«Noch nie im Leben gesehen»: Frankreich-Trainer Deschamps motzt über Zustände bei US-Trip
Während die Schweiz unter anderem gegen Deutschland testete, tourt die französische Nationalmannschaft zur WM-Vorbereitung durch Nordamerika. Resultatmässig läuft es der Equipe Tricolore gut, gegen WM-Mitfavorit Brasilien gab es am Samstag trotz langer Unterzahl einen Sieg.
Doch zu den begleitenden Umständen hatte der seit 2012 amtierende und nach der WM abtretende Trainer der Franzosen, Didier Deschamps, nicht viel Positives zu berichten. Der 57-Jährige, der Frankreich 2018 zum WM-Titel führte, kritisierte an der Pressekonferenz nach dem Brasilien-Spiel diverse Dinge in den USA, wie der Kicker berichtet.
Unter anderem müsse sich die Organisation an der WM deutlich verbessern. «Wir haben Probleme mit den Anfahrtswegen. Nicht wegen der Entfernung, sondern wegen der Zeit.» Der Verkehr in den US-Städten sei sehr dicht, es drohten häufig Verspätungen und bei der aktuellen Reise müsse man womöglich geplante Trainingseinheiten absagen. Frankreich spielte gegen Brasilien in Foxborough im Bundesstaat Massachusetts, wo das Team auch eines der drei WM-Gruppenspiele austragen wird.
Ebenfalls wenig sinnvoll sei, dass die Mannschaft nicht im Stadion trainieren könne, dort aber die Medienaktivitäten abgehalten würden. Zwischen dem Training auf einem anderen Platz und dem Beginn von Medienterminen seien nur 45 Minuten eingeplant, was sehr kurz sei und dadurch für organisatorische Probleme sorge.
Deschamps kritisiert Flughafen-Kontrollen
Zudem hat laut Deschamps auch die politische Lage einen Einfluss auf die Verzögerungen. An den Flughäfen dauerten die Kontrollen sehr lange, auch für die Spieler. Deschamps:
Die Regierung von US-Präsident Trump hatte die Kontrollen während dessen Amtszeit massiv verschärfen lassen. Da zuletzt das eigentliche Sicherheitspersonal an den Flughäfen wegen des Haushaltsstreits im US-Kongress nicht bezahlt wird und deswegen zu einem beträchtlichen Teil nicht zur Arbeit erscheint, hat Trump vor kurzem Beamte der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE an die Flughäfen geschickt.
Der französische Natitrainer, der nach der WM seinen Posten mit Zinedine Zidane wohl einer anderen Fussballlegende überlässt, erklärte an der Medienkonferenz, dass das Vorgehen der Trump-Behörden schon bei der Klub-WM vergangenes Jahr für Probleme gesorgt habe.
Die ganz grosse WM-Vorfreude scheint der aktuelle US-Trip bei den Franzosen also nicht zu entfachen. Die Mannschaft von Didier Deschamps spielt am Sonntag noch gegen Kolumbien in der Nähe der US-Hauptstadt Washington. Bei der WM im Juni treffen Les Bleus in der Gruppenphase auf Senegal, Norwegen und den Sieger aus der Playoffpartie Irak gegen Bolivien. (con)
