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Assad auf Blitzbesuch bei Putin.
Bild: AP/POOL RIA NOVOSTI KREMLIN

Bürgerkrieg in Syrien: Russische Kampfjets sollen Klinik bombardiert haben

Offiziell gelten die russischen Luftangriffe in Syrien Terroristen. Doch nach Angaben von Menschenrechtlern wurde nun ein Spital im Nordwesten des Landes attackiert. 13 Menschen sollen dabei getötet worden sein.
22.10.2015, 04:29
Ein Artikel von
Spiegel Online

Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens haben russische Kampfjets nach Darstellung von Menschenrechtlern ein Spital getroffen. Dabei seien 13 Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Spitalmitarbeiter, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

«Der Angriff ereignete sich am Dienstagabend im Ort Samin», hiess es. Die Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen; sie haben sich in der Vergangenheit jedoch häufig als akkurat erwiesen.

Die Klinik wird von der syrisch-amerikanischen Gesundheitsorganisation Sams geführt. Auf ihrer Facebook-Seite bestätigte die Organisation einen gezielten Angriff auf das Spital, sie machte aber keine Angaben zur Herkunft der Kampfflugzeuge. Das Gebäude sei teils schwer beschädigt worden. «Die internationale Gemeinschaft muss handeln, damit diese Attacken aufhören.»

Roter Teppich für Assad

Russland fliegt seit Ende September Luftangriffe in Syrien. Offiziell richten sich die Attacken gegen terroristische Gruppen, vor allem gegen den «Islamischen Staat» (IS). Immer wieder wurden jedoch Gegenden bombardiert, in denen sich die Terrormiliz gar nicht aufhält. Zahlreiche Hinweise sprechen dafür, dass die Regierung in Moskau vor allem Rebellen der Opposition im Visier hat, um so seinen Verbündeten Baschar al-Assad zu stärken.

Jetzt auf

Syriens Machthaber war am Mittwoch nach Moskau gereist, um mit Präsident Wladimir Putin über die Lage in Syrien zu sprechen. Die USA kritisierten Russland wegen des Besuchs: Assad habe Chemiewaffen gegen das eigene Volk eingesetzt, sagte Regierungssprecher Eric Schultz. Dennoch sei ihm der rote Teppich ausgerollt worden.

«Keine politische Zukunft»: Merkel über Assad.<br data-editable="remove">
«Keine politische Zukunft»: Merkel über Assad.
Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel forderte die Regierung in Moskau auf, ihren Einfluss auf Assad geltend zu machen, um eine Tragödie in den Kämpfen um die syrische Stadt Aleppo zu verhindern – zuletzt waren Zehntausende Menschen aus Angst vor russischen Bomben aus der Stadt geflohen. Assad müsse damit aufhören, Fassbomben auf die Menschen zu werfen, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Berlin. «Und ich hoffe, Russland setzt sich dafür ein.»

Auf die Frage, ob sie ein ausländisches Asyl für Assad befürworte, verwies Merkel auf die nötigen Gespräche. «Es führt kein Weg an einer politischen Lösung vorbei. Da wird sicher ein Mann wie Assad keine politische Zukunft haben.» (kad/aar/dpa)

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