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US-Regierung senkt Zahl der für Kinder empfohlenen Impfungen

US-Regierung senkt Zahl der für Kinder empfohlenen Impfungen

US-Präsident Donald Trumps Regierung rät künftig zu deutlich weniger Impfungen für Kinder als bislang. Wie auch in der Schweiz werden neu nur noch 11 statt deren 17 Basisimpfungen empfohlen.
06.01.2026, 05:0806.01.2026, 15:47

Die Impfempfehlung solle nur noch für die elf «schwerwiegendsten und gefährlichsten Krankheiten» gelten, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. «Eltern können ihren Kindern weiterhin alle Impfungen verabreichen lassen, falls gewünscht», schrieb Trump weiter. Die Kosten dafür würden weiter von den Krankenkassen übernommen.

President Donald Trump listens as Health and Human Services Secretary Robert F. Kennedy Jr., speaks in the Oval Office of the White House, Thursday, Oct. 16, 2025, in Washington. (AP Photo/Alex Brando ...
Skeptisch gegenüber Imfpungen: Donald Trump und sein Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr.Bild: keystone

Ankündigung zur Überarbeitung bereits vor einem Monat

Bis Ende 2024 waren laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC noch 17 Immunisierungen für Kinder vorgesehen. Zu den Impfungen, die nun nicht mehr allgemein empfohlen werden, gehören jene für Rotaviren, Hepatitis A, Hepatitis B, RSV-Infektionen, Meningokokken B und Meningokokken ACWY. Das ging aus einer Übersicht der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor.

In der Schweiz werden vom BAG elf Basisimpfungen für Kinder empfohlen, es handelt sich um die folgenden:

  • Diphtherie
  • Starrkrampf (Tetanus)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Hirnhaut- und Kehlkopfentzündung durch Haemophilus influenzae Typ b
  • Hepatitis B
  • Pneumokokken
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken (Varizellen)

Weitere Impfungen gegen Rotaviren und Meningokokken werden hierzulande Eltern empfohlen, die ihre Kinder spezifisch gegen diese Erreger schützen möchten. Eine Immunisierung gegen weitere Krankheiten wie Covid-19, FSME oder die Grippe wird für Kinder, die einer Risikogruppe angehören, empfohlen.

Die Schweizer Liste ähnelt jener der angepassten in den USA. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag mitteilte, wurden bei der jüngsten Neubewertung 20 «vergleichbare Industrieländer» herangezogen. Weiterhin empfiehlt die Behörde nun in den USA noch Impfungen gegen:

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
  • Pneumokokken
  • Polio
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Humane Papillomviren (HPV)
  • Windpocken (Varizellen)

Kritik von Ärzten

Der US-Berufsverband der Kinderärzte (AAP) kritisierte die neuen, eingedampften Impfempfehlungen als «gefährlich und unnötig». Weiter hiess es:

«Die Vereinigten Staaten sind nicht Dänemark, und es gibt keinen Grund, den dänischen Impfplan den amerikanischen Familien aufzuzwingen.»

Die Krankheitsrisiken und Gesundheitssysteme beider Länder würden sich «erheblich» voneinander unterscheiden.

(con/sda/dpa)

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ELMatador
06.01.2026 06:15registriert Februar 2020
Faktisch ist, dass dies von vielen in den USA als Zeichen gewertet werden wird, dass Impfstoffe schädlich oder unnötig seien.
In zwei bis fünf Jahren wird man daher vermutlich einen weiteren Anstieg der Kindersterblichkeit in den USA beobachten. Die Republikaner werden dann ganz erstaunt sein und behaupten, man hätte dies nicht voraussehen können.
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Enzasa
06.01.2026 06:47registriert August 2016
Ich bin Impfen gegenüber positiv eingestellt. Tatsächlich kenne ich die Anzahl von empfohlenen Impfungen weder in der CH noch in D. Impfungen empfinde ich als Länderspezifisch, wir lassen uns Impfen bei Reisen in bestimmte Länder, weil es dort andere Risiken gibt. Ich denke auch innerhalb der USA gibt es unterschiedliche Risikogebiete. Gefährlich finde ich, wie fast immer bei Trump, die Art der Kommunikation und die unterschwelligen Botschaften. Die Pharmaindustrie will verdienen und Trump will sparen, Eltern benötigen einen Arzt dem sie vertrauen.
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PD Dr.med.
06.01.2026 07:57registriert November 2022
Es geht nicht nur um die Kindersterblichkeit d.h. das Worst Case Szenario. Bspw. Rotaviren… (unter Ärzten ROTA Merkspruch „Right Out Of The Anus). Wässriger Durchfall, sehr ansteckend. Für die Kleinsten kann es lebensgefährlich werden, für alle anderen Betroffenen eine echte Plage. Flachliegende Klassen, geschlossene Krippen. RSV: ebenso: resp. Infekt gefährlich für die Kleinen, sonst eine echte Plage.Hepatitis A/B: schwere Verläufe können vermieden werden. Meningokokken: komplett unverständlich! Wer möchte eine schwere Hirnhautentzündung?
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