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Russischer Öltanker im Nordatlantik: USA beschlagnahmen Frachtschiff

Hier entern die US-Soldaten den Tanker.Video: twitter/@Sec_Noem

USA beschlagnahmen Tanker, der unter russischer Flagge fährt – mit britischer Hilfe

Das US-Militär hat einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker beschlagnahmt. Der Zugriff im Nordatlantik sei wegen «Verstössen gegen US-Sanktionen» erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit. Auch ein Schiff in der Karibik wurde gestoppt.
07.01.2026, 15:0307.01.2026, 22:46

Ein mutmasslich vor einer US-Kontrolle geflohener Öltanker sorgt für Spannungen zwischen Russland und den USA im Nordatlantik. Das Frachtschiff «The Marinera» soll sich unter russischer Flagge fahrend derzeit zwischen Island und Schottland befinden.

Die Grafik zeigt die Route Tankers in den letzten 14 Tagen. Die letzten Daten stammen von Mittwochmorgen um 10:00 Uhr.
Die Grafik zeigt die Route Tankers in den letzten 14 Tagen. Die letzten Daten stammen von Mittwochmorgen um 10:00 Uhr.Bild: shipinfo.net

Zuvor soll es – noch mit anderem Namen auf dem Weg nach Venezuela – plötzlich den Kurs geändert haben, um der Durchsuchung durch die US-Küstenwache zu entgehen, wie das «Wall Street Journal» und der Sender CBS berichteten.

Russland hat den Berichten zufolge ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsendet. Die Nachrichtenagentur PA berichtete, ein britisches Aufklärungsflugzeug soll entlang der Route des Schiffes unterwegs gewesen sein.

Die Beschlagnahmung des Tankers wurde von der US-Küstenwache und dem US-Militär ausgeführt. Die New York Times schreibt, die US-Coast Guard habe den Tanker erfolgreich geentert und sei dabei auf keinen Widerstand der Besatzung gestossen.

Das europäische Kommando der Vereinigten Staaten bestätigte die Beschlagnahmung über die Plattform «X» und veröffentlichte eine entsprechende Stellungnahme.

Britisches Militär unterstützte US-Operation

Das britische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass es die Beschlagnahmung der USA des unter russischer Flagge fahrenden Tankers unterstützt hat. Dazu setzte das britische Militär unter anderem Flugzeuge der Royal Air Force ein. Die Aktion war laut des britischen Verteidigungsministers John Healey «Teil der weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung von Sanktionsverstössen», berichtet BBC.

«Die USA sind der wichtigste Verteidigungs- und Sicherheitspartner des Vereinigten Königreichs», so ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer.

USA: Beschlagnahmter Tanker transportiert Öl auch aus Iran

Der Tanker transportiert nach US-Angaben nicht nur Erdöl aus Venezuela, sondern auch aus dem Iran. US-Justizministerin Pam Bondi schrieb auf der Plattform X, die USA hätten einen Befehl zur Beschlagnahmung des Rohöltankers vollstreckt, «der für den Transport von sanktioniertem Öl aus Venezuela und dem Iran verantwortlich ist». Wohin das Öl aus dem nun beschlagnahmten Schiff transportiert werden sollte, wird aus Bondis Mitteilung nicht deutlich.

Das Schiff sei wegen seiner Rolle «in einem Netzwerk zur Umgehung von Sanktionen, das für die Unterstützung ausländischer terroristischer Organisationen verantwortlich ist», in das Visier der USA geraten, schrieb Bondi.

Bondi schrieb weiter, gegen die Besatzungsmitglieder des Schiffs werde umfassend ermittelt, weil sie den Anweisungen der Küstenwache nicht Folge geleistet und versucht hätten zu fliehen. Gegen alle schuldigen Akteure würden strafrechtliche Schritte eingeleitet.

Das Justizministerium überwache zudem mehrere andere Schiffe im Hinblick auf ähnliche Durchsetzungsmassnahmen. «Jeder, der sich auf einem Schiff befindet und den Anweisungen der Küstenwache oder anderer Bundesbeamter nicht Folge leistet, wird überprüft und mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt.»

US-Militär: Zweiter Öltanker in der Karibik beschlagnahmt

Das US-Militär hat ausserdem bekannt gegeben, einen zweiten mit Venezuela in Verbindung stehenden Öltanker in der Karibik beschlagnahmt zu haben.

Das Schiff, ein «staatenloser, sanktionierter Tanker der dunklen Flotte», wurde in einer Operation vor Tagesanbruch aufgebracht, heisst es in einer Erklärung des US-Militärs.

«Das aufgebrachte Schiff, die M/T Sophia, war in internationalen Gewässern unterwegs und führte illegale Aktivitäten in der Karibik durch. (...) Die US-Küstenwache eskortiert die M/T Sophia zur endgültigen Entsorgung in die USA.»
Video: twitter/@Sec_Noem

Kristi Noem, US-Ministerin für Innere Sicherheit, bestätigt auf ihrem X-Account die Beschlagnahmung zweier Tanker. Beide Schiffe hätten entweder zuletzt in Venezuela vorgehabt, Anker zu setzen oder seien auf dem Weg dorthin gewesen.

Russland betrachtet die Lage mit Sorge

US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor der militärischen Operation in Venezuela mit der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro eine Seeblockade für sanktionierte Öltanker angeordnet, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen.

«The Marinera» soll den Berichten zufolge zuvor als «Bella 1» Öl aus Venezuela und dem Iran transportiert haben. Russland wird von den westlichen Alliierten beschuldigt, alte Tanker zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen.

Das Aussenministerium in Moskau teilte der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, Russland betrachte die aussergewöhnliche Situation mit Besorgnis. Das russische Aussenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker.

«Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern», hiess es vom Ministerium nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen.

Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäss registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hiess es. Diese sei ordnungsgemäss und nach internationalem Recht erteilt worden.

Das Schiff befahre derzeit unter der Flagge der Russischen Föderation in Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts die Gewässer des Nordatlantiks.

Aus unverständlichen Gründen schenkten das US-Militär und die Nato seinem zivilen Status nicht angemessene erhöhte Aufmerksamkeit, hiess es. Schon seit einigen Tagen folge dem Tanker ein Schiff der US-Küstenwache, obwohl er ungefähr 4000 Kilometer von der US-Küste entfernt sei.

Dem «Wall Street Journal» zufolge wollte der Tanker ursprünglich in Venezuela anlegen und soll derzeit ohne Fracht unterwegs sein.

Nach der Kursänderung soll die US-Küstenwache dem Schiff gefolgt sein – erst dann soll die Besatzung die russische Flagge auf die Seite des Schiffes gemalt und die Registrierung geändert haben.

Das Southern Command der USA schrieb am Dienstag auf der Plattform X, sich sanktionierten Schiffen und Akteuren entgegenzustellen. (nib/hkl/sda/dpa)

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203 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Okay, Boomer
07.01.2026 14:13registriert Juli 2022
Ist Donald nach seinem Maduro-Coup jetzt mutig geworden und geht endlich gegen Putin vor?
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JBV
07.01.2026 14:47registriert September 2021
"Das Schiff befahre derzeit unter der Flagge der Russischen Föderation in Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts die Gewässer des Nordatlantiks."

Mag sein, gibt ja auch nicht viele Normen auf Hoher See.

"Nach der Kursänderung soll die US-Küstenwache dem Schiff gefolgt sein - erst dann soll die Besatzung die russische Flagge auf die Seite des Schiffes gemalt und die Registrierung geändert haben."

Mal eben die Registrierung auf Hoher See ändern... bin da nicht so drin... ist das üblich?
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ImmerMitderRuhe
07.01.2026 14:30registriert Februar 2023
Putin unter Druck setzen und zeigen wo der Hammer hängt.
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