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epa07441394 Handwritten notes are visible at a makeshift memorial for the victims of the mosque mass murders at the Botanical Gardens in Christchurch, New Zealand, 16 March 2019. A gunman killed 49 worshippers at the Al Noor Masjid and Linwood Masjid on 15 March. The 28-year-old Australian suspect, Brenton Tarrant, appeared in court on 16 March and was charged with murder.  EPA/MICK TSIKAS  AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Botschaften gegen den Hass, beim Botanischen Garten in Christchurch, Neuseeland. Bild: EPA

Zahl der Toten bei Christchurch-Anschlag steigt auf 50 – Welle der Solidarität



Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind am Freitag mindestens 50 Menschen getötet worden.

Was wir wissen

DIE OPFER: Insgesamt fielen dem Anschlag 50 Menschen zum Opfer, die meisten in den beiden Moscheen, einige auch davor. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Verletzte. Am Samstag wurden noch 39 Menschen mit Schusswunden in verschiedenen Spitälern behandelt. Vermutet wird, dass alle Opfer muslimischen Glaubens sind. Unter den Toten sind auch Kinder.

DIE FESTNAHMEN: Als mutmasslicher Täter wurde ein 28-jähriger Australier festgenommen. Der Mann sitzt nun unter dem Vorwurf des vielfachen Mordes in Haft. Ihm droht lebenslange Haft. Vermutet wird, dass er alleine schoss.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem «Akt des Terrors».

Ein Polizeisprecher gab zudem bekannt, dass zwei am Freitag festgenommene Männer keine direkte Verbindung zu dem Anschlag und dem Attentäter hätten. Sie seien an einer Polizeisperre festgenommen worden und hätten Schusswaffen bei sich gehabt, sagte der Sprecher.

DIE SOLIDARITÄT: Im ganzen Land löste die Tat eine riesige Welle der Solidarität mit der muslimischen Minderheit aus. Den ganzen Samstag über legten Menschen Blumen vor der Hauptmoschee in Christchurch nieder. Andere spendeten per Crowdfunding Millionen von Dollar oder boten verängstigten Muslimen ihre Begleitung an.

DAS VIDEO: Der Täter zeigte den Angriff live auf Facebook aus der Ich-Perspektive in einem 17-minütigen Video. Dabei trug er einen Tarnanzug. Im Video ist auch zu sehen, dass mehrere Waffen und Magazine mit Namen und Schriftzügen versehen sind. Nach der Tat sagt der Angreifer, er bedauere, die Moschee nicht noch abgebrannt zu haben.

Facebook teilte mit, das Video entfernt und die Profile des Attentäters sowohl auf Facebook als auch auf Instagram gesperrt zu haben. Die Ermittler forderten die Öffentlichkeit dazu auf, die Aufnahmen nicht im Internet zu verbreiten.

DAS LIED: Im Video ist vor der Tat im Auto des Angreifers ein serbisch-nationalistisches Kampflied zu hören. Das bestätigte der bosnische Botschafter in Neuseeland, Mirza Hajrić. Das Lied «Karadzic, führe deine Serben» kursiert im Internet seit einigen Jahren im Zusammenhang mit einem anti-muslimischen Meme. Als Memes werden Bilder und Videos bezeichnet, die im Internet vielfach verbreitet werden.

Was wir nicht wissen

DIE HINTERGRÜNDE: Dazu äusserte sich die Polizei bislang nicht genauer. Begründet wird dies mit laufenden Ermittlungen.

DAS MANIFEST: Im Internet kursiert ein 74-seitiges Schreiben, das der Australier kurz vor der Tat veröffentlicht haben soll. Darin wird eine Tat in Christchurch angekündigt und seine rechtsextreme und fremdenfeindliche Motivation dargelegt. Das Schreiben nimmt auch auf den norwegischen rechtsextremen Massenmörder Anders Behring Breivik Bezug.

Die neuseeländische Polizei sagt bislang nicht, ob sie das «Manifest» für echt hält. Darin heisst es auch, der Attentäter habe kurz Kontakt mit Breivik gehabt. Dazu erklärten sowohl das Gefängnis im norwegischen Skien als auch Breiviks Anwalt, dies sei nahezu unmöglich.

(dsc/sda/dpa)

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Attacke auf zwei Moscheen in Neuseeland

49 Tote, ein Manifest und grosse Trauer

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Das Wort haben die Opfer – warum der Christchurch-Attentäter keine Bühne erhält

In Neuseeland hat die Urteilsverkündung gegen den Attentäter von Christchurch begonnen. Das Wort haben insbesondere die Opfer und Angehörigen. Der Täter selbst erhält keine Plattform – auch weil man aus Prozessen wie jenem gegen Anders Breivik gelernt hat.

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