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Russland

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten erschiessen Unbewaffnete

Russische Soldaten erschiessen Unbewaffnete – die Kameras haben sie erst danach bemerkt

In einem Autohaus in Kiew haben russische Soldaten Mitte März zwei Männer erschossen – hinterrücks und ohne ersichtlichen Grund. Das Beweismaterial gegen die Täter ist erdrückend.
13.05.2022, 10:0213.05.2022, 11:54
Ein Artikel von
t-online

Kurz unterhalten sich die beiden Männer mit den russischen Soldaten am Werkstor, dann setzen sie ihren Weg fort. Doch sie kommen nur wenige Meter weit, bevor die Soldaten ihre Gewehre anlegen und von hinten auf die beiden Männer schiessen. Getroffen sacken sie zusammen und bleiben auf dem Asphalt liegen.

Es ist ein offensichtliches Kriegsverbrechen, das Überwachungskameras am 16. März am Stadtrand von Kiew festgehalten haben. Das Video können Sie auch oben oder hier sehen.

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Bild: screenshot youtube

Die Aufnahmen wurden dem US-Sender CNN zugespielt, der die Echtheit der Bilder geprüft und mit den Angehörigen der Opfer gesprochen hat. Bei den getöteten Männern handelt es sich demnach um den Besitzer des Autohauses, dessen Kameras den Vorfall festgehalten haben, und den 68 Jahre alten Wachmann der Firma, Leonid Pliats.

Einer der Männer lebte zunächst noch

Warum die Soldaten auf die Männer schossen, ist nicht bekannt. Von Streit oder Spannungen ist nichts zu sehen. Die beiden Männer gehen ruhig weiter, nachdem sie mit den Soldaten gesprochen haben. Der Wachmann lebte nach den Schüssen zunächst noch. Zu sehen ist, wie er es noch einmal auf die Beine schafft und zu seinem Wachhäuschen humpelt.

Rief um Hilfe: Leonid Pliats
Rief um Hilfe: Leonid Pliatsbild: screenshot youtube

Von dort aus rief er laut CNN eine ukrainische Freiwilligeneinheit, die tatsächlich zu Hilfe kam und versuchte, den Wachmann zu retten. Die Helfer schafften es aber nicht sofort, gegen die russische Gegenwehr zu dem Wachmann durchzukommen. Er soll verblutet sein, noch bevor die Helfer ihn aus dem Wachhäuschen befreien konnten.

«Die ganze Welt soll von ihren Verbrechen erfahren»

Während der Wachmann um sein Leben kämpfte und Hilfe rief, machten sich die russischen Soldaten in den Räumen des Autohauses zu schaffen. Sie stahlen dort Fahrräder und einen Motorroller, tranken Whiskey und machten sich in einem Büro breit. Erst dort fiel den Soldaten offenbar auf, dass sie die ganze Zeit gefilmt wurden. Zu sehen ist, wie einer der Soldaten dann eine Kamera mit seinem Maschinengewehr zerstört – er und zwei andere Soldaten sind dabei gut zu erkennen. 

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So hat die Staatsanwaltschaft in der Ukraine inzwischen auch bestätigt, dass sie den gewaltsamen Tod der beiden Männer als Kriegsverbrechen verfolgt – zwei von inzwischen mehr als 10'000 mutmasslichen Fällen. «Mein Vater war ein Zivilist und ein friedlicher Mensch», sagte die Tochter des Wachmanns CNN. «Die Täter müssen verurteilt werden, hoffentlich von einem internationalen Gericht. Die ganze Welt soll von ihren Verbrechen erfahren.»

Verwendete Quellen:

(mk,HM)

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