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Nipah-Virus: Teile Asiens besorgt über Krankheit in Indien

Seltenes Nipah-Virus: Teile Asiens wegen Fällen in Indien besorgt

Nur zwei Fälle – doch das Nipah-Virus ist tödlich: Je nach Quelle soll es eine Sterblichkeitsrate von bis zu 92 Prozent aufweisen. Wie reagiert Indien, und warum sorgt das auch in anderen Teilen Asiens für Alarm?
28.01.2026, 10:3928.01.2026, 11:11
Indians standing in a queue outside a hospital wear masks as a precautionary measure against the Nipah virus at the Government Medical College hospital in Kozhikode, in the southern Indian state of Ke ...
In Indien wurden zwei neue Infektionen des Nipah-Virus gemeldet.Bild: AP

Indien hat zwei neue Infektionen mit dem gefährlichen Nipah-Virus gemeldet. Seit Dezember habe es «nur» zwei nachgewiesene Fälle im östlichen Bundesstaat Westbengalen gegeben, teilte das Gesundheitsministerium unter Berufung auf das staatliche Zentrum für Krankheitskontrolle mit. Kursierende Berichte über weitere Infektionsfälle seien falsch. Als Reaktion auf die beiden Infektionsfälle seien die Überwachung, die Labortests und Vor-Ort-Untersuchungen verstärkt worden.

Kontrollen in Thailand

Auf den lokal begrenzten Ausbruch in Indien reagierten andere asiatische Länder mit verstärkten Vorsichtsmassnahmen. In Thailand würden seit dem Wochenende an drei grossen Flughäfen Reisende aus Kolkata – der Hauptstadt des Bundesstaates Westbengalen – kontrolliert, teilte Gesundheitsminister Pattana Promphat mit. Die Temperaturmessungen würden an den Airports Suvarnabhumi und Don Mueang in der Hauptstadt Bangkok sowie auf Phuket vorgenommen.

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Gesundheitsbeamte bei der Kontrolle von Passagieren internationaler Flüge am Flughafen Suvarnabhumi, Thailand.Bild: EPA THE SUVARNABHUMI AIRPORT OFF

Bis Dienstag seien 1700 Passagiere getestet worden – alle Tests seien negativ ausgefallen. Es gebe keinen Grund zur Panik, betonte der Minister. Das Virus sei deutlich schwerer von Mensch zu Mensch übertragbar als das Coronavirus.

Seltene Viruserkrankung

Die Nipah-Virusinfektion ist nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg eine eher seltene, aber schwere Viruserkrankung, die sowohl Menschen als auch Tiere befallen kann. Demnach kommt das Virus in der Natur bei Flughunden vor, kann aber auch auf andere Tiere und auf den Menschen übertragen werden. «Beim Menschen kann es eine Sterblichkeitsrate von bis zu 92 Prozent erreichen.» Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei bei engem Kontakt durch Tröpfchen aus der Atemluft, Husten oder Niesen möglich. Eine Infektion kann symptomlos oder mild verlaufen. Es sind aber auch akute Atemwegserkrankungen und tödliche Entzündungen des Gehirns möglich.

Die Viren können nach Angaben des Instituts auch durch den Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch oder anderen tierischen Produkten übertragen werden oder auch durch das Trinken von rohem Dattelpalmensaft oder anderen Baumsäften, die mit Fledermauskot kontaminiert seien. Vereinzelte Nipah-Ausbrüche gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden seit 1998 Ausbrüche in Asien, einschliesslich Indiens, Bangladeschs, Malaysias, der Philippinen und Singapurs gemeldet.

In Westbengalen seien jetzt zwei Menschen betroffen, die im Dezember zusammen in einem etwa 25 Kilometer nördlich von Kolkata entfernten Privatkrankenhaus gearbeitet hätten, sagte ein Beamter der Gesundheitsbehörde des Unionsstaats. Es werde vermutet, das Virus könnte von einem ungetesteten Patienten, der gestorben sei, übertragen worden sein. Bei den infizierten Personen handelt es sich nach Berichten des indischen Senders NDTV um zwei Krankenpflegerinnen. Sie würden derzeit in einem Spital behandelt.

Wie sieht es in anderen Ländern Asiens aus?

In Japan riefen die Gesundheitsbehörden zu Wachsamkeit auf. An Flughäfen kommen Thermoscanner zum Einsatz, Reisende aus betroffenen Regionen mit Symptomen wie Fieber oder Atembeschwerden müssen mit einer Befragung durch den Quarantänedienst rechnen.

In China verbreiten die Staatsmedien Behördeninformationen, wonach von dem Virusausbruch in Indien derzeit keine besondere Gefahr für das Land ausgehe. Zugleich wurde ebenfalls zu erhöhter Wachsamkeit, insbesondere für Reisende aus betroffenen Regionen, aufgerufen. In sozialen Netzwerken wurden zudem Sorgen laut, da die grosse Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar bevorsteht. (sda/dpa)

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