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Schule - Bildung

Rohrstock-Hiebe für 9-Jährige: Singapurs neue Anti-Mobbing-Strategie

epa09013609 A cyclist rides past the skyline of the financial district in Singapore, 15 February 2021. Singapore has reported a 5.4 percent contraction in its economy in 2020, above advanced estimates ...
Singapur gilt als eine der sichersten und saubersten Städte der Welt – auch wegen rigoroser Strafen.Bild: keystone

Rohrstock-Hiebe für 9-jährige Buben: Singapurs radikale neue Anti-Mobbing-Strategie

Singapur ist bekannt für rigorose Gesetze und Strafen. Nun sorgt eine neue Anti-Mobbing-Massnahme an Schulen für Aufsehen: Lehrer sollen bereits neunjährige Buben mit dem Rohrstock bestrafen dürfen.
07.05.2026, 07:0507.05.2026, 07:26

Die radikalen Strafen und Gesetze Singapurs sind weltbekannt und berüchtigt: Jahrelange Haftstrafen und gar die Todesstrafe für Drogendelikte, Dutzende Stockhiebe für Gewaltverbrechen oder Vergewaltigungen und saftige Bussen ab 300 bis 10'000 Singapur-Dollar (ca. 185 bis 6150 Franken) für Littering oder Kaugummikauen (kommerzieller Kaugummi ist illegal in Singapur).

Nun sorgt der südostasiatische Stadtstaat erneut für Aufsehen mit einer neuen Strafmassnahme. Künftig soll es Lehrerinnen und Lehrern gestattet sein, bereits Buben ab neun Jahren mit dem Rattanstock zu züchtigen. Dies im Rahmen neuer Anti-Mobbing-Massnahmen für Schulen, wie Bildungsminister Desmond Lee gemäss CNN am Dienstag im Parlament ankündigte.

Nach den neuen Regeln sollen Schüler, die andere mobben, als «letztes Mittel» durch maximal drei Stockhiebe bestraft werden. Auch für Cybermobbing könne die Massnahme durch Lehrpersonen angeordnet werden. Die Prügelstrafe soll nur für Schüler der Oberstufe zur Anwendung kommen, Mädchen sind ganz davon ausgeschlossen.

Bildungsminister Lee nahm im Parlament Stellung zu einer im April angekündigten neuen Strategie gegen Mobbing an Schulen. Abgeordnete und internationale Kinderschutzorganisationen äusserten Bedenken hinsichtlich den langfristigen Auswirkungen von Stockhieben auf die physische und psychische Gesundheit von neunjährigen Kindern.

Desmond Lee, the Minister for National Development, speaks at the opening of the Asia Pacific Coral Reef Symposium held at UTown, National University of Singapore, 19 June 2023. Singapore EDITORIAL US ...
Desmond Lee ist Bildungsminister von Singapur.Bild: www.imago-images.de

Laut Lee würde die Stockstrafe nur ausgesprochen, «wenn alle anderen Massnahmen angesichts der Schwere des Fehlverhaltens unzureichend sind». Lehrpersonen müssten strenge Protokolle befolgen, bevor sie die Strafe absegnen dürften. Zudem bedürfe es stets der Einwilligung des jeweiligen Schulleiters, versuchte Lee Bedenken zu entkräften.

Internationale Organisationen wie Unicef oder das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hatten das Vorhaben zuvor deutlich kritisiert, wie der Guardian berichtet. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO werden noch heute jedes Jahr weit über eine Milliarde Kinder weltweit zuhause körperlich bestraft. Physische Strafen schädigen laut Einschätzung der WHO die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern «erheblich».

Laut Singapurs Bildungsminister sollen nach der Durchführung «Beratungsangebote» für allfällig betroffene Schüler bereitgestellt werden, das «Wohlbefinden und die Fortschritte» sollen überwacht werden. Für mobbende Schülerinnen gebe es ebenfalls Massnahmen, diese sollen mit Nachsitzen oder schlechteren Verhaltensnoten bestraft werden.

Singapur beklagte in den vergangenen Jahren mehrere aufsehenerregende Mobbingfälle, mehrfach wurden Suizide von jungen Menschen mit Mobbing in Verbindung gebracht. Suizid ist die häufigste Todesursache von jungen Menschen zwischen zehn und 29 Jahren in der südostasiatischen Finanzmetropole. (con)

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Rikki-Tiki-Tavi
07.05.2026 07:27registriert April 2020
Singapur hat also herausgefunden, dass nur Jungs mobben, die Mädels nicht, und dass Prügel das Mobbing austreibt. Man verneige sich vor dieser fortschrittlichen Erkenntnis.
Aber im Grundsatz wäre es schon so: Das Durchsetzen von geltendem Recht, mit juristischen Mitteln, würde auch in der Schweiz das eine oder andere Problem lösen, ohne dass die Flügelparteien mit ihren extremen Ideen punkten müssten.
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RandomPerson
07.05.2026 07:52registriert März 2026
Bube. Schlagen ist Ok, bei Mädchen geht das gar nicht.... So viel zu Gleichberechtigung 🙃 Naja. Schlagen ist grundsätzlich keine gute Idee aber was bei uns geht, wo die Lehrer oftmals fast gar keine Möglichkeit mehr haben, um bei Fehlverhalten einzugreifen kanns auch nicht sein.
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