Kadaver von Timmy «kann jede Minute explodieren»
Vor der dänischen Insel Anholt spitzt sich die Lage zu: Der verwesende Körper des Timmy genannten Buckelwals erinnert am Donnerstagvormittag an einen Luftballon kurz vor dem Platzen. «Der Wal kann jede Minute explodieren», sagt Wal-Experte Fabian Ritter t-online. «Die Explosionsgefahr ist jetzt schon gegeben.»
Er würde niemandem raten, sich jetzt noch in die Nähe des mit Gasen gefüllten Meeresriesen zu trauen, sagt Ritter. Der Druck steige seit Tagen kontinuierlich an und habe inzwischen einen kritischen Punkt erreicht. «Es ist jetzt wirklich gefährlich.»
Buckelwal Timmy: Ist die Obduktion gefährdet?
Unterdessen läuft der Versuch, den Walkadaver zu bergen und in den Hafen der rund 50 Kilometer entfernten Kleinstadt Grenaa zu bringen. Laut Ritter wurde bereits ein Seil an der Fluke befestigt. Ein Schiff soll das tote Tier fortschleppen, damit es am Strand von Anholt keine Badegäste gefährdet. Der weitere Plan sieht vor, den Kadaver im Hafen von Grenaa zu zerlegen, anschliessend soll der Wal obduziert werden. Bisher sind allerdings mehrere Versuche gescheitert, da Timmy offenbar erneut feststeckt.
Aber kann ein Abtransport angesichts der akuten Explosionsgefahr überhaupt noch gefahrlos gelingen? Ritter dazu: «Das Beste wäre wohl, wenn sich der Körper während des Transportes leicht öffnet und Gase entweichen, ohne dass der Wal explodiert.» Geschieht dies nicht und der Wal kommt in aufgeblähtem Zustand in Grenaa an, gebe es noch die Möglichkeit, den toten Körper gezielt mit einer Lanze zu punktieren. «Aber auch das ist nicht ohne Gefahr», erklärt Ritter.
Wie dänische Medien berichten, bereitet sich der Hafen auf die Ankunft des Wals vor. Wenn alles gut geht, soll das Tier am Donnerstagabend den Hafen erreichen und dort in einen sicheren Bereich gebracht werden. Die Verantwortlichen rufen die Bevölkerung dringend dazu auf, dem Hafen fernzubleiben.

