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Ungarn: Péter Magyar stellt Strafanzeige gegen Ex-Orbán-Regierung

Viktor Orban, Ministerpraesident von Ungarn, aufgenommen im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin, 05.07.2018. Berlin Deutschland *** Viktor Orban Prime Minister of Hungary admitted at a press confer ...
Viktor Orbán: Der ehemalige Regierungschef Ungarns und seine Mitstreiter stehen unter Beobachtung der neuen Regierung.Bild: IMAGO / photothek

Ungarn: Bis zu 20 Säcke mit geschreddertem Material in Keller gefunden

In einem ehemaligen Ministeriumsgebäude in Budapest hat sich offenbar säckeweise kompromittierendes Material befunden. Der neue Regierungschef will durchgreifen.
19.05.2026, 04:3519.05.2026, 04:36
Simon Cleven / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar will Strafanzeige erstatten, nachdem in einem ehemaligen Ministeriumsgebäude verdächtiges Material gefunden wurde. Dabei handelt es sich seinen Angaben zufolge um 15 bis 20 Säcke mit geschredderten Dokumenten sowie Wahlkampfmaterialien der Fidesz-Partei des ehemaligen Regierungschefs Viktor Orbán. Vor allem die Parteiflyer werfen Fragen nach der Verwendung staatlicher Gelder durch die ehemalige Regierung auf.

In einem Video, das Magyar am Sonntag auf Facebook veröffentlichte, erklärt er, dass Mitarbeiter im Keller des ehemaligen Sitzes des Ministeriums für Bauwesen und Verkehr die Materialien gefunden hätten. Auf den Aufnahmen sind geschredderte Papiere, Flugblätter in den Farben der Fidesz-Partei sowie ungarische Fahnen zu sehen. Das Wahlkampfmaterial steht in Verbindung mit dem ehemaligen Fidesz-Minister János Lázár.

Peter Magyar findet mysteriöse Säcke im ungarischen Verkehrsministerium und postet darüber ein Video auf Facebook.
Péter Magyar im ungarischen Verkehrsministerium: Auf Facebook veröffentlichte der ungarische Ministerpräsident ein Video, auf dem Säcke mit geschredderten Dokumenten zu sehen sind.Bild: Facebook

Magyar kündigt Strafanzeige an

Magyar stellte den Verdacht in den Raum, dass es gleich zu mehreren Gesetzesverstössen gekommen sein könnte: illegale Parteienfinanzierung sowie die missbräuchliche Verwendung staatlicher Ressourcen für politische Aktivitäten. Der Regierungschef kündigte eine Strafanzeige an. «Der Rechnungshof hätte diese Angelegenheiten prüfen müssen, und natürlich wird auch die Polizei Ermittlungen aufnehmen», sagte er in dem Video. Über den Stand der Strafanzeige wolle er zu gegebener Zeit berichten.

Nach dem überwältigenden Sieg der Tisza-Partei bei der Parlamentswahl am 12. April hatte die Volksvertretung deren Vorsitzenden Péter Magyar am vorvergangenen Samstag zum Ministerpräsidenten gewählt. Seit der Wahl hat Magyar die von Orbán installierten Verantwortlichen in entscheidenden Institutionen dazu aufgefordert, von sich aus zurückzutreten.

Im Wahlkampf hatte er versprochen, aus Ungarn ein «menschliches und funktionierendes Land» zu machen. Der mutmasslich tief verwurzelten Korruption unter Orbán hat er den Kampf angesagt. Die strafrechtliche Verfolgung korruptionsverdächtiger Politiker und Amtsträger soll seinem Willen zufolge auf rechtsstaatlich saubere Weise erfolgen.

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