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Donald Trump besucht Indien: «Der grösste Event, den das Land je hatte»

«America first» trifft auf «Make in India»: Trump spricht vor 100'000 Indern

24.02.2020, 06:4024.02.2020, 16:18

Donald Trump in Indien

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Donald Trump in Indien
Donald Trump hält sich zurzeit in Indien auf, hier ein paar Bilder dazu.
quelle: ap / michael wyke
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«America first» trifft auf «Make in India»: Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen hat US-Präsident Donald Trump am Montag seinen ersten Staatsbesuch in Indien begonnen.

Regierungschef Narendra Modi empfing den US-Präsidenten und dessen Ehefrau Melania im grössten Kricket-Stadion der Welt in der Stadt Ahmedabad. Zum Sonnenuntergang wollte das US-Präsidentenpaar danach zum weltberühmten Mausoleum Tadsch Mahal fliegen.

Nach den medienwirksamen Auftritten am Montag sollen am Dienstag bilaterale Gespräche in Neu Delhi stattfinden. Konkrete Ergebnisse werden von dem Staatsbesuch nur wenige erwartet.

Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden grössten Demokratien der Welt sind seit langem problematisch und haben sich unter Trump und Modi weiter verschlechtert. Trumps Parole «Amerika zuerst» steht Modis Mantra «Make in India» (etwa: Produziert in Indien) gegenüber.

U.S. President Donald Trump, first lady Melania Trump, and Indian Prime Minister Narendra Modi arrive for a "Namaste Trump," event at Sardar Patel Stadium, Monday, Feb. 24, 2020, in Ahmedaba ...
Bild: AP

«König der Zölle»

Washington stösst sich an der traditionell protektionistischen Handelspolitik Indiens. Trump bezeichnete das Land als «König der Zölle». Vor dem Staatsbesuch sagte er, das asiatische Land habe «uns viele, viele Jahr sehr, sehr hart getroffen».

Laut Medienberichten könnten Trump und Modi kleinere Abkommen unterzeichnen, in dem es um die Einfuhr von Harley-Davidson-Motorrädern und US-Milchprodukten sowie Rüstungsverträge geht. Doch auch wenn ein 2,4 Milliarden-Dollar-Deal für US-Helikopter unterzeichnet werden könnte, bleibt Russland der grösste Rüstungspartner Indiens. Auch um die Lieferung von sechs Atomreaktoren könnte es gehen, Ergebnis eines Nuklearvertrags aus dem Jahr 2008.

U.S. President Donald Trump and Indian Prime Minister Narendra Modi wave after a "Namaste Trump," event at Sardar Patel Gujarat Stadium, Monday, Feb. 24, 2020, in Ahmedabad, India. India pou ...
Bild: AP

Gemeinsame Sorge

In politischer Hinsicht blicken beide Staaten mit Sorge auf das Machtstreben Chinas, in der Verteidigungspolitik arbeiten sie enger zusammen. Hingegen reagierte Indien empört auf Trumps Vermittlungsangebot im Kaschmirkonflikt mit Pakistan und auf Kritik aus Washington an dem umstrittenen indischen Staatsbürgerschaftsgesetz.

Kritiker werfen Modis hinduistisch-nationalistischer Partei BJP vor, damit die 200 Millionen Muslime im Land zu diskriminieren. Die landesweiten Proteste gegen das Gesetz dauern an.

Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters will Trump bei seinen Gesprächen mit Modi seine Besorgnis über die Achtung der Religionsfreiheit in dem mehrheitlich hinduistischen Land zum Ausdruck bringen. Diese sei «äusserst wichtig für seine Regierung».

Freundschaftsgeste und Wahlkampfaktion

Auf dem Flug nach Indien twitterte Trump aus der Präsidentenmaschine Air Force One in Hindi, er freue sich sehr auf Indien. Bei seiner Ankunft in dem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern wurde er am Strassenrand von mehreren tausend Menschen begrüsst - deutlich weniger als die von Trump bei einem Wahlkampfauftritt in den USA in Aussicht gestellten «sechs bis zehn Millionen Menschen».

Modi revanchierte sich mit dem Empfang im Kricket-Stadion bei seinem Gast aus den USA. Trump hatte sich im September zusammen mit Modi bei einer Veranstaltung in einem Fussballstadion im US-Bundesstaat Texas gezeigt.

Der Auftritt wurde als Freundschaftsgeste gewertet, aber auch als Wahlkampfaktion an die Adresse der rund vier Millionen indischstämmigen Menschen in den USA, die traditionell mehrheitlich die oppositionellen Demokraten wählen.

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