Filme wie «Der weisse Hai» oder «Deep Blue Sea» prägten unser Bild vom Hai als gefährliches Raubtier. Der neueste Dokumentarfilm «Shark Preyed» von Andrea und Marco Spinelli, der kürzlich auf Amazon Prime erschienen ist, zeigt, dass wenig über das bedrohte Meerestier bekannt ist. Der Film beleuchtet nun das Geschäft rund um den Hai und deckt Überraschendes auf, schreibt die NZZ.
Bislang eher wenig bekannt war, dass die Italienerinnen und Italiener wohl gerne Haifleisch essen: In keinem Land sonst wird so viel Hai importiert. Gemäss der Handelsplattform Wits waren es im Jahr 2022 über 2000 Tonnen. Ein Vergleich mit Spanien zeigt, dass dort 1500 Tonnen importiert wurden. In Frankreich sind es weniger als 500, in Deutschland 5 Tonnen. Bei der Schweiz sind es mit jährlich 800 Kilogramm (Zahl von 2022) vergleichsweise wenig.
Der hohe Konsum von Haifleisch ist überraschend, hat der Hai doch einen schlechten Ruf wegen der bereits genannten Horrorfilme, die bei manchen tiefes Unbehagen hinterliessen.
«Das Bild des Monsters ist eine falsche Projektion von uns Menschen», sagt Andrea Spinelli, der die Meerestiere seit Jahren beobachtet. Er führt weiter aus: «Haie sind neugierig, vorsichtig und intelligent. Sie kommen nur näher, um zu sehen, wer du bist. Dann gehen sie wieder auf Distanz.»
Dass der hohe Haiverschleiss der Italienerinnen und Italiener bislang nicht auffiel, könnte auch an der kryptischen Beschriftung des Fleisches liegen. Auf den Schildern heisst es nämlich Vitello di Mare oder Gattuccio. Diese Praxis ist legal, jedoch nicht transparent, wonach die meisten Konsumenten auch nicht wissen, was sie da kaufen. Vom Kauf des Haifleisches ist zudem abzuraten, da dieses niedrige Nährwerte, aber dafür hohe Quecksilberwerte verzeichnet. Vor allem für Schwangere sei der Verzehr des Fleisches schwerwiegend, schreibt die Zeitung.
Grund für den hohen Konsum des Fleisches dürfte der Preis sein, denn Hai gilt als einer der günstigsten Fische. Gerade mal für drei bis sieben Euro ist ein Kilogramm zu bekommen, wo beispielsweise ein Kilo Goldbrasse bis zu 50 Euro kostet.
Der Haifang ist mangerorts legal. Dabei werden jedes Jahr etwa 100 Millionen Haie getötet, heisst es in der Doku. Mit den illegal erlegten Haien sind es jedoch 270 Millionen. Viele der Tiere werden aus Versehen gefangen, wie etwa beim Thunfischfang. Nach dem Abhacken von Kopf und Flossen ist der Unterschied zu anderen Fischen nicht mehr erkennbar.
Eine der grausamsten Methoden ist das sogenannte «shark finning»: Den Haien werden die Rückenflossen abgeschnitten, und der verstümmelte lebende Hai wird wieder ins Meer geworfen, wo er qualvoll stirbt. Beliebt sind die Haifischflossen beispielsweise in Suppen in einigen asiatischen Ländern. Der Preis für eine Portion: ca. 100 Euro.
Haie gibt es immer weniger: In den letzten fünfzig Jahren ist die Population der Haie um über 70 Prozent geschrumpft. Von einigen Unterarten gibt es noch so wenige, dass sie vom Aussterben bedroht sind. Sind die Haie erstmals weg, gibt es niemanden mehr, der das Zusammenleben unter Wasser reguliert.
Es ist eines von zahlreichen weiteren Problemen wie Überfischung und Temperaturanstieg, was zur Schädigung der Weltmeere beiträgt. (kek)
a) dubiose Fangmethoden
b) Zuchtfische brauchen tonnenweise Beifang als Futter (zBsp 7kg (!) Fischfutter pro 1 kg Zuchtlachs)
c) Gütesiegel wie MSC sind einen Dreck wert, weil "dolphinfriendly" und "nachhaltige Fischerei" schlichtweg Etikettenschwindel sind
d) Haiflossen können/dürfen unter unzähligen Zweitnamen / Decknamen verkauft werden!
wer hat zB schon konsumiert:
- Schillerlocke
- See-Aal
- Steinlachs
- Speckfisch
- See-Stör
- Goldlocke
Das alles ist HAIFISCH-Fleisch!
-> Finger weg!!
Ich esse weder “Meeres Kalb” (vitello di mare) noch Gattuccio... weil ich kein Fleisch und keine gefährdete Fische esse.
In Deutschland sind die Schillerlocken sehr beliebt.
Auch ein gefährdeter Hai.
Betreffend Schadstoffe, ja, gewisse akkumulieren in der Nahrungskette, da wären Algen einem Raubfisch sicherlich vorzuziehen.