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Absurd: Erdogan wirft Niederländern Massaker von Srebrenica vor

14.03.2017, 14:2714.03.2017, 14:48

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Niederlanden im Streit um die Auftrittsverbote seiner Minister das Massaker im bosnischen Srebrenica angelastet. «Wir kennen Holland und die Holländer noch vom Massaker von Srebrenica», sagte Erdogan am Dienstag auf einer Veranstaltung in Ankara. Und weiter: «Wie verdorben ihre Natur und ihr Charakter ist, wissen wir daher, dass sie dort 8000 Bosniaken ermordet haben.»

Erdogan fügte hinzu: «Niemand soll uns Lektionen in Zivilisation geben. Dieses Volk hat ein reines Gewissen. Aber deren Gewissen ist pechschwarz.»

Genozid an den Armeniern

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat Völkermord-Vorwürfe der Türkei als «widerliche Geschichtsverfälschung» zurückgewiesen. Das sei inakzeptabel und unerträglich, sagte Rutte am Dienstag im niederländischen Fernsehen.

Tatsächlich hatten das Massaker in Srebrenica 1995 bosnisch-serbische Truppen verübt. Niederländische Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen hatten den Angreifern die Stadt zuvor allerdings kampflos überlassen.

Bei dem Massaker handelte es sich um den schlimmsten Völkermord nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Das grösste Massaker davor fand im Vorläuferstaat der Türkei, dem Osmanischen Reich, statt: der Genozid an den Armeniern 1915/16 durch türkische Soldaten mit – nach unterschiedlichen Schätzungen – bis zu 1.5 Millionen Toten. Allerdings erkennt die heutige Türkei dies nicht als Völkermord an. (whr/sda/dpa)

Massaker von Srebrenica

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Massaker von Srebrenica
quelle: epa/epa / fehim demir
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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wilhelm Dingo
14.03.2017 14:58registriert Dezember 2014
Es waren die Türken die auf dem Mond gelandet sind! Luther war ein Vorfahre von Erdogan. Der Papst ist in Wahrheit ein Türke!
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Ohniznachtisbett
14.03.2017 14:44registriert August 2016
Die Holländer hatten die Stadt nicht kampflos überlassen. Die Holländer waren erstens Zahlenmässig in krasser Unterzahl und hatten zweitens weder ein UNO Mandat noch sonst irgendeine Legitimation einzugreifen. Hätten sie eingegriffen, wäre dies erstens ein Völkerrechtswidriger Akt gewesen und zweitens wäre der Krieg sonst vielleicht massiv eskaliert. Es ist eine weitere Lüge Erdogans, der schlicht untragbar ist. Leider laufen ihm Millionen Türken hinterher.
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John Smith (2)
14.03.2017 16:22registriert März 2016
Was die meisten hier immer noch nicht zu kapieren scheinen: Erdogan weiss ganz genau, was für einen Quatsch er da erzählt; er tut dies sehr bewusst, um sich vor seinen türkischen Wählern als Verteidiger der nationalen Ehre zu inszenieren. Leider ist zu befürchten, dass diese Taktik auch dieses Mal wieder aufgeht. Diese Taktik hat sich in der Geschichte immer wieder «bewährt», und es braucht nicht viel Fantasie, um zu sehen, wie sie aktuell wieder in vielen Ländern Urständ feiert: von Trump über Petry, Le Pen, Wilders, bis zur SVP.
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