Das erfolgreichste Auto aller Zeiten wird 60
Er ist kein Statussymbol – er ist ein Werkzeug. Mehr als 55 Millionen Menschen haben ihn gekauft. Damit ist der Toyota Corolla das meistverkaufte Auto der Welt. Er hat Moden überlebt, Krisen und sogar Ikonen wie den VW Käfer. Und während andere Hersteller schwanken, geht Toyota mit ihm für die Zukunft ein bemerkenswertes Risiko ein.
Der Rekord in Zahlen
Seit 1966 ist der Corolla auf dem Markt. In über 150 Ländern gehört er zu den prägenden Modellen. Statistisch gesehen wird alle paar Minuten irgendwo auf der Welt ein Corolla verkauft. Zwölf Generationen haben diesen Erfolg getragen. Und die 13. steht schon bereit.
bild: wikipedia / Ypy31 (CC0 1.0 Universal)
Warum er so lange hält
Der Corolla verdankt seinen Ruf keinem spektakulären Design und auch keiner grossen Emotion. Sein Erfolg begann mit einem einfachen Versprechen: Er funktioniert.
Während westliche Hersteller Mängel oft erst im Alltag der Kunden ausbügelten, setzte Toyota früh auf konsequente Qualitätskontrolle. Das Ergebnis war ein Auto, das selten überraschte. Vor allem: fast nie negativ.
Ob als Taxi in New York oder als Familienauto in Berlin: Der Corolla wurde zum Synonym für Verlässlichkeit. Wer ihn kauft, sucht kein Statement. Er sucht ein Auto, das morgens garantiert anspringt. So einfach kann eine Erfolgsformel sein.
Vernunft mit gelegentlicher Nebenwirkung
Ganz so brav war der Corolla allerdings nicht immer. 1983 brachte Toyota den AE86 auf den Markt: leicht, heckgetrieben, heute eine Legende der Drift-Szene. Dieser Ausreisser gab dem Modell dann doch ein wenig Glanz und hielt die Marke auch emotional im Gespräch. Vernunftauto und Fahrspass schlossen einander plötzlich nicht mehr aus.
Die riskante Wette
Nun steht der Corolla erneut an einem Wendepunkt. Während die Konkurrenten insbesondere aus China zunehmend auf Elektromobilität setzen, geht Toyota einen anderen Weg. Die nächste Generation folgt der sogenannten Multi-Pathway-Strategie: Der Kunde soll wählen können.
Geplant sind Varianten mit effizienterem Verbrennungsmotor, Vollhybrid sowie elektrische Versionen (E-Auto und wohl Plug-in-Hybrid) sowie perspektivisch auch alternative Antriebskonzepte an denen Toyota seit Jahren arbeitet. Die Japaner forcieren daher die Entwicklung von E-Fuels (synthetischen Kraftstoffen) und Wasserstoff-Verbrennungsmotoren. Der Konzern wettet darauf, dass die Welt derzeit noch nicht bereit ist für eine Einbahnstrasse Richtung Strom.
Beobachter sehen darin ein Risiko. Zu grosse Vielfalt kann bremsen. Toyota hingegen sieht darin eine Absicherung.
Ein Auto gegen die Zeit
Der Corolla hat seine Rivalen nicht nur überholt. Er hat sie überlebt. Ob er auch den radikalen Umbau der Autoindustrie übersteht, entscheidet sich in den kommenden Jahren. Totgesagt jedenfalls wurde dieses Auto schon oft. Aber es fährt noch immer.
Verwendete Quellen:
- autorevue.at: Toyota Corolla: 1966 bis heute
- mag.toyota.co.uk: Toyota Corolla history: our most successful model (Englisch)
- gomechanic.in: Toyota Corolla: 60 Years of class – History & Present (Englisch)

