International
Südamerika

Nach Protesten in Kuba: Lange Haftstrafen für Demonstrierende

Nach Protesten gegen Regierung in Kuba: Lange Haftstrafen für Demonstrierende

28.04.2024, 20:5828.04.2024, 20:58

Nach Protesten gegen die Regierung hat ein Gericht in Kuba nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehrere Teilnehmer der Demonstrationen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Provinzgericht von Camagüey habe gegen 13 Menschen Freiheitsstrafen zwischen vier und 15 Jahren wegen Aufwiegelung verhängt, teilte die Kubanische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OCDH) mit Sitz in Spanien am Sonntag mit. Zu der längsten Haftstrafe wurde eine damals 21-jährige Frau verurteilt, die Videos von den Protesten gegen die ständigen Stromausfälle im August 2022 in der Stadt Nuevitas in der Provinz Camagüey im Internet veröffentlicht hatte.

«Die Kubanische Beobachtungsstelle für Menschenrechte verurteilt die verhängten Freiheitsstrafen gegen die Teilnehmer der Demonstrationen auf das Schärfste», hiess es in der Mitteilung der OCDH. «Diese brutalen Urteile sind Teil der Repressionen, denen Kubaner ausgesetzt sind, die gegen die aktuelle Situation im Land demonstrieren.»

Kuba steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution von 1959. Unter anderem Lebensmittel, Medikamente und Kraftstoff sind knapp, der Strom fällt häufig lange aus. Die autoritäre Regierung geht hart gegen die seltenen öffentlichen Proteste auf der sozialistischen Karibikinsel vor. Nach Massendemonstrationen im Juli 2021 waren Hunderte Teilnehmer zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Moretti beschäftigte Schwarzarbeiter aus Rumänien – die Sonntagsnews
Neue Ermittlungsergebnisse zur Brandkatastrophe von Crans-Montana sorgen für Aufmerksamkeit und zunehmende Schweizer Ablehnung gegenüber Donald Trump: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Die Direktorinnen von Europol und des Bundesamtes für Polizei haben laut «NZZ am Sonntag» eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen Polizei, Nachrichtendiensten und Militär gefordert. Europol-Direktorin Catherine De Bolle sagte, Polizei, Nachrichtendienste und das Militär müssten künftig mehr Informationen austauschen als bisher. Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés erklärte, Polizeiarbeit müsse in einem breiteren geopolitischen Kontext gesehen werden. Dies müsse jedoch im Rahmen des bestehenden rechtsstaatlichen Rahmens erfolgen. Die organisierte Kriminalität breite sich in Europa und auch in der Schweiz stark aus. De Bolle sagte, Kriminelle rekrutierten «massenweise» Minderjährige für Auftragsmorde. Neben einem intensiveren Informationsaustausch forderten die beiden Polizeichefinnen zusätzliche Mittel für die Polizei. «Polizeiarbeit ist heute auch Landesverteidigung», sagte De Bolle.
Zur Story