. REUTERS/Russel Cheyne

Nicola Sturgeon führt die schottischen Nationalisten zum Erfolg.  Bild: RUSSELL CHEYNE/REUTERS

Wie die Schotten die Engländer im zweiten Anlauf austricksen

Mit dem Unabhängigkeits-Referendum hat es nicht geklappt. Jetzt aber sind die Schotten so stark wie nie zuvor und werden bereits als Sieger der britischen Wahlen vom 7. Mai gehandelt.  



«Was mich nicht umbringt, macht mich stärker», pflegte Friedrich Nietzsche zu sagen. Besser könnte man die Situation der schottischen Nationalisten nicht beschreiben. Letztes Jahr noch wollten sie per Volksabstimmung die Unabhängigkeit erzwingen – und mussten eine bittere Klatsche hinnehmen. 

Vor den Wahlen ins britische Unterhaus am 7. Mai ist die Scottish National Party (SNP) so stark wie noch nie. Umfragen zeigen, dass sie über 40 der insgesamt 56 Sitze, die den Schotten in Westminster zustehen, erobern könnten. «Die zweijährige Kampagne für das Referendum hat eine Pro-Unabhängigkeitsbewegung geschaffen, die vorher nicht da war, und es gibt sie immer noch», sagt Nicola McEwan von der University of Edinburgh in der «Financial Times.» 

Die schottischen Nationalisten überholen Labour links

Der Erfolg der SNP ist untypisch für Europa. Anders als etwa der Front National in Frankreich oder die englische Ukip ist die SNP nicht reaktionär nationalistisch oder gar faschistoid. Sie gibt sich links-grün und gewinnt auf Kosten der Labour Partei. Die Konservativen spielen in der schottischen Politik keine Rolle. Es gibt bekanntlich im Zoo von Edinburgh mehr Pandabären (zwei) als schottische Tory-Abgeordnete im britischen Parlament (einen). 

Die Konservativen verhalten sich zudem im Wahlkampf ungeschickt und setzen auf eine Angstpropaganda. Premierminister David Cameron warnt davor, dass die «SNP die neue Regierung erpressen» werde, und die Konservativen hängen derweil Plakate auf, die den Labour-Chef Ed Milliband en miniature in einer Brusttasche der SNP zeigen. «Das ist Gratiswerbung für uns», freuen sich die Nationalisten. 

«Die zweijährige Kampagne für das Referendum hat eine Pro-Unabhängigkeitsbewegung geschaffen, die vorher nicht da war, und es gibt sie immer noch.»

Nicola McEwan, University of Edinburgh

Die SNP könnte bald das Zünglein an der Waage in Westminster spielen. Sollten die Wahlresultate die Umfragen bestätigten, dann wird es nach dem 7. Mai zu einem «hung parliament» kommen, will heissen, es wird keine klare Mehrheit, sondern eine Koalitionsregierung geben.

epa04690458 Scottish National Party's Leader Nicola Sturgeon (L) and Conservative leader David Cameron (R), during the live television debate of the United Kingdom party leaders hosted by British tv station ITV, at the Salford Media Centre in Greater Manchester, northern England, late 02 April 2015. The live head-to-head tv debate features the leaders of seven parties – Conservative, Labour, UKIP, Liberal-Democrats, Green Party, Plaid Cymru (Wales) and  Scottish National Party - and will be the only one taking place before the British General Election on 07 May. The result is expected to be a close run thing by the ruling Conservatives and opposition Labour Party.  EPA/KEN MCKAY / ITV / REX Please note this image is available for immediate publication.
It remains ITV copyright at all times and is supplied FREE of charge for editorial use only until 2nd May 2015.
NO archive after the 2nd May 2015.
Editorial Use Only/No Merchandising

Keine Angst vor grossen Namen: Nicola Sturgeon und David Cameron im TV-Duell. Bild: EPA/ITV / REX FEATURES

Was in Europa längst normal ist, ist auf der Insel immer noch eine misstrauisch beäugte Ausnahme. Um Pattsituationen zu vermeiden und klare Verhältnisse zu schaffen, setzten die Briten auf das Majorzsystem. Doch auch diesmal wird es wie vor fünf Jahren kaum klappen. Damals waren die Konservativen gezwungen, mit den Liberalen zu regieren. Diesmal ist es wahrscheinlich, dass Labour zusammen mit der SNP und allenfalls mit den Grünen die Regierung bilden werden. 

Für den Höhenflug der Nationalisten ist eine Frau verantwortlich, Nicola Sturgeon. Sie hat den etwas griesgrämigen Alex Salmond an der Spitze des SNP abgelöst und erweist sich nun als brillante Wahlkämpferin. Sollte Sturgeon die jetzt sehr hohen Erwartungen erfüllen und in Schottland abräumen, dann wäre die Unabhängigkeitsfrage unverhofft wieder aktuell – und die mehr als 300-jährige Ehe von Schotten und Engländern wieder ernsthaft in Gefahr. 

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