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Russland attackiert Ölvorräte der Genfer Firma Allseeds in der Ukraine

Russland attackiert Ölvorräte einer Genfer Firma in der Ukraine

20.12.2025, 14:3220.12.2025, 16:19

Sonnenblumenölvorräte des ukrainischen Konzerns Allseeds Group, zu dem auch die Genfer Firma Allseeds Switzerland gehört, sind in der Nähe der ukrainischen Hafenstadt Odessa wiederholt bombardiert worden. Tausende Tonnen Öl gingen bei den jüngsten russischen Luftangriffen verloren.

Der Direktor des Schweizer Unternehmens berichtete am Samstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA von einem Toten und zwei Verletzten bei dem Angriff. «Unsere Anlagen im Hafen von Pivdennyj, rund 50 Kilometer östlich von Odessa, wurden letzte Woche, gestern Abend und heute Morgen bombardiert. Drei Tanks stehen derzeit noch in Flammen», sagte Direktor Kees Vrins am Samstagnachmittag auf Anfrage.

Seiner Meinung nach ist es noch zu früh, um eine genaue Schadensbilanz zu ziehen. «Im Moment versuchen wir, das Feuer zu löschen», so Vrins. «Es gibt auch viele Schäden in den benachbarten Beständen», sagte der Direktor der Firma weiter, ohne Einzelheiten nennen zu können. «Wir sind nicht versichert» für solche Ereignisse, «die Versicherer fliehen vor dieser Art von Risiko», so Vrins.

«Dies ist die achte Bombardierung seit Beginn des Krieges», sagte Vrins, dessen Unternehmen seit 28 Jahren in der Ukraine im Getreide- und Ölhandel tätig ist.

Umschlagplatz für Getreide und Öl

Die Allseeds Switzerland SA ist eine Schweizer Firma mit Sitz in Genf. Sie gehört zum ukrainischen Konzern Allseeds Group. Für Letzteren dient der Schweizer Ableger primär als Handels- und Vertragseinheit sowie als Finanz- und Verwaltungsstandort.

Die Allseeds Group ist laut eigenen Angaben einer der grössten Hersteller und Exporteure von Pflanzenölen und -schrot in der Ukraine und besitzt eine moderne Ölsaatenverarbeitungsanlage in Pivdennyj, dem tiefsten Wasserhafen der Ukraine.

Allseeds bietet auch Dienstleistungen im Bereich des Umschlags von Pflanzenölen und Ölsaatenmehlen an seinen Terminals in Pivdennyj an, die Tankschiffe mit einer Tragfähigkeit von mehr als 100'000 Tonnen bedienen können. So dient der Umschlagplatz in Pivdennyj auch der Belieferung weit entfernter Ziele wie China, Indien oder des Nahen Ostens.

Russland hatte die Ukraine auf Befehl von Präsident Wladimir Putin am 24. Februar 2022 militärisch überfallen. Seither haben die russischen Invasoren rund ein Fünftel der Ukraine besetzt und überziehen das südliche Nachbarland Tag für Tag und Nacht für Nacht mit Bombardements auch ziviler Ziele.

Allerdings hat Putin, der der Ukraine ein Recht auf staatliche Souveränität abspricht, seine Kriegsziele trotz mehrfacher russischer Übermacht an Soldaten und Material auch nach knapp vier Jahren nicht erreicht - obwohl seine sogenannte militärische Spezialoperation nur wenige Tage dauern sollte. (sda)

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Streph
20.12.2025 14:50registriert Mai 2024
Herr Putin sagt jetzt bestimmt, dass das Öllager ein legitimes Ziel war, denn die Ukraine würden aus dem Sonnenblumenöl Raketentreibstoff herstellen.
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Hans Jürg
20.12.2025 15:14registriert Januar 2015
Sollte nicht spätestens die Sünneli-Schweiz aufwachen? Immerhin wurde Schweizer Besitz angegriffen. Irgendwann ist's dann aber genug mit der Neutralität. Wir werden angegriffen und müssen uns zur Wehr setzen.
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sinkflug
20.12.2025 16:28registriert Juli 2020
Die Schonfrist für russische Vermögenswerte muss nun endgültig enden. Es ist völlig unverständlich, dass die Schweiz Gelder von kremlnahen Firmen und Oligarchen weiterhin schützt, während die Ukraine brennt. Diese Mittel müssen für Reparationszahlungen und auch für den Schutz vor der russischen Aggression eingesetzt werden. Wo bleibt die politische Entschlossenheit, die diese Situation erfordert?
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