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Moretti beschäftigte Schwarzarbeiter aus Rumänien – die Sonntagsnews

The owners of the bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, Jacques and Jessica Moretti from France, center, arrive with their lawyers Patrick Michod and Nicola Meie ...
Jacques Moretti wurde in der Schweiz wegen der Beschäftigung eines illegalen Arbeiters verurteilt.Bild: keystone

Moretti beschäftigte Schwarzarbeiter aus Rumänien – die Sonntagsnews

Neue Ermittlungsergebnisse zur Brandkatastrophe von Crans-Montana sorgen für Aufmerksamkeit und zunehmende Schweizer Ablehnung gegenüber Donald Trump: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
25.01.2026, 08:1825.01.2026, 08:36

Schweizer Geheimdienst will stärker mit Europol zusammenarbeiten

Die Direktorinnen von Europol und des Bundesamtes für Polizei haben laut «NZZ am Sonntag» eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen Polizei, Nachrichtendiensten und Militär gefordert. Europol-Direktorin Catherine De Bolle sagte, Polizei, Nachrichtendienste und das Militär müssten künftig mehr Informationen austauschen als bisher. Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés erklärte, Polizeiarbeit müsse in einem breiteren geopolitischen Kontext gesehen werden. Dies müsse jedoch im Rahmen des bestehenden rechtsstaatlichen Rahmens erfolgen. Die organisierte Kriminalität breite sich in Europa und auch in der Schweiz stark aus. De Bolle sagte, Kriminelle rekrutierten «massenweise» Minderjährige für Auftragsmorde. Neben einem intensiveren Informationsaustausch forderten die beiden Polizeichefinnen zusätzliche Mittel für die Polizei. «Polizeiarbeit ist heute auch Landesverteidigung», sagte De Bolle.

Parmelin: Reagieren auf für Schweiz nachteiliges italienisches Gesetz

Die Schweiz hat laut Bundesrat Guy Parmelin in der «NZZ am Sonntag» auf ein geplantes italienisches Gesetz zur Bevorzugung europäischer Maschinenhersteller reagiert. Die neuen Abschreibungsregeln der Regierung von Giorgia Meloni benachteiligten Schweizer Produzenten und sind laut Parmelin «besorgniserregend». Der Bund habe dazu Gespräche in Bern, Rom, Brüssel und Davos geführt. Parmelin habe das Thema persönlich mit EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen und Handelskommissar Maros Sefcovic angesprochen und erklärt: «So geht es nicht». Innenpolitisch sei die Lage heikel, da in der Schweiz gleichzeitig über neue bilaterale Verträge mit der EU debattiert werde, hielt die «NZZ am Sonntag» fest. Parmelin sagte dazu: «Das ist nicht angenehm für den Bundesrat. Die Gegner des Abkommens werden solche Beispiele nutzen, um die Verträge zu kritisieren. Wir haben noch keine Lösung, aber wir sind intensiv daran, eine zu finden.»

Moretti beschäftigte Schwarzarbeiter aus Rumänien

Der Betreiber der Bar «Le Constellation» hat laut «SonntagsBlick» und «Le Matin Dimanche» einen Arbeiter aus Rumänien illegal beschäftigt. Ermittlungsakten zeigten, dass dies beim Umbau der Bar im Jahr 2015 der Fall gewesen sei. Während der Renovierung sei es zu einer Kontrolle gekommen, worauf Jacques Moretti eine Geldstrafe habe bezahlen müssen. In einer Einvernahme habe Moretti erklärt, er habe mit dem Rumänen bereits zwischen 2008 und 2010 bei einem Haus auf Korsika zusammengearbeitet. Unklar sei, ob der Mann im Rahmen der laufenden Strafuntersuchung bereits einvernommen worden sei. Zudem berichtete der «SonntagsBlick», dass das Walliser Zwangsmassnahmengericht eine elektronische Fussfessel für Morettis Ehefrau Jessica abgelehnt habe. Die Staatsanwaltschaft habe die Massnahme beantragt, das Gericht habe sie jedoch als ungeeignet beurteilt. Eine Flucht könne damit oft nur im Nachhinein festgestellt werden, zudem lasse sich das Gerät «leicht ausser Kraft setzen».

Crans-Montana: «Servicetür» hätte doch Notausgang sein sollen

Nach Recherchen der «NZZ am Sonntag» sind nach dem tödlichen Brand in Crans-Montana weitere Unstimmigkeiten bekannt geworden. Eine im Erdgeschoss gelegene Tür, sei bei der Baubewilligung als Notausgang vorgesehen gewesen, aber verriegelt gewesen. Mindestens eine Person sei hinter dieser Tür gestorben, gehe aus Akten der Walliser Staatsanwaltschaft hervor. Der Seitenausgang hätte als Notausgang beschildert sein müssen. Barbetreiber Jacques Moretti behaupte seit dem Unglück, es habe sich nicht um einen Notausgang, sondern um eine «Servicetür» gehandelt. Aus den Untersuchungsakten gehe nicht hervor, ob Moretti über die Notausgänge informiert gewesen sei oder entsprechende Dokumente gekannt habe. Bei einer Brandschutzkontrolle sei der fehlende Notausgang nicht beanstandet worden. Zudem berichtete die Zeitung, dass der brennbare Schaumstoff an der Decke Wochen vor dem Brand während des laufenden Betriebs offenbar provisorisch mit Billardstöcken abgestützt worden sei.

Deza-Direktorin kritisiert Israel

Die Deza-Direktorin Patricia Danzi hat laut «SonntagsBlick» bei Gesprächen in Jerusalem und Ramallah die israelische Politik im Nahen Osten kritisiert. Sie habe gegenüber der israelischen Regierung die Blockade von Hilfslieferungen in den Gazastreifen, das geplante Verbot von Nichtregierungsorganisationen sowie den Abriss des UNRWA-Gebäudes in Jerusalem angesprochen. Israelische Polizeikräfte seien diese Woche mit schwerem Gerät in das Hauptquartier des UNRWA in Ostjerusalem eingedrungen und hätten mit dessen Zerstörung begonnen. UNRWA-Chef Philippe Lazzarini sprach von einem «neuen Ausmass an offener und bewusster Missachtung des Völkerrechts». Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte auf Anfrage vom «SonntagsBlick», Danzi habe die Position der Schweiz zur Situation im Nahen Osten vertreten.

WEF-Präsident will Klaus Schwab 2027 wieder dabeihaben

WEF-Co-Präsident André Hoffmann will laut «NZZ am Sonntag» den Gründer Klaus Schwab in Davos wieder dabeihaben – und zwar im nächsten Jahr. Nicht als Veranstalter, sondern als Besucher. «Der Nachfolgeprozess soll natürlich nicht rückgängig gemacht werden», sagte Hoffmann im Interview mit der Zeitung. Es könne sein, dass Schwab nicht interessiert sei an so einer Rolle. «Aber er wäre jemand mit sehr viel Bedeutung, weil er die Historie des WEF massgeblich beeinflusst hat.» Eine Einladung werde Schwab jedenfalls erhalten, so Hoffmann. Wie lange er das Weltwirtschaftsforum (WEF) zusammen mit Larry Fink leiten werde, sei völlig offen. «Sie können aber davon ausgehen, dass nächstes Jahr erneut Larry und ich als Co-Präsidenten das Annual Meeting leiten werden», sagte Hoffmann. Ob er Ende 2027 an Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, übergeben werde? «Im Moment gibt es vonseiten des WEF weder eine offizielle noch eine inoffizielle Anfrage an sie», sagte der derzeitigen Co-Präsident weiter.

Pfister kritisiert Parmelin wegen Trump-Schmeichelei und regt Ende der Zollverhandlungen an

Der ehemalige Mitte-Präsident Gerhard Pfister hat laut «SonntagsBlick» die Weiterführung der Zollverhandlungen mit den USA infrage gestellt. Er habe sich gefragt, ob man diese «wirklich noch vorwärtstreiben soll», sagte Pfister im Interview mit der Zeitung. «Wir haben ja jetzt tiefere Zölle, also belassen wir es mal dabei», erklärte er. Die Willkür von US-Präsident Donald Trump werde nicht enden, selbst wenn Parlament und Volk dereinst Ja gesagt hätten. Zugleich kritisierte Pfister Bundespräsident Guy Parmelin für dessen Aussage am World Economic Forum (WEF), wonach Davos ohne Trump nicht wirklich Davos sei. «Eine unnötige Schmeichelei. Aber das sagt sich leicht von aussen», sagte Pfister. Sollte Parmelin mit seiner Aussage recht haben, disqualifiziere er damit auch das WEF, das der Bundesrat unbedingt in Davos behalten wolle.

Trumps wichtigstes Argument für Zölle gegen die Schweiz existiert nicht mehr

Für die Wende beim US-Handelsdefizit gegenüber der Schweiz sind laut «SonntagsZeitung» in erster Linie Verschiebungen im Goldhandel verantwortlich. Das Plus der USA im September und Oktober sei «grösstenteils auf Goldhandelsüberschüsse zurückzuführen», bestätigte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auf Anfrage der Zeitung. «Anfang 2025 hatten wir eine vorübergehende Anomalie», sagte Christoph Wild, Präsident der Schweizer Edelmetallvereinigung, in der «SonntagsZeitung». Grund dafür sei die Unsicherheit über mögliche US-Zölle auf Gold gewesen, was den Bedarf an Schweizer Gold vorübergehend habe hochschnellen lassen. Der Goldhandel habe inzwischen zur «langfristigen Normalität» zurückgefunden. Im Oktober wies die Handelsbilanz zwischen der Schweiz und den USA einen Überschuss von 8,8 Milliarden Dollar zugunsten der USA aus.

SBB erteilen Securitas Millionenauftrag

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben laut «SonntagsBlick» der Sicherheitsfirma Securitas für drei Jahre einen Auftrag in der Höhe «eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags» erteilt. Das sagte eine SBB-Sprecherin zu einem publizierten Zuschlagsentscheid zu der Zeitung. Die Vereinbarung betreffe Sicherheitsdienstleistungen in der ganzen Schweiz. Securitas koordiniere unter anderem Patrouillen und sorge für präventive Präsenz in Zügen. Da der bisherige Vertrag im Frühling auslaufe, sei der Auftrag neu ausgeschrieben worden. Securitas habe laut der Sprecherin das vorteilhafteste Angebot eingereicht und deshalb erneut den Zuschlag erhalten. Ausschlaggebend seien insbesondere hohe Punktzahlen bei allen qualitativen Zuschlagskriterien gewesen, hätten die SBB auf der Plattform Simap vermerkt.

Hälfte der US-F-35-Jets derzeit am Boden

Die Hälfte der F-35-Kampfjets steht laut der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» in den USA am Boden. Wartungsteams bauten wegen Lieferverzögerungen Bauteile aus Jets aus und bauten sie in andere Flugzeuge ein, um die Flotte flugfähig zu halten, gehe aus einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums hervor. Das eidgenössische Verteidigungsdepartement (VBS) habe den Zeitungen erklärt, es erwarte bei den F-35 eine Einsatzbereitschaft von mindestens 60 Prozent. Bei den 30 derzeit in der Schweiz im Einsatz stehenden F/A-18 seien im Normalbetrieb nur «rund 40 Prozent» für den täglichen Flugbetrieb und die Einsätze des Luftpolizeidienstes verfügbar, räumte das Departement ein. Die Schweiz plante ursprünglich, 36 Kampfjets des Typs F-35 für rund sechs Milliarden Franken zu beschaffen. Angesichts von Mehrkosten von bis zu 1,3 Milliarden Franken entschied sie jedoch, weniger Flugzeuge zu kaufen. (sda/con)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tschowanni
25.01.2026 08:55registriert Oktober 2015
Die ganze Schlammschlacht welche gerade gegen die Morettis läuft stellt sich für mich wie folgt dar. Sollte das alles zutreffen, Verbindung zur Mafia, einstellen von Schwarzarbeitern. Verstöße gegen das Gastrogesetz, Verstöße gegen Brandschutz, zwielichtige Geschäfte und diverse andere „Vergehen“ frage ich mich was die Behörden 10 Jahre lang gemacht haben? Zugesehen und profitiert, oder was? Natürlich sollte der Focus auch in Richtung Morettis gehen, das was aber aktuell in den Median stattfindet ist die krampfhafte Jagd und Suche nach einem Schuldigen in Person. Gemeinde? Kanton? Behörden?
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Peter D
25.01.2026 09:27registriert Januar 2023
Das VBS wirkt zunehmend unglaubwürdig. In den USA steht die Hälfte der F‑35 am Boden, aber in der Schweiz soll die Verfügbarkeit «mindestens 60 %» betragen – das glaubt niemand. Dazu kommt das Märchen vom Fixpreis, das längst widerlegt ist. Wer Milliarden ausgibt, sollte ehrlich kommunizieren statt Wunschzahlen zu verkaufen. So verliert man Vertrauen, nicht gewinnen.
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Xochimilco
25.01.2026 09:37registriert Dezember 2025
Im renovierten Mehrfamilienhaus neben unserem, standen während Monaten ebenfalls kleine Transportkiste mit rumänischen Kennzeichen während der Woche auf den öffentlichen Parkplätzen inkl. Parkbussen und niemand hat es gekümmert.
Grüsse aus basel.
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