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US-Wahlen 2016

Experten entdecken Hinweise auf Wahl-Betrug – wird Trumps Sieg untersucht?

An elections official demonstrates a touch-screen voting machine at the Fairfax County Governmental Center in Fairfax, Virginia, U.S. on October 3, 2012. REUTERS/Jonathan Ernst/File Photo
Wahlgerät in Virginia (2016).Bild: JONATHAN ERNST/REUTERS

Experten entdecken Hinweise auf Wahlbetrug – wird Trumps Sieg untersucht?

23.11.2016, 10:1223.11.2016, 14:49
Kian Ramezani
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Ein Jurist und ein IT-Experte drängen Hillary Clinton, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl anzufechten. Dies berichtet das «New York Magazine». Wahlrechtsanwalt John Bonifaz und der Direktor des Instituts für IT-Sicherheit und Gesellschaft der Universität Michigan, J. Alex Halerman, wollen Hinweise gefunden haben, wonach die Resultate in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania manipuliert oder sogar gehackt worden sind. Trumps unerwartet gute Abschneiden in diesen drei Swing States besiegelte Clintons Niederlage.

In einer Telefonkonferenz vergangenen Donnerstag mit Clintons Wahlkampf-Chef John Podesta und ihrem Chefjuristen Marc Elias erklärten die beiden, was sie herausgefunden haben: Demnach soll Clinton in Wisconsin in jenen Wahlbezirken mit elektronischen Wahlgeräten sieben Prozent weniger Stimmen erhalten haben als in anderen, wo Scanner und Papierzettel verwendet wurden. Hochgerechnet könnte Clinton so um 30'000 Stimmen gebracht worden sein – sie verlor Wisconsin mit 27'000.

Bonifaz und Halerman haben keine Beweise für Wahlfälschung gefunden, empfehlen aber eine unabhängige Untersuchung einschliesslich Nachzählung und forensischer Prüfung der Wahlgeräte. Nicht zuletzt deshalb, weil die Obama-Regierung Russland beschuldigt hat, die demokratische Partei gehackt zu haben.

Trump steht derzeit bei 290 Elektorenstimmen, Clinton bei 232. Michigans 16 Elektorenstimmen sind hierbei noch nicht zugeteilt, da die Auszählung noch immer läuft. Clinton müsste Michigan und sowohl Wisconsin (10 Stimmen) als auch Pennsylvania (20) gewinnen, um Trump die Mehrheit der Elektorenstimmen zu entreissen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor (zugunsten Clintons) sind die sogenannten «Faithless Electors» («treulose Wahlmänner»), die nicht gemäss ihrer Parteizugehörigkeit stimmen. Mindestens sechs von ihnen haben angedeutet, dass sie Trump nicht wählen werden.

«Unsere Gründungsväter haben das Elektorensystem als letzte Verteidigungslinie konzipiert. Wir müssen alles mögliche tun, damit wir einen republikanischen Kandidaten haben, der unsere amerikanischen Werte verteidigt.»
Michael Baca, republikanischer Elektor aus Colorado.quelle: cnn

Sollte sich Clinton entscheiden, die Wahl anzufechten, dann müsste sie sich beeilen. Die Deadline in Wisconsin ist am Freitag, in Pennsylvania am Montag und in Michigan am nächsten Mittwoch. Die Obama-Regierung rät ihr offenbar davon ab und will sich stattdessen auf die geregelte Übergabe an Trump konzentrieren.

Nate Silver: «Bullshit»

Umfrage-Guru Nate Silver hält nicht viel von den Anschuldigungen, wie Leser sys64738 kommentiert:

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95 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Döst
23.11.2016 11:04registriert Februar 2016
Bzgl. Manipulation ist ein physischer Stimmzettel immer noch ungeschlagen. Und dass man diese Zettel innerhalb eines halben Tages auszählen kann, beweist die Schweiz mehrmals pro Jahr (Gruss an Michigan).
Elektronische Abstimmungen in der CH stehe ich kritisch gegenüber, da kein Vorteil (Sicherheit, Einfachheit, Schnelligkeit).
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SeDahkLohd
23.11.2016 10:19registriert Oktober 2014
Was haben die Leute in Michigan die letzen 2 Wochen getan? Oder wieso sind die Stimmen dort noch nicht ausgezählt?
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gudis
23.11.2016 10:43registriert Mai 2016
Stellt euch mal vor Clinton hätte gewonnen und plötzlich kämen irgendwelche "Experten", die behaupten, dass die Wahl gefälscht war. Alle würden lachen und sagen, dass der Donald die Resultate einer demokratischen Wahl akzeptieren muss.
Erinnert ihr euch noch, als Trump sagte, er würde eine Niederlage nicht akzeptieren? Die ganze Welt war (korrekterweise) entrüstet.
Im Artikel steht sogar, dass es keine Beweise für Wahlbetrug gibt. Obwohl ich gegen Trump bin, glaube ich nicht, dass da etwas dran ist.
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