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US-Ministerin Noem: Venezuelas Präsident Maduro «muss weg»

US-Ministerin Noem: Venezuelas Präsident Maduro «muss weg»

23.12.2025, 09:0523.12.2025, 09:05

Die US-Regierung will Venezuelas autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro nach Angaben von Heimatschutzministerin Kristi Noem aus dem Amt jagen. Es gehe nicht nur um die Beschlagnahmung von Öltankern der sogenannten Schattenflotte auf dem Weg von oder nach Venezuela, es gehe auch darum, gegen die illegalen Aktivitäten vorzugehen, an denen sich Maduro beteilige, sagte die Ministerin dem Sender Fox News. «Er muss weg», sagte Noem.

Homeland Security Secretary Kristi Noem appears before the House Committee on Homeland Security on Capitol Hill in Washington, Thursday, Dec. 11, 2025. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Kristi Noem
Kristi Noem stellt sich gegen Nicolás Maduro.Bild: keystone

US-Präsident Donald Trump setzt Maduro zunehmend unter Druck – mit Sanktionen, Angriffen auf angebliche Drogenboote, einem massiven Militäraufmarsch in der Karibik sowie zuletzt auch mit der Beschlagnahmung von Öltankern. Der Verkauf von Öl ist für den venezolanischen Staat die wichtigste Devisen- und Einnahmequelle.

Trump hat zuletzt kaum Zweifel daran gelassen, dass er sich ein Venezuela ohne Maduro wünscht. Zuletzt sagte er etwa, dessen Tage an der Staatsspitze seien gezählt. Gleichzeitig vermied Trump es bislang, so offen einen Machtwechsel zu fordern, wie es nun Noem getan hat.

Noem spricht von einem «Feind der Vereinigten Staaten»

Noems Ministerium untersteht die Küstenwache, die an der Beschlagnahmung von Öltankern beteiligt ist. «Wir halten nicht nur diese Schiffe auf, sondern wir senden auch weltweit die Botschaft, dass die illegalen Aktivitäten, an denen sich Maduro beteiligt, keinen Bestand haben können. Er muss weg», sagte Noem im Interview mit Fox News. Maduro sei am Schmuggel von Drogen beteiligt, «die die nächste Generation Amerikaner töten», sagte Noem weiter. «Es handelt sich um einen Feind der Vereinigten Staaten, gegen den wir entschlossen handeln.»

Trumps Regierung wirft Maduro vor, ein von den USA als Terrororganisation eingestuftes Drogenkartell zu kontrollieren und für den Schmuggel von Rauschgift in die USA verantwortlich zu sein. Experten zufolge ist Venezuela aber kein wichtiges Produktionsland von Drogen, sondern dient eher als Transitland – vor allem für den europäischen Markt. Maduro wirft Washington vor, unter dem Vorwand des Kampfes gegen Drogen einen Machtwechsel in Venezuela erzwingen zu wollen.

Trump hat bisher öffentlich keine konkreten Angaben dazu gemacht, wen die USA nach einem möglichen Abgang Maduros in Venezuela gerne an der Macht sehen würden. Ein plötzliches Machtvakuum nach Jahren der autoritären Herrschaft könnte das Land ins Chaos stürzen und die gesamte Region destabilisieren. Wegen einer anhaltenden Wirtschaftskrise in Venezuela sind in den vergangenen Jahren bereits Millionen Venezolaner ins Ausland geflohen, vor allem in Nachbarländer wie Kolumbien. (dab/sda/dpa)

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36 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lohner
23.12.2025 10:01registriert August 2025
Trump muss auch weg - so schnell wie möglich.
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Doppelpass
23.12.2025 10:08registriert Februar 2014
Volltext: "Maduro muss weg, sonst kommen wir nicht ungehindert an das ganze Öl."
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Pek
23.12.2025 09:37registriert September 2020
Amerika lernt nichts. Geld- und Machtgier machen blind. 1953 wurde der iranische Präsident Mossadegh mit Hilfe der CIA gestürzt, nachdem er die englischen und amerikanischen Ölkonzerne enteignet und die Ölförderung verstaatlicht hatte. Die Erdölerträge sollten dem iranischen Volk zu Gute kommen. Danach folgte der Schah mit seiner berüchtigten Geheimpolizei. Seither haben die USA im Iran nichts mehr zu bestellen. Im Irak und in Afghanistan auch nicht. Und jetzt Venezuela…
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