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FIFA presidential candidate Prince Ali Al Hussein of Jordan congratulates newly elected FIFA President Gianni Infantino (R) during the FIFA Extraordinary Congress in Zurich, Switzerland February 26, 2016. Swiss football executive Gianni Infantino vowed on Friday to lead FIFA, the sport's world governing body, out of years of corruption and scandal after being elected president to succeed Sepp Blatter.    REUTERS/Ruben Sprich

Gianni Infantino (r) konnte sich gegen Prinz Ali Al Hussein (l) durchsetzen.
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Medienschau zur FIFA-Wahl: «Er ist nicht der Traumprinz, der die FIFA wachküsst und aus der Krise führt»



Die Medien im In- und Ausland begrüssen mehrheitlich die Wahl von Gianni Infantino zum FIFA-Präsidenten. Dies zeigt ein Überblick zu den Kommentaren in den Zeitungen vom Samstag.

Schweiz:

«Tages-Anzeiger»:

«Zum Glück Infantino: Die FIFA beschliesst die dringend nötigen Reformen – und setzt auf Gianni Infantino als neuen Präsidenten und Baumeister einer besseren Zukunft.»

«Neue Zürcher Zeitung»:

«Die Gegenwart des Weltfussballverbandes FIFA präsentiert sich jedenfalls deutlich aufgehellt. Die Reformen sind so weitgehend und modern, dass sie nicht nur anderen Sportverbänden, sondern auch privaten Unternehmen als Vorbild gelten können. Und Infantino ist kein angejahrter Apparatschik, sondern ein eloquenter Manager mit Erfahrung im Fussballgeschäft. Die Fifa ist trotzdem noch längst nicht aus dem Schneider.»

«Blick»:

«FIFAntino! Hand aufs Herz: Diese Wahl ist gut für den Fussball und gut für die Schweiz.»

Das waren die Kandidaten für die Wahl:

«Aargauer Zeitung»

«Unser nächster Fussballkönig.»

«Basler Zeitung»:

«Der wendige Präsident: Mit Gianni Infantino bleibt der FIFA-Chef ein Walliser. Verändert sich überhaupt irgendetwas?»

«Berner Zeitung»:

«Die Wahl Gianni Infantinos ist für die FIFA erst mal eine gute Nachricht. Der Fussball-Weltverband hat ein Desaster abgewendet, indem er Scheich Salmam bin Ibrahim Al Khalifa in letzter Minute ausbremste. Doch Infantino ist im Prinzip ein Zufallspräsident – und keine ideale Besetzung.»

Deutschland:

«Süddeutsche Zeitung»:

«Manche offene Frage lässt der neue Präsident im früheren Arbeitsbereich zurück. Von substantiellen Korruptionsvorwürfen, die sich um die EM-Vergabe 2012 an Ukraine/Polen ranken, bis zum Umgang mit Spielmanipulations-Affären von Piräus über Petersburg bis Istanbul. (...) Dass sich die FIFA mit Infantino eine Art 'Blatter light' an die Spitze geholt hat, zeigen schon die ersten Aufgaben für den Neuen: Er muss nun all die vollmundigen Versprechen wieder einholen, die er im Zuge seiner globalen Wahlkampftouren im Learjet gemacht hat.»

«Frankfurter Allgemeine Zeitung»:

«Ganz offen hat Infantino den Nationen, nach bewährter Sepp-Blatter-Art, erheblich mehr Geld und eine Aufblähung der WM auf 40 Mannschaften versprochen; zum Ärger der europäischen Profiligen. Dass er mit dieser Steinzeit-Strategie Erfolg hatte, spricht nicht für den Start in eine neue Ära. Ob er sie nach den neuen Statuten so einfach wird umsetzen können, werden wir sehen. Die Verabschiedung der Reformen ist ein Anfang.»

Die wichtigsten Schweizer Sport-Funktionäre:

«Bild»:

«Gianni Infantino ist eindeutig die bessere Wahl, aber längst keine besonders gute. Er ist nicht der Traumprinz, der die FIFA wachküsst und aus der Krise führt. Er ist der Notnagel für den 'verhinderten' Michel Platini. Und seinen Wahlkampf hat er auf die Blattersche Art geführt. WM aufblähen, Geldgeschenke versprechen. So wie man in dem Laden immer schon Stimmen bekam. Gianni Infantino hat dennoch eine Chance verdient. Wenn er die Reform ernst nimmt und einem starken, unabhängigen Generalsekretär die Macht überlässt – dann hätte die FIFA doch noch einen guten Präsidenten gewählt.»

Österreich:

«Kronen Zeitung»:

«Der steile Aufstieg des Mannes mit den Kugeln. Der neue FIFA-Präsident Gianni Infantino ist der Grüss-August des Weltfussballs. Die wahre Macht liegt nach der Reform, die zuvor beschlossen wurde, beim Generalsekretär.»

Frankreich:

«La Nouvelle République»:

«Gianni Infantino weiss, dass er keine Zeit zu verlieren hat. Dadurch, dass er neue Teams bildet, vergrössert er sein Spielfeld. Der Kapitän hat zwar gewechselt, doch nicht die Spielregeln. Der Wettkampf kann weitergehen.»

«Le Journal de la Haute Marne»:

«Ohne eine durchgreifende Aktion des FBI wird die FIFA weiter in ihrem mafiösen Saft schmoren. Der neue Präsident hat versprochen, aufzuräumen. Doch kann er das bei so viel dreckiger Wäsche? Die Welt des Sports, die voller Korruption und Skandale ist, braucht neue Strukturen und eine neue Ethik.»

Grossbritannien:

«Times»:

«Ein Präsident, der eine gute Nachricht für grosse Vereine ist.»

«Guardian»:

«Gianni Infantinos Sieg ist für die FIFA ein Hoffnungsschimmer im Dunkeln.»

«Daily Mail»:

«Infantino war die am wenigsten schlechte Option.»

Italien:

«La Repubblica»:

«Der Fussball entscheidet sich für Infantino. Die FIFA liegt in europäischen Händen – der arabische Traum ist vorbei. Der neue Präsident Infantino muss sich zunächst die Stiefel schmutzig machen, er muss Hand anlegen an Korruption und verbotene Beziehungen, und er muss – falls das möglich ist – die milliardenschweren Geldflüsse offenlegen. Es handelt sich um ein verdrecktes Meer, in dem es Blatter grossartig verstand zu schwimmen.»

«La Stampa»:

«Euro FIFA: Die Überraschung Infantino. Die Macht im Fussball zieht 9.73 Kilometer weiter: Das ist die Entfernung zwischen Visp und Brig. Zwei kleine Pünktchen auf der Weltkarte, aber in der Welt des Fussballs sind das die Geburtsorte von Sepp Blatter und Gianni Infantino, dem zehnten und neuen Präsidenten der FIFA. Von einem Schweizer zum anderen, aber die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden enden hier.»

Spanien:

«El País»:

«Die FIFA klammert sich an Infantino. Der Schweizer wurde gewählt, damit er mit seinen Geschäftsführerqualitäten, die er als UEFA-Generalsekretär unter Beweis gestellt hat, das ramponierte Image des Weltverbandes wieder aufpoliert.»

«La Vanguardia»:

«Infantino an die Macht. Ein freundliches und sympathisches Gesicht, die alte rechte Hand von Michel Platini. Nun steht der Schweizer vor einer Herausforderung mit kolossalen Problemen. Er muss die Glaubwürdigkeit der FIFA wiederherstellen.»

Russland:

«Kommersant»:

«Der Wahlsieg ist ein unglaublicher Erfolg für jemanden, der bis vor kurzem noch Ersatzspieler war. Und doch ist er nur das erste Glied in der Kette von Aufgaben, vor denen Gianni Infantino steht.»

«Sport-Ekspress»:

«An dem Abend in Zürich drohte nichts Übernatürliches oder Revolutionäres. Kein möglicher Sieger hätte die Fussballpolitik auf den Kopf gestellt, Russland die WM weggenommen und eine Hexenjagd begonnen. (...) Freuen wir uns, dass der Mann der wichtigste im Weltfussball wird, den Russland unterstützt hat!»

Schweden:

«Svenska Dagbladet»:

«Entfesslungskünstler Houdini hatte eine einfachere Aufgabe als jetzt Infantino. Es besteht die Gefahr, dass Infantino trotz aller netten Worte über einen Neustart, einen Neuaufbau und so weiter nur eine herausgeputzte Version von des Kaisers neue Kleider ist.»

Norwegen:

«Dagbladet»:

«Alle Wetten liessen einen klaren Sieg für den reichen arabischen Scheich erwarten, aber der Fussball stimmte für den Wandel. Mit einer flammenden Rede, in der er ganz leicht zwischen sechs verschiedenen Sprachen wechselte, gab Gianni Infantino eine persönliche Version seiner Reise durch die Fussballwelt. Das wendete auf wundersam10e Weise das Blatt beim ausserordentlichen FIFA-Kongress.»

(lhr/sda)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 27.02.2016 18:01
    Highlight Highlight Ihr bringt eine Medienschau ohne die Gazzetta dello Sport?
    Sie zitieren ihn mit den Worten, dass er sich zu 100% als Italiener fühlt. ;)
  • Angelo C. 27.02.2016 16:14
    Highlight Highlight Was mir eindeutig auf den Sack geht ist, dass deutsche Boulevardblätter und ausländische Zeitungen bereits gegen die Wahl Infantinos am stänkern sind 😠! Der integre Mann ist durch die Ermittler nie angeschossen worden und er hat er als UEFA-Generalsekretär stets gute Arbeit geleistet, ausserdem ist er ganz offensichtlich eine Persönlichlichkeit, dazu eine sympathische und eine die 7 Sprachen fliessend beherrscht.

    Was wollen also diese steten, sensationsgeilen Medienkritiker, die das Thema FIFA nur zu gerne eigennützig weiter ausschlachten möchten, ohne ihn erst mal gewähren zu lassen?!

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