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Terroranschläge an Ostern in Sri Lanka

Zahl der Todesopfer steigt auf 310 – Regierung von Sri Lanka ruft den Notstand aus



Zwei Tage nach der Serie von Selbstmordanschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka ist die Zahl der Todesopfer auf 310 gestiegen. Das erklärte die Polizei am Dienstag.

Mehr als 500 Verletzte wurden demnach noch in Spitälern behandelt. Es habe inzwischen rund 35 Festnahmen gegeben. Mehr als 20 Häuser seien durchsucht worden, hiess es.

In der Nacht zum Dienstag traten Notstandsbestimmungen in Kraft. Staatspräsident Maithripala Sirisena erklärte den öffentlichen Notstand im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der Wahrung der öffentlichen Ordnung und der Sicherung der Versorgung mit Waren und Dienstleistungen für die Bürger, wie es in einer Erklärung des Präsidenten hiess. Mit den Regelungen erhalten Sicherheitskräfte erweiterte Befugnisse, etwa für Durchsuchungen und zur Festnahme von Personen.

epa07520915 Sri Lankan security personal stand guard outside St. Anthony's Church in Kochchikade, Colombo, Sri Lanka, 22 April 2019. According to news reports, at least 290 people have been killed and over 500 injured in a series of blasts during Easter Sunday service at churches and hotels across Colombo on 21 April.   EPA/M.A. PUSHPA KUMARA

Bild: EPA/EPA

Drei Schweigeminuten

Der Dienstag wurde zudem zu einem nationalen Trauertag erklärt. Mit drei Schweigeminuten gedachten die Menschen der Opfer der Anschläge vom Ostersonntag. Die Schweigeminuten begannen am Dienstag um 8.30 Uhr - dem Zeitpunkt, zu dem am Sonntag die erste Bombe detoniert war. Die Flaggen wurden auf Halbmast gesetzt. Für den gesamten Dienstag gilt eine Staatstrauer. Zahlreiche Bestattungen waren geplant.

Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte am Montag die Anschlagsserie auf das Schärfste. Zugleich sprachen er den Familien der Opfer der «abscheulichen und feigen» Anschläge tief empfundenes Mitgefühl aus, wie es in einer Mitteilung hiess.

Den Verletzten werde eine rasche Genesung gewünscht, schreibt das Uno-Gremium in der Mitteilung vom Montag. Terrorismus stelle in all seinen Erscheinungsformen eine der schwerwiegendsten Bedrohungen für den Frieden und die internationale Sicherheit dar, hiess es weiter. Täter, Organisationen und Geldgeber dieser Terrorakte müssten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt werden.

Voll besetzte Kirchen

Bei der Serie von Bombenanschlägen auf Kirchen und Hotels waren hunderte Menschen getötet und verletzt worden. Die Regierung des asiatischen Inselstaates macht eine einheimische Islamistengruppe namens National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die verheerenden Anschläge verantwortlich. Untersucht wird nun, warum Warnungen vor islamistischen Angriffen schon Tage vor den Anschlägen folgenlos blieben.

epa07520425 People light candles as they condemn the deadly bomb blasts in Sri Lanka, during a protest in Karachi, Pakistan, 21 April 2019. According to police at least 207 people were killed and more than 400 injured in a coordinated series of blasts during the Easter Sunday service at churches and hotels in Sri Lanka on 21 April 2019.  EPA/SHAHZAIB AKBER

Trauernde am Tag nach den Anschlägen in Sri Lanka. Bild: EPA/EPA

Die Selbstmordanschläge waren binnen kurzer Zeit auf drei Fünf-Sterne-Hotels in der Metropole Colombo und auf drei Kirchen in Colombo, im nahegelegenen Küstenort Negombo und in der Ostküstenstadt Batticaloa verübt worden. Zu dem Zeitpunkt waren die Kirchen vollbesetzt mit Gläubigen, die die Ostermesse feierten. (sar/sda/dpa)

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