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Kritik an US-Plänen zur Schliessung von Klimaforschungszentrum

FILE - A formerly sunken boat sits on cracked earth hundreds of feet from the shoreline of Lake Mead at the Lake Mead National Recreation Area on May 10, 2022, near Boulder City, Nev. (AP Photo/John L ...
Ein ehemals gesunkenes Boot liegt am 10. Mai 2022 in der Lake Mead National Recreation Area in der Nähe von Boulder City auf rissiger ErdeBild: keystone

Kritik an US-Plänen zur Schliessung von Klimaforschungszentrum

22.12.2025, 19:2722.12.2025, 19:27

Aus der internationalen Wissenschaft kommt zunehmend scharfe Kritik an den Plänen der US-Regierung, eines der weltweit wichtigsten Klimaforschungszentren zu schliessen. Die Entscheidung füge nicht nur den USA selbst, sondern der weltweiten Wetter- und Klimaforschung erheblichen Schaden zu, betonten zahlreiche Experten, US-Medienberichten zufolge. Auch Fachleute aus Deutschland äusserten sich auf Anfrage des Science Media Center (SMC) alarmiert.

Weltweit genutzte Daten und Infrastruktur

Das geplante Aus für das National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder im US-Bundesstaat Colorado sei ein «grosser Schock» für die internationale Atmosphären- und Klimaforschung, erklärten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler demnach.

FILE - A man rides a bike to work at a U.S. National Center for Atmospheric Research facility in Boulder, Colo., Oct. 1, 2013. (AP Photo/Brennan Linsley, File)
Trump Climate Lab
Das US National Center for Atmospheric Research Center in Boulder, Colorado.Bild: keystone

Das Zentrum sei seit Jahrzehnten ein zentraler Knotenpunkt für Forschung, Daten und Ausbildung. Ausserdem stelle das NCAR weltweit genutzte Wetter- und Klimamodelle, umfangreiche Datensätze, Supercomputer und Messinfrastruktur bereit. Viele dieser Angebote seien als offene Gemeinschaftsressourcen aufgebaut worden und bildeten die Grundlage für Forschung auch in Deutschland und Europa.

Der Direktor des Leipziger Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS), Andreas Macke, bezeichnete die angekündigte Schliessung als kaum nachvollziehbar, gerade für ein Land wie die USA, das stark von Extremwetterereignissen betroffen sei. Europa müsse nun stärker Verantwortung übernehmen und die eigene Atmosphärenforschung ausbauen, wie er dem SMC sagte.

Trump-Regierung begründet Schritt mit «Klima-Alarmismus»

In einem Kommentar im britischen «Guardian» bezeichneten zwei Experten den Schritt als einen ideologisch motivierten Angriff auf die Klimawissenschaft. US-Haushaltsdirektor Russ Vought erklärte in der vergangenen Woche, dass das NCAR eine der grössten Quellen von «Klima-Alarmismus» in den USA sei. Wichtige Forschungsaktivitäten wie die Wetterforschung sollten demnach an andere Einrichtungen verlagert werden.

Das National Center for Atmospheric Research wurde 1960 gegründet und beschäftigt mehrere hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es erforscht Prozesse der Atmosphäre von der Wolkenbildung über Luftchemie bis hin zu globalen Klimamodellen und betreibt leistungsfähige Supercomputer. Das Institut wird bislang überwiegend aus US-Bundesmitteln finanziert. (sda/dpa)

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Yolo
22.12.2025 20:05registriert Mai 2015
Wenn einem die Ergebnisse als Folgen der eigenen Politik nicht passt, schliesst man den Laden und das Problem ist gelöst. Wenn im Leben alles so einfach wäre… 🧐
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Shinobi
22.12.2025 20:07registriert November 2016
Aber das ist doch absolut konsequent von der US Regierung. Die Tatsachen aus der Klimaforschung stören eben stark ihr Vorgehen in der Politik, also schliessen sie, in dem Sinn, die Wissenschaft. Macht doch Sinn. Machen die Tipsitopsy.
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