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Syrische Armee südlich von Aleppo angeblich auf Vormarsch

16.10.2015, 16:58

In Syrien sind die von russischen Luftangriffen unterstützten Regierungstruppen südlich der Wirtschaftsmetropole Aleppo auf dem Vormarsch. Derweil bombardierten am Freitag russische Kampfflugzeuge umliegende Ortschaften. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte näherten sich die Regierungstruppen am Freitag dem südlichen Stadtrand von Aleppo.

Ein Bild aus einem Vorort Aleppos vom 13. Oktober: Angeblich sind hier russische Bomben eingeschlagen.<br data-editable="remove">
Ein Bild aus einem Vorort Aleppos vom 13. Oktober: Angeblich sind hier russische Bomben eingeschlagen.
Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Das weitgehend zerstörte Aleppo ist seit Juli 2012 in zwei Sektoren geteilt. Den Westen kontrolliert die Regierung, im Osten haben die islamistische Al-Nusra-Front und ihre Verbündeten das Sagen. Die Al-Nusra-Front ist der syrische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks.

Ziel der neuen russischen Offensive seien die 15 Kilometer von Aleppo entfernten Dörfer Abtin und Kaddar, sagte der Leiter der in Grossbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Seit Donnerstag habe es in dem Abschnitt dutzende Angriffe der russischen Luftwaffe gegeben.

Ein Mitglied des russischen Generalstabs teilte unterdessen mit, seit dem 30. September habe die russische Luftwaffe mehr als 600 Einsätze in Syrien geflogen. Dabei seien mehr als 380 Ziele der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getroffen worden, sagte der General Andrej Kartapolow der Zeitung «Komsomolskaja Prawda» am Freitag.

Über eine Viertelmillion Tote seit März 2011

Bei den Kämpfen in der Provinz Homs wurden der Beobachtungsstelle zufolge am Donnerstag 43 Zivilisten und 17 Rebellen getötet. Seit dem Beginn der Kämpfe im März 2011 wurden demnach in Syrien insgesamt 250'124 Menschen getötet. Unter den Toten seien 74'426 Zivilisten, darunter 12'517 Kinder.

Ein syrischer Flüchtling auf der griechischen Insel Lesbos am 11. Oktober.<br data-editable="remove">
Ein syrischer Flüchtling auf der griechischen Insel Lesbos am 11. Oktober.
Bild: EPA/ANA-MPA

Die Zahl der Toten unter den für die Regierung kämpfenden Einheiten gab die Beobachtungsstelle mit 91'678 an, darunter allein 52'077 Regierungssoldaten. Ausserdem zählte sie 971 tote Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon. Im August hatte die Beobachtungsstelle die Gesamtzahl der Toten mit 240'381 angegeben.

Die in Opposition zur syrischen Regierung stehende Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Coventry. Sie sammelt und veröffentlicht Informationen über Menschenrechtsverletzungen in Syrien und stützt sich dabei auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort. Von unabhängiger Seite sind die Informationen kaum zu überprüfen.

EU-Spitze spricht sich für Syrien ohne Assad aus

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben auf ihrem Gipfel ihren vollen Einsatz bei der Suche nach einer politischen Lösung des Syrien-Konflikts zugesagt. Mit Machthaber Baschar al-Assad könne es keinen «dauerhaften Frieden» geben, heisst es in der Gipfelerklärung.

Baschar al-Assad hat bei Brüssel keine guten Karten.<br data-editable="remove">
Baschar al-Assad hat bei Brüssel keine guten Karten.
Bild: AP/SANA

Die Regierung von Assad trage die «grösste Verantwortung» für die 250'000 Bürgerkriegstoten, heisst es weiter. Gemeinsam bekundete der Gipfel seine «Sorge über die russischen Angriffe auf die syrische Opposition und Zivilisten und die Gefahr weiterer militärischer Eskalation».

Putin sieht Fortschritte im Kampf gegen den IS

Der russische Präsident Wladimir Putin sieht Fortschritte im Kampf gegen die radikal-islamische IS-Miliz in Syrien. Seine Regierung sei mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, Jordanien und Israel in Kontakt, um im Kampf gegen den Terrorismus zusammenzuarbeiten, sagte Putin am Freitag.

Im Kampf gegen den IS wollen die Regierungen in Ankara und Washington nach türkischen Angaben enger zusammenarbeiten. Bei einem Telefonat hätten Staatschef Recep Tayyip Erdogan und US-Präsident Barack Obama vereinbart, den militärischen Druck auf den IS zu erhöhen, teilte das türkische Präsidialamt am Freitag mit.

(sda/afp/reu/dpa)

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