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Trump zieht «Friedensrat»-Einladung für Carney zurück

Nach kritischer Rede am WEF: Trump zieht «Friedensrat»-Einladung für Carney zurück

23.01.2026, 07:17

US-Präsident Donald Trump hat eine Einladung an Kanadas Regierungschef Mark Carney zu seinem umstrittenen «Friedensrat» zurückgezogen. Darüber informierte der Republikaner in einem knappen Post auf seiner Online-Plattform Truth Social, ohne einen Grund dafür zu nennen. Am Donnerstag hatte er auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos ein Gründungsdokument des Gremiums unterzeichnet, in dem Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen.

Canada's Prime Minister Mark Carney speaks during the Annual Meeting of the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Tuesday, Jan. 20, 2026. (AP Photo/Markus Schreiber)
Mark Carney
Kanadas Regierungschef Mark Carney. Bild: keystone

Ursprünglich war der Rat von den USA – zumindest offiziell – auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans zugeschnitten. Doch längst ist die Rede davon, das sich das Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und Ordnung im Sinne des US-Präsidenten schaffen könnte. Trump selbst entscheidet als Vorsitzender des Rats, wer Mitglied werden kann. Dutzende Länder haben Einladungen zum Eintritt bekommen – zugesagt haben zunächst aber nur wenige, darunter einige autoritär regierte Staaten.

Kanada zählt zu den Ländern, die zunächst nicht fest zugesagt hatten. Das Land könne sich grundsätzlich eine Teilnahme vorstellen, die Details seien aber nicht endgültig geklärt, sagte Carney.

Carney weist Trumps Aussagen über Kanada zurück

Der kanadische Regierungschef fiel in Davos mit einer eindringlichen Rede auf. Das US-geführte globale Regierungssystem erlebe derzeit einen Bruch, der durch die Konkurrenz der Grossmächte und eine schwindende regelbasierte Ordnung gekennzeichnet sei, sagte Carney. Trump nannte er dabei nicht beim Namen, Beobachter gingen aber davon aus, dass er vor allem ihn im Sinne hatte. Der US-Präsident hatte mehrfach angekündigt, er wolle Kanada zum Teil der Vereinigten Staaten machen.

Die Rede von Carney am WEF:

Video: twitter/watson

Trump selbst fühlte sich von Carneys Rede offensichtlich auch angesprochen: Die USA seien immer sehr grosszügig mit Kanada gewesen, sagte der US-Präsident in Davos. Trotzdem habe sich Carney bei seiner Rede nicht sehr dankbar gezeigt. «Kanada existiert dank der Vereinigten Staaten, denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nächste Mal äussern», betonte Trump.

Inzwischen hat sich Carney erneut geäussert – und hat Trumps Aussagen dabei inhaltlich klar widersprochen. Kanada und die USA hätten in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und beim kulturellen Austausch eine bemerkenswerte Partnerschaft aufgebaut, sagte er am Donnerstag. «Aber Kanada existiert nicht wegen der Vereinigten Staaten. Kanada gedeiht, weil wir Kanadier sind.» (dab/sda/dpa)

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