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Telegram-Chef Pawel Durow bleibt in Frankreich in Haft

Die Schlinge zieht sich zu: Telegram-Chef Pawel Durow bleibt in Frankreich in Haft

Der festgenommene Chef der Messenger-App Telegram bleibt vorerst in Polizeigewahrsam. Die französischen Behörden untersuchen offenbar auch seine Verbindungen zum Kreml.
26.08.2024, 09:3626.08.2024, 09:36

Der zuständige Untersuchungsrichter in Paris habe am Sonntagabend entschieden, dass die Haft zur Vernehmung von Pawel Durow verlängert werde, sagte eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle der Nachrichtenagentur AFP.

Telegram Founder Durov Arrested in Paris The Telegram messaging app is seen on an iPhone in this illustration taken on 25 August, 2024 in Warsaw, Poland. Telegram founder and CEO Pavel Durov was arres ...
Durow gründete Telegram zusammen mit seinem Bruder.Bild: www.imago-images.de

Der Gewahrsam kann demnach bis zu 96 Stunden dauern. Danach muss der Richter entscheiden, ob er Durow auf freien Fuss setzt oder ein Ermittlungsverfahren einleitet.

Der 39-Jährige war am Samstagabend am Flughafen Le Bourget bei Paris festgenommen worden. Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen Vorermittlungen im Zusammenhang mit Vorwürfen wie Betrug, Drogenhandel, Online-Mobbing, Organisierte Kriminalität und Förderung des Terrorismus vor. Durow wird vorgeworfen, nicht genug dafür getan zu haben, die Nutzung seines Messenger-Dienstes für kriminelle Zwecke zu verhindern.

Telegram erklärte am Sonntagabend, Durow habe «nichts zu verbergen». Der 39-Jährige, der die russische und die französische Staatsbürgerschaft hat, reise «häufig nach Europa», hiess es in einer Stellungnahme des Onlinedienstes.

Telegram behauptet, man halte sich an die europäischen Gesetze und die Moderation der Inhalte auf der Plattform sei «branchenüblich». Es sei «absurd», eine Plattform oder ihren Chef «für den Missbrauch dieser Plattform» verantwortlich zu machen.

Verbindungen zum Kreml

Wie der französische Sender TF1 berichtet, prüfen die französischen Behörden Durows «mögliche Verbindungen» zum Kreml. Der Telegram-Chef habe die französische Staatsbürgerschaft und unterliege keinem Austausch oder einer Auslieferung.

Telegram gilt gemäss unabhängigen Fachleuten als der wichtigste Kommunikationskanal der russischen Armee – er sei nicht nur eine Nachrichtenquelle, sondern ein wichtiger Messenger, der zur Koordinierung von Aktionen auf verschiedenen Ebenen, zum Verbreiten von Videos und grossen Dateien etc. verwendet werde.

Bis zu 200'000 Empfänger pro Gruppe

Der verschlüsselte Messengerdienst hat sich seit seiner Gründung 2013 als eine Alternative zu US-Plattformen etabliert. Telegram verweigert jegliche Herausgabe von Nutzerdaten, selbst bei Straftaten.

Telegram erlaubt Gruppen mit bis zu 200'000 Nutzerinnen und Nutzern. Dies handelte dem Onlinedienst den Vorwurf ein, die Verbreitung von Falschinformationen sowie pädophiler oder rechtsextremer Inhalte und von Verschwörungstheorien zu begünstigen.

Der konkurrierende Messengerdienst WhatsApp hatte 2019 Begrenzungen für die Weiterverbreitung von Beiträgen eingeführt. Zuvor war der App vorgeworfen worden, die Verbreitung von Falschinformationen ermöglicht zu haben, die zu Lynchmorden in Indien führten.

(sda/afp)

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