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US-Historiker warnt vor Putschversuch durch Trump mit Iran-Krieg

President Donald Trump speaks with reporters in the James Brady Press Briefing Room at the White House, Monday, April 6, 2026, in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
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Der Historiker Timothy Snyder sieht im Iran-Krieg Donald Trumps vor allem innenpolitische Motive.Bild: keystone

US-Historiker sieht Iran-Krieg als «Putschversuch» durch Trump

Der renommierte US-Historiker Timothy Snyder warnt: Donald Trump könnte den Krieg im Iran für einen Staatsstreich in den USA nutzen.
07.04.2026, 10:3307.04.2026, 10:46
Anna-Lena Janzen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der US-Historiker Timothy Snyder hat am Dienstag in einem Essay auf seiner Webseite und in einem ausführlichen Thread auf der Plattform X vor einem möglichen «nächsten Putschversuch» durch Donald Trump gewarnt. Snyder, ein renommierter Osteuropa-Experte und Autor von Bestsellern wie «Über Tyrannei», beschreibt darin mehrere Szenarien, wie demokratische Systeme in autoritäre Herrschaft kippen könnten.

In einem langen Thread auf X wird Snyder deutlich: «Angesichts Trumps Drohungen an Ostern, neue Kriegsverbrechen in Iran zu begehen, sollten wir ein oder zwei Schritte vorausdenken an einen mit dem Krieg verbundenen Staatsstreich. Und diesen dann verhindern», schrieb er. «Warum ist Trump so begeistert davon, die iranische zivile Infrastruktur zu zerstören? Das wird den Krieg nicht gewinnen. Wahrscheinlich steckt ein anderer Grund dahinter: Er will eine iranische Reaktion provozieren, die er für seine eigenen Zwecke nutzen kann.»

Im Zentrum seiner Beiträge steht die These, Trump könne im Zuge des Krieges mit dem Iran eine innenpolitische Krise gezielt herbeiführen oder instrumentalisieren – etwa durch einen provozierten oder sogar inszenierten Anschlag («False Flag»), der Teheran zugeschrieben werde. Ziel sei es, von aussenpolitischen Problemen abzulenken und eine Lage zu schaffen, die den Einsatz des Militärs im Inland rechtfertige.

Snyder: «Wir sollten dieser historischen Tatsache nicht ausweichen»

«Einen Vorfall aus Kriegszeiten auszunutzen, um die totale Macht an sich zu reissen, ist normales tyrannisches Verhalten», so Snyder. Er verweist auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, der 1999 im Kontext von Anschlägen in Moskau an Einfluss gewonnen habe. Provokation sei keine komplexe Form der Politik, so Snyder. Auch Trump sei klug genug, um das zu wissen.

Neben diesem Szenario skizziert Snyder in seinem Essay vier weitere Wege in die Diktatur, die aus der Geschichte bekannt sind. Die USA seien strukturell anfällig für einen Staatsstreich aufgrund der aktuellen Konstellation aus Krieg und den in wenigen Monaten anstehenden Midterm-Wahlen. Es läge an den Menschen, den historischen Fakten nicht auszuweichen, so Snyder. Wenn die Menschen ein solches Szenario als unrealistisch abtäten, würden sie es nur noch wahrscheinlicher machen.

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US-Historiker Timothy Snyder: Einer von vielen Kritiker Trumps.Bild: imago

Snyder ist einer der führenden Intellektuellen der USA, als Historiker hat er vorwiegend die Geschichte Osteuropas und des Holocaust erforscht. Früher lehrte er an der Yale University im US-Bundesstaat Connecticut, nach Trumps Wiederwahl liess er sich dort beurlauben und trat eine Professur an der Universität Toronto in Kanada an.

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quelle: keystone / maya levin
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