International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer der beendeten Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben, stehen auf der Kreuzung von Brückenstraße und der Straße der Nationen neben Polizeiautos. Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern. (KEYSTONE/DPA)

Pegida- und Afd-Demonstrationszug in Chemnitz.  Bild: dpa-Zentralbild

Roger Köppel in Chemnitz neben Neonazi fotografiert: «Habe mich vor Ort informiert»



Der Schweizer Politiker und Herausgeber der Weltwoche Roger Köppel wurde vergangene Woche in Chemnitz fotografiert. Brisant: Das Bild zeigt ihn mit Notizblock neben einem verurteilten Neonazi.

Auf Twitter erhält Köppel dafür harsche Kritik. Michael Sorg, Co-Generalsekretär der SP, schreibt in einem Tweet sogar, Köppel sei mit Neonazis «Seite an Seite» marschiert. Viele Nutzer der sozialen Plattform glauben ebenfalls, dass Köppel nicht als Journalist, sondern als Sympathisant in Chemnitz mitgelaufen sei.

Im Gespräch mit «20 Minuten» verteidigt sich Köppel, er sei tatsächlich nur als Journalist vor Ort gewesen: «Das Thema ist interessant und relevant. Deshalb informierte ich mich vor Ort. Ich habe mit allen geredet, links bis rechts, einer hat sich sogar als rechtsextrem bezeichnet.»

Der SVP-Nationalrat gibt zwar zu, dass sich in Chemnitz durchaus Personen aus der Neonazi-Szene getroffen hätten, diese würden aber von den deutschsprachigen Medien zu stark gewichtet.

«Natürlich waren bei dem Umzug auch Rechtsextreme darunter, üble Typen. Die überwiegende Mehrheit waren ganz normale Menschen, die gegen die Asylkriminalität und gegen die abgehobene Politik in Berlin demonstrierten», so Köppel zur Zeitung.

Auch von Spiegel-Online-Redaktorin Melanie Amann erhält Köppel Unterstützung. Der Notizblock und der Stift würden ganz klar darauf hindeuten, dass er als Journalist und nicht als Neonazi-Sympathisant mitgelaufen sei.

(leo)

Demonstrationen im Chemnitz 

65.000 Menschen zeigen in Chemnitz: #WirSindMehr

Video: watson/felix huesmann, marius notter, lia haubner

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Jakob Fischbacher*. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus Syrien …

Artikel lesen
Link zum Artikel