International
Türkei

Chefredakteur von oppositionellem Sender in Türkei verhaftet

Suat Toktas
Der Chef von Halk TV, Suat Toktas, wurde nach Angaben seines Senders am Mittwochabend in das Istanbuler Gefängnis Silivri gebracht.Bild: X/Suattoktas

Chefredakteur von oppositionellem Sender in Türkei verhaftet

30.01.2025, 12:37

Der Chefredakteur eines oppositionellen Fernsehsenders ist in der Türkei verhaftet worden. Der Chef von Halk TV, Suat Toktas, wurde nach Angaben seines Senders am Mittwochabend in das Istanbuler Gefängnis Silivri gebracht.

Ihm wird nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in einem aufsehenerregenden Fall rund um den Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu das «Abhören und Aufzeichnen von Gesprächen zwischen Personen» vorgeworfen sowie der Versuch, einen Sachverständigen zu beeinflussen. Toktas sagte nach Angaben seines Senders in seiner Verteidigung, er habe nur seine Arbeit als Journalist gemacht.

Der bekannte Journalist Baris Pehlivan und drei weitere Journalisten des Senders wurden zunächst festgenommen und nach dem Verhör unter Auflagen freigelassen.

Istanbuler Bürgermeister im Visier

Imamoglu gilt als möglicher Herausforderer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei einer zukünftigen Präsidentenwahl. Gegen den beliebten Bürgermeister laufen mehrere Verfahren, unter anderem droht ihm ein politisches Betätigungsverbot.

Halk TV hatte ein aufgezeichnetes Telefongespräch zwischen Pehlivan und einem Sachverständigen ausgestrahlt, in dem es um ein Verfahren gegen Imamoglu ging. Imamoglu hatte den Sachverständigen unter anderem beschuldigt, offizielle Dokumente gefälscht zu haben. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
    Aprilscherz an der Schmerzgrenze – Schweizer Botschafter auf WC-Kontrolle
    Der Schweizer Botschafter im Kongo Chasper Sarott hat sich einen 1.-April-Scherz erlaubt, den man auch falsch verstehen kann. Die Reaktionen auf Twitter gehen dementsprechend in beide Richtungen.

    Mit Zug fährt der weisse Geländewagen mit dem Schweizer Fähnli vor. Auftritt Chasper Sarott, Schweizer Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo. Nach einigem Händeschütteln macht er sich an die Arbeit. Sein Programm heute: Prüfen, ob das in der Schweiz «während dreier Wochen» ausgebildete Reinigungspersonal auf der Höhe seiner Aufgabe ist und die Botschaftertoilette ordentlich in Schuss hält. So erzählt es ein Sprecher auf Französisch in dem knapp einminütigen Videoclip, den der Botschafter auf seinem offiziellen Konto auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) am Dienstag veröffentlicht hat.

    Zur Story