International
USA

Alex Jones muss mehr als 4 Millionen Dollar Entschädigung zahlen

Verschwörungserzähler Alex Jones muss mehr als 4 Millionen Dollar Entschädigung zahlen

05.08.2022, 06:4605.08.2022, 06:46

Der US-Verschwörungserzähler Alex Jones muss wegen seiner falschen Behauptungen zu einem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut mehr als 4 Millionen US-Dollar Entschädigung an die Eltern eines Opfers zahlen. Das entschied ein Gericht am Donnerstag in Texas, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten.

FILE - In this Aug 3, 2022 file photo, conspiracy theorist Alex Jones attempts to answer questions about his emails during trial at the Travis County Courthouse in Austin. An attorney representing two ...
Alex Jones am Mittwoch vor Gericht.Bild: keystone

Jones hatte in der Vergangenheit behauptet, dass der Amoklauf im Dezember 2012 von Schauspielern inszeniert worden sei. Ein 20-Jähriger hatte in Newtown 20 Schulkinder und sechs Lehrer erschossen.

Die Eltern des Opfers hatten den rechten Radiomoderator wegen seiner Behauptungen verklagt. Sie hatten zuvor geschildert, welche Auswirkungen die Lügen des 48-Jährigen gehabt hätten. Sie forderten 150 Millionen US-Dollar als Entschädigung.

Der Anwalt des Verschwörungserzählers argumentierte, die Kläger hätten nicht beweisen können, dass die Worte seines Mandanten tatsächlich Schaden verursacht hätten. Es soll nun noch einen separaten, kürzeren Prozess geben, bei dem es um einen weiteren Schadenersatz geht. Dieser könnte zusätzlich zuerkannt werden, wenn das Gericht das Verhalten Jones' als besonders anstössig einstuft.

Jones hat in der Vergangenheit immer wieder diverse Verschwörungserzählungen verbreitet und zum Beispiel behauptet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei.

Der Anwalt der Kläger, Mark Bankston, sagte nach der Entscheidung am Donnerstag laut «New York Times»: «Ich hoffe, dass alle andere Medien-Leute, die das sehen und sich denken, dass sie Menschen derart diffamieren können, nun wissen, dass es dafür sehr teure Konsequenzen gibt.» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Gott ist wie mein Papi» – ICF-Freikirchler erzählt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Trumps Krach mit Medien überschattet Xi-Besuch
Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und Medienhäusern um den Zugang zum Weissen Haus überschattet in den Vereinigten Staaten den Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping. Grosse US-Sender strahlten am Donnerstag in ihrem linearen TV-Programm deutlich weniger zu dem Treffen in Washington aus, als es sonst bei solch Gipfeln üblich ist. Live-Übertragung fehlte. Trump hatte zum Auftakt des Besuchs im Weissen Haus angekündigt, man werde Fragen im Kontext von Sicherheit, Technologie und KI erörtern.
Zur Story