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Absurd: Erdogan wirft Niederländern Massaker von Srebrenica vor



Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Niederlanden im Streit um die Auftrittsverbote seiner Minister das Massaker im bosnischen Srebrenica angelastet. «Wir kennen Holland und die Holländer noch vom Massaker von Srebrenica», sagte Erdogan am Dienstag auf einer Veranstaltung in Ankara. Und weiter: «Wie verdorben ihre Natur und ihr Charakter ist, wissen wir daher, dass sie dort 8000 Bosniaken ermordet haben.»

Erdogan fügte hinzu: «Niemand soll uns Lektionen in Zivilisation geben. Dieses Volk hat ein reines Gewissen. Aber deren Gewissen ist pechschwarz.»

Genozid an den Armeniern

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat Völkermord-Vorwürfe der Türkei als «widerliche Geschichtsverfälschung» zurückgewiesen. Das sei inakzeptabel und unerträglich, sagte Rutte am Dienstag im niederländischen Fernsehen.

Tatsächlich hatten das Massaker in Srebrenica 1995 bosnisch-serbische Truppen verübt. Niederländische Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen hatten den Angreifern die Stadt zuvor allerdings kampflos überlassen.

Bei dem Massaker handelte es sich um den schlimmsten Völkermord nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Das grösste Massaker davor fand im Vorläuferstaat der Türkei, dem Osmanischen Reich, statt: der Genozid an den Armeniern 1915/16 durch türkische Soldaten mit – nach unterschiedlichen Schätzungen – bis zu 1.5 Millionen Toten. Allerdings erkennt die heutige Türkei dies nicht als Völkermord an. (whr/sda/dpa)

Massaker von Srebrenica

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Massaker von Srebrenica
quelle: epa/epa / fehim demir
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