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Und plötzlich stehen sich im syrischen Bürgerkrieg Regime-Soldaten und Islamisten in nächster Distanz gegenüber ...



Es ist einer der Brennpunkte der vergangenen Monate im syrischen Bürgerkrieg: Die Kleinstadt Zabadani, nahe der Grenze zum Libanon gelegen. Sie war die erste Stadt, die nach Beginn des Aufstands in die Hände der Freien Syrischen Armee (FSA) fiel und ist gleichzeitig von strategischer Wichtigkeit für die ausländischen Unterstützer von Machthaber Baschar al-Assad, für die libanesische Hisbollah und die iranischen Revolutionsgarden.

Von Regime-Soldaten umzingelt: Die Stadt Zabadani

Entsprechend heftig wurde und wird um die Stadt gekämpft. Anfang Juli lancierten die syrischen Regime-Truppen einen Vorstoss zur Rückeroberung der Stadt, in der sich 1'500 bis 2'000 Kämpfer islamistischer Milizen wie Ahrar ash-Sham und der Al-Kaida-affilierten Nusra-Front verschanzt haben sollen. Ihr Abwehrkampf: ziemlich verlustreich. Auch, weil Assads Luftwaffe vor grossflächigen Bombardements offenbar nicht zurückschreckt. 75 Prozent der Stadt sollen unterdessen von von ihm gewogenen Kräften zurückerobert worden sein.

240'000 Tote in vier Jahren

Vor vier Jahren begann der zunächst friedliche, später dann militante Aufstand gegen das Assad-Regime – die Verheerungen im vom Bürgerkrieg zerfressenen Land sind unermesslich. 240'000 Menschen sollen bislang gefallen sein, teilte jüngst die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit – deren Angaben sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen lassen, sich in der Vergangenheit aber als zuverlässig erwiesen haben.

Nur wenige Meter Distanz zwischen Konfliktparteien

Bis am Mittwochmorgen wurde unerbittlich gekämpft. Dann trat ein 48-stündiger Waffenstillstand in Kraft, in der Lebensmittel und medizinische Güter für die zahlreichen, in der Stadt ausharrenden Zivilisten herbeigeschafft werden sollen. Berichten zufolge lassen tatsächlich beide Seiten die Waffen schweigen.

Anders sind denn auch die folgenden Bilder nicht zu erklären: Bewaffnete Aufständische zeigen sich auf einem Balkon. Nur wenige Meter von ihnen entfernt stehen Regime-Soldaten, ebenfalls bewaffnet, ebenfalls nur ihr Gegenüber beäugend. Unklar ist, ob sie den Islamisten ebenfalls bedeuten, sich zu ergeben, wie es in einer ähnlichen Situation auf Videoaufnahme zu sehen sein soll (siehe Video).

Bild

screenshot: twitter

Bild

screenshot: twitter

Noch bis Freitagmorgen um 6 Uhr soll der Waffengang ruhen. Über eine mögliche Verlängerung ist bis anhin nichts bekannt.

Video soll Dialog zwischen Aufständischen und Pro-Assad-Kämpfern in der umkämpften Stadt zeigen

(tat)

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