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Demonstranten protestieren am 03.05.2017 in Berlin vor der Botschaft der Tuerkei bei einer Aktion von Amnesty International und Reporter ohne Grenzen fuer Presse- und Meinungsfreiheit in der Tuerkei. Sie halten die Bilder von in der Tuerkei inhaftierten Journalisten. (KEYSTONE/DPA/Maurizio Gambarini)

Demonstranten vor der türkischen Botschaft in Berlin fordern die Freilassung von inhaftierten Journalisten. Bild: DPA

Trotz Stellenabbau: Schweiz besetzt auf der Rangliste der Pressefreiheit den 6. Platz



Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) stellt der Schweiz punkto Pressefreiheit ein sehr gutes Zeugnis aus. In der neusten, 180 Länder umfassenden Rangliste zur Informationsfreiheit steht die Schweiz hinter den nordischen Ländern auf Platz 6.

Die Schweiz gehöre damit zu den Ländern, in denen die Pressefreiheit am besten geschützt sei, schreibt ROG Schweiz in einem am Donnerstag veröffentlichten Communiqué. In weiten Teilen der Welt, auch in einigen europäischen Ländern, würden sich aber die Risiken, unter denen Journalistinnen und Journalisten arbeiteten, erschreckend verschärfen.

Vor der Schweiz auf den Plätzen 1 bis 5 rangieren Norwegen, Finnland, Schweden, die Niederlande und Dänemark. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Schweiz einen Platz verloren. Diese schlechtere Klassierung sei nicht signifikant und auf die bessere Bewertung von Dänemark zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung.

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So sieht die Weltkarte der Pressefreiheit aus. Bild: ROG

Deutlich schlechter als die Schweiz schliessen die Nachbarländer Deutschland (Rang 13), Österreich (16), Liechtenstein (26), Frankreich (32) und Italien (43) ab. Die USA liegen auf Platz 48, noch hinter Botswana (44) oder Rumänien (47).

Schlechte Noten erhalten etwa auch Japan (67), Israel (88), Brasilien (105), Russland (149) und Kuba (169). Am Ende der Rangliste liegen nicht überraschend Syrien (174), China (177), Eritrea (178) Nordkorea (179) und Turkmenistan (180).

Die Top-10:

  1. Norwegen
  2. Finnland
  3. Schweden
  4. Niederlande
  5. Dänemark
  6. Schweiz
  7. Neuseeland
  8. Jamaika
  9. Belgien
  10. Costa Rica

Die Flop-10:

  1. Turkmenistan (Platz 180)
  2. Nordkorea
  3. Eritrea
  4. China
  5. Vietnam
  6. Sudan
  7. Syrien
  8. Dschibuti
  9. Saudi-Arabien
  10. Laos (Platz 170)

Wirtschaftliche Lage der Medien als Gefahr

Viel Licht, aber auch Schatten ortet ROG in der Schweiz. Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage bei den Medien führe zu einem sinkenden Personalbestand, geringeren Ressourcen für investigativen Journalismus, einer geringeren Vielfalt bei den Inhalten und zu einer unzureichenden Berichterstattung über lokale Ereignisse. Das könnte ein Risiko für einen kritischen und unabhängigen Journalismus darstellen, stellt ROG fest.

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Bild: ROG

Die Journalistenorganisation fordert daher, dass die politische Debatte über die Medienförderung endlich konkreter wird. Die deutliche Ablehnung der No-Billag-Initiative im März 2018 habe gezeigt, dass sich die Bevölkerung für einen qualitativ hochwertigen öffentliches Radio und Fernsehen engagiere.

Der Druck auf die SRG halte aber an und habe die Geschäftsleitung veranlasst, einen Sparplan vorzulegen. Bei den Printmedien habe die digitale Revolution eine «Erschütterung des Geschäftsmodells» verursacht. ROG nennt in diesem Zusammenhang die Umstrukturierung bei der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA), die Einstellung der Printausgabe der Westschweizer Zeitung «Le Matin» und die Abbaupläne bei der neu geschaffenen «CH Medien».

Angesichts dieser Herausforderungen reagierten die Behörden nur langsam. Der vom Bundesrat 2018 erarbeitete Entwurf eines neuen Gesetzes über elektronische Medien stelle keine solide Diskussionsgrundlage für die Zukunft dar und müsse vollständig überdacht werden, schreibt ROG.

Man sei auch besorgt über die in den letzten Monaten eingeleiteten Verfahren gegen Medien durch Exekutivpolitiker, insbesondere in den Kantonen Waadt und Genf durch die Staatsräte Pascal Broulis und Pierre Maudet.

«Kreislauf der Angst»

ROG zeigt sich alarmiert von der aktuellen Rangliste und spricht von einem «Kreislauf der Angst», der nicht nur in undemokratischen Regimes und in Kriegs- und Krisengebieten stattfinde. Die Morde an drei Journalisten in Malta, der Slowakei und Bulgarien zeigten, dass Europa nicht mehr ein sicherer Hort für Medienschaffende sei.

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Auch in Europa und im Balkan hat sich die Lage für Journalisten verschlechtert. bild: rog

Positive Nachrichten kommen hingegen aus Äthiopien (2019: Rang 110/ 2018: Rang 150) und Gambia (92/122). In diesen beiden afrikanischen Ländern hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert.

ROG erinnert auch an den grausamen Mord am saudischen Journalisten Jamal Khashoggi, der im Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul umgebracht wurde. Der Mord habe auch als abschreckendes Signal weit über die Grenzen von Saudi-Arabien (Rang 172) hinaus gewirkt. Aus Angst um ihr Leben übten viele Medienschaffende in der Region Selbstzensur oder gaben ihre journalistische Arbeit ganz auf. (leo/sda)

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konzequenzen

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Video: watson

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • -V- 18.04.2019 13:51
    Highlight Highlight sehe ich das richtig? - eher reichere Länder (Dänemark Schweden Schweiz etc.) haben eher eine bessere Pressefreiheit als da wo die Bevölkerung ärmer ist?!? ...

    sollten mal alle Nationen sehen und sich fragen warum ... Politische Ausrichtung und so..
  • AlteSchachtel 18.04.2019 09:10
    Highlight Highlight "Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage bei den Medien führe zu einem sinkenden Personalbestand, geringeren Ressourcen für investigativen Journalismus, einer geringeren Vielfalt bei den Inhalten und zu einer unzureichenden Berichterstattung über lokale Ereignisse. Das könnte ein Risiko für einen kritischen und unabhängigen Journalismus darstellen, stellt ROG fest."

    Bleibt zu hoffen dass Politik und Gesellschaft frühzeitig erkennen, dass unabhängiger und seriöser Journalismus nicht gratis sein kann.
    • Klaus07 18.04.2019 12:21
      Highlight Highlight Das Problem ist hier der Konsument!
      Das Volk nimmt sich immer weniger Zeit um Seriöse Artikel zu lesen. Es ist nur noch ein Fast-Konsum und sehr oft auf Medien die weit weg von Seriös sind. Die wenigsten Konsumenten wollen noch für Informationen zahlen. Gratiszeitungen die durch Werbung finanziert werden machten den Anfang und die Sozialen Medien schliesslich zerstören den Investigativen Journalismus gänzlich. Wie war das kürzlich. 40% der Jugendlichen lesen Fake News über die Sozialen Medien. Hmmm mir kommt das Grauen!
    • die Freiheit die ich meine 18.04.2019 19:40
      Highlight Highlight Klaus...da sollten Sie aufhören Watson zu konsumieren.
  • Garp 18.04.2019 08:35
    Highlight Highlight Stellenabbau findet ja überall statt. Nimmt Pressefreiheit an und macht man eine Rngliste, sieht man das in der Rangliste doch nicht, weil es ja immer noch Rang 1 ...bis x gibt. Qualität der Medien ist etwas anderes, die hat abgenommen, besonders was Regionales anbelangt. Bei Watson findet Regionales z.B. kaum Platz.
    • AlteSchachtel 18.04.2019 10:43
      Highlight Highlight Garp:
      Sorry, aber ich finde es ein bisschen eigenartig, wenn man bei Watson, als kostenlose! Online-Zeitung, Ansprüche geltend macht.


      Regionales muss bezahlt werden. Und dafür braucht es Abonnenten. Der Tagi hatte seine Regionalredaktionen zur Optimierung der Gewinne aufgelöst. Ohne Regionalteil verlor er aber an Abonnenten und entwickelte sich zur faden Allerweltszeitung.
      Als einstige Tagi-Leserin gefällt mir Watson im grossen Ganzen sehr gut und wenn ich mehr will, bezahle ich das Abo einer Regionalzeitung und/oder der Republik.
    • Garp 18.04.2019 11:47
      Highlight Highlight Ich habe etwas festgestellt, AlteSchachtel, das ist alles. Ansprüche hab ich keine gestellt.

      Bei Watson zahle ich übrgens mit Daten und entsprechender Werbung, die mir vorgesetzt wird.
    • die Freiheit die ich meine 18.04.2019 19:43
      Highlight Highlight Alte Schachtel
      Gut, nimm dir bitte kurz Zeit als einstige Tagi-Leserin für diesen aufschlussreichen Artikel:

      https://insideparadeplatz.ch/2019/04/12/vom-rattenfaenger-und-dem-fliegenpapier/
  • LeChef 18.04.2019 08:34
    Highlight Highlight Watson und andere Medien sollten sich endlich als Agenda Setter für eine direkte Medienförderung des Bundes einsetzen, bevor er zu spät ist. Sonst passiert da nie etwas. Wäre langfristig wahrscheinlich rentabler, als Trump- und Klimademo-Artikel wiederzukäuen.
  • rodolofo 18.04.2019 08:10
    Highlight Highlight Diese Rangliste deckt sich mit meinen persönlichen Stichproben-Beobachtungen.
    Am Schlimmsten war das Medien-Erlebnis in den USA:
    Hunderte von Privatsendern, die Alle mehr oder weniger den gleichen, massentauglichen Infotainment-Schrott mit den ständigen Werbe-Unterbrechungen brachten, mit aufgetakelten, künstlich den Super-Typ und die Super-Typin markierenden Dauer-Cheese!-Lächlern, den Vorbildern von sich selber vermarktenden Ich-AG's und Influencern.
    Verzweifelt und genervt fand ich schliesslich Zuflucht auf einem Armenischen Kanal.
    Ich verstand kein Wort, aber sah endlich wieder MENSCHEN!
  • PaLve! 18.04.2019 08:09
    Highlight Highlight Wieso denn Europa UND Balkan??
  • Basti Spiesser 18.04.2019 06:56
    Highlight Highlight Den wenigsten Staaten liegt was an der Medienfreiheit, sonst würde man das Internet nicht immer mehr zensieren wollen.
  • Nelson Muntz 18.04.2019 06:56
    Highlight Highlight Nordkorea wurde „besiegt“? 😳

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