Killen mit KI: So töten die USA mit Palantirs Hilfe
Jedes Jahr lädt US-Techgigant Palantir zur AIPCon – einer Präsentationsshow seiner Neuentwicklungen. Besonders viel Aufsehen erregte in diesem Jahr der Auftritt von Cameron Stanley. Stanley ist Digitalchef und AI-Beauftragter in Pete Hegseths US-Kriegsministerium.
Was Cameron präsentierte, liess vielen kritischen Beobachtern von AI-Anwendungen das Blut in den Adern gefrieren: Er zeigte eine sogenannte «Kill-Chain» – eine «Tötungskette». Die Identifizierung eines Zieles, die Auswertung von möglichen Massnahmen und am Ende der konkrete Waffeneinsatz, alles wird per Mausklick auf derselben Plattform geregelt. Hilfe gibt es von diversen verschiedenen Sensoren, Datenfeeds – und von einer KI. Das Ganze läuft unter dem Namen Maven Smart System.
Der entscheidende Punkt dabei: Sämtliche Arbeitsschritte werden in einer Oberfläche gebündelt. «Aus einem Linksklick, einem Rechtsklick und einem Linksklick wird wie magisch ein Ziel», frohlockte Stanley bei seiner Präsentation. Was früher aufgrund der Koordination verschiedener Stellen Stunden in Anspruch nahm, können «heutige Entscheidungsträger» signifikant schneller umsetzen, so Stanley weiter: «Wir benötigten sieben Jahre, um sämtliche Datenpunkte so miteinander zu verknüpfen.»
Was er nicht sagte: Dass die Konzentration auf eine einzelne Plattform und die Aufhebung des Mehraugenprinzips auch in Sachen Risiken eine Bündelung darstellt.
Trotzdem sieht Stanley nur Vorteile im neuen System. Deshalb arbeite er jeden Tag – um zu erreichen, dass die 19-Jährigen an der Front lebend nach Hause zurückkehren: «Keine fairen Kämpfe, wenn ich sie vermeiden kann. Lasst uns keine fairen Kämpfe führen», erklärte er weiter.
Das Maven Smart System kam bereits im Iran-Krieg zum Einsatz – das berichtet die Washington Post. Nur so sei es den USA möglich gewesen, über 1000 Ziele innerhalb von 24 Stunden anzugreifen.
In dieser ersten Angriffswelle wurde auch eine Schule getroffen. Bis heute weigern sich die USA, die Schuld dafür auf sich zu nehmen. Diverse Indizien deuten aber darauf hin, dass die drei Raketen, welche einschlugen, vom US-Militär abgefeuert wurden.
Bei dem Angriff wurden mehr als 160 Menschen getötet – der Grossteil davon Schulmädchen. Die Schule befand sich neben militärischen Einrichtungen. Eine erste Untersuchung deutet darauf hin, dass als Entscheidungsgrundlage für den Angriff auf veraltete Fotos gesetzt wurde. Verschiedene Medien, beispielsweise der britische Independent, mutmassten, dass eine KI am Ursprung des Unglücks stand. Bewiesen ist indes nichts – Pete Hegseth versprach eine umfangreiche Untersuchung. Sicher ist: Schon länger setzt auch die Ausschaffungsbehörde ICE auf Tools von Palantir.
