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Japan Tokio: Bar schliesst über 40-Jährige aus

RECORD DATE NOT STATED Omoide Yokocho alley in Shinjuku, Tokyo, Japan Omoide Yokocho. High Landmark alleyway featuring a selection of food stalls for simple fare and alcoholic drinks. quality photo, 6 ...
Nur für junge Leute: Eine Bar in Tokio öffnet nur noch für Menschen unter 40 (Symbolbild)Bild: www.imago-images.de

Bar in Tokio schliesst über 40-Jährige aus – und löst Debatte aus

Während Altersuntergrenzen für Bars und Clubs üblich sind, sind obere Altersgrenzen eine Seltenheit. Ein Lokal in Tokio schliesst nun Ältere aus.
01.02.2026, 09:0701.02.2026, 10:51
Melanie Rannow / t-online
Ein Artikel von
t-online

Eine Altersgrenze statt ausgelassener Offenheit: Eine Kneipe im Zentrum Tokios lässt Gäste über 40 Jahre nicht mehr ohne Weiteres hinein. Was die Betreiber als Anpassung an ihr junges Publikum verstehen, empfinden viele als klare Diskriminierung.

Kneipe führt Altersobergrenze ein

Auslöser der Debatte ist das Lokal Tori Yaro Dogenzaka, eine sogenannte Izakaya (preiswerte japanische Kneipe) in Tokios Bezirk Shibuya. Anfang 2026 hing dort laut dem Portal «Japan Today» plötzlich ein auffälliges Schild am Eingang: «Einlass nur für Gäste zwischen 29 und 39 Jahren. Diese Izakaya ist für jüngere Generationen. Kneipe nur für unter 40-Jährige.»

Die Kneipe gehört zu einer grösseren Kette, doch nur der Standort in Shibuya wendet die Altersgrenze bislang an – jedoch nicht ganz so strikt. In kleiner Schrift nennt das Schild mehrere Ausnahmen:

  • Gäste über 39 Jahre dürfen hinein, wenn mindestens eine Person in der Gruppe jünger ist.
  • Freunde und Familienangehörige von Mitarbeitern oder Geschäftspartnern sind ausgenommen.

Hinzu kommt: Die Regel lässt sich rechtlich nicht durchsetzen. Ältere Gäste können also weiter auf einen Einlass bestehen. Laut «Japan Today» prüft das Türpersonal, ob sich Gäste in einem «angemessenen Zustand» befinden und zur Atmosphäre passen. Was genau damit gemeint ist, bleibt offen.

Betreiber des Lokals verteidigen ihre Entscheidung

Die Kette begründet den Schritt mit dem Wunsch nach Harmonie im Lokal. Toshihiro Nagano, PR-Vertreter von Tori Yaro, erklärte «Japan Today», die Kundschaft sei überwiegend jung. Niedrige Preise, schlichtes Design und eine laute, ausgelassene Stimmung zielten genau auf dieses Publikum. «Ältere Gäste beschweren sich häufig, dass es zu laut ist», so Nagano. Die Altersbegrenzung solle sicherstellen, dass alle zufrieden nach Hause gehen.

Die Reaktionen darauf fallen dem Nachrichtenportal «Euronews» zufolge gespalten aus. Im Internet begrüssen einige die klaren Zielgruppen und hoffen auf weniger Konflikte im Alltag. Andere bezeichnen die Regel als diskriminierend und warnen vor Ausgrenzung – gerade in einem Land, dessen Bevölkerung rapide altert. Ein häufig genannter Einwand: Zwischen körperlichem und geistigem Alter bestehe ein Unterschied. Auch Menschen über 40 könnten in ein lebhaftes Umfeld passen.

Auch Südkorea lässt Ältere nicht rein

Ganz neu ist das Konzept mit der Altersobergrenze nicht: In Südkorea existieren seit Längerem bereits «No Seniors Zones» (seniorenfreie Zonen). Besonders im Universitätsviertel Hongdae in Seoul weisen Clubs und Kneipen Gäste über 30 ab, teils sogar schon über 25. Laut Medienberichten nutzen auch Cafés und Sportanlagen solche Regeln, meist mit dem Argument der «passenden Atmosphäre».

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Die beliebtesten Kommentare
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Laborant
01.02.2026 11:31registriert November 2019
Das Ganze lässt sich kulturell nicht 1:1 auf Europa projezieren. In den Asiatischen Ländern herrscht eine enorme Alters/Dienstalters/Abschluss-Hierarchie. In Japan wird vom Dienstälteren nicht nur das Thema am Tisch definiert, sondern auch was getrunken wird und wie schnell getrunken wird. (Nomikai)
Dass jüngere darauf weniger Lust haben, versteht sich von selbst. Früher hat man für das Gehabe immerhin noch eine Arbeitsstelle auf Lebenszeit erhalten... heute ist es reine Schikane.
Das ist nicht nur ein Safe-Space vor Dad-Jokes, sondern vor kulturellen Fesseln.
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