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73 Menschen wurden von Trump begnadigt – hier sind 9 davon

Von illegalen Whiskey-Brennereien über Cyber-Stalking bis hin zur Rekrutierung von Spionen – die Vergehen der begnadigten Personen sind sehr divers. Neun Fälle der 73 Begnadigungen werden genauer vorgestellt.
20.01.2021, 12:0720.01.2021, 13:44

An seinem letzten Tag als amtierender Präsident hat Donald Trump 73 Begnadigungen ausgesprochen. Begnadigungen dienen nicht nur einer vorzeitigen Freilassung aus dem Gefängnis, sondern können auch noch nach der Verbüssung der Strafe ausgesprochen werden, um die Ehre der beschuldigten Person wiederherzustellen.

Nebst namhaften Persönlichkeiten wie dem Rapper Lil' Wayne und dem Finanzstrategen Steve Bannon, wurden auch weniger bekannte Personen begnadigt. Während einige der folgenden Fälle grössere Wellen geschlagen haben, beinhalten andere wiederum kleinere Delikte, wie diese 9 Begnadigungen zeigen:

Kenneth Kurson

Staatsanwälte verurteilten Kurson aufgrund von Cyberstalking im Zusammenhang mit der Scheidung von seiner Frau im Jahr 2015. Die entsprechende Untersuchung hatte 2020 begonnen, als Mr. Kurson für ein Amt in der Trump-Administration nominiert wurde. Beim routinemässigen Hintergrundcheck stiessen Anwälte auf die Anschuldigungen, was im Oktober 2020 zur Verhaftung von Kurson geführt hatte. Seine Ex-Frau, die damals über ein Kontaktverbot von Kurson verfügt hatte, schrieb in einem Brief an die Anwälte, dass eine solche Untersuchung und Verhaftung nicht ihr Ziel gewesen sei. Nun wurde Kurson von Trump begnadigt.

Ken Kurson im März 2013 beim 25. Jubiläum vom «The New York Observer».
Ken Kurson im März 2013 beim 25. Jubiläum vom «The New York Observer».Bild: keystone

James E. Johnson Jr.

Wie das Weisse Haus schreibt, «bekannte sich Johnson schuldig bezüglich Anklagen im Zusammenhang mit Zugvögeln.» Genauer wird die Anklage nicht ausgeführt. Johnson erhielt ein Jahr auf Bewährung, währenddessen er nicht jagen durfte, und wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 7500 Dollar verurteilt. Im Laufe seines Lebens habe Johnson zahlreiche Beiträge zur Erhaltung von Wildtieren geleistet, heisst es im Bericht des Weissen Hauses weiter.

Aviem Sella

Im Rahmen eines eher politischen Schachzuges begnadigte Trump den israelischen Staatsbürger Aviem Sella. Diesem wurde 1986 die Rekrutierung des israelischen Spions Jonathan Pollard vorgeworfen. In Israel wurde er nie angeklagt und auch nie an die USA ausgeliefert. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte nun eine Begnadigung beantragt, um dieses unglückliche Kapitel in den US-Israel-Beziehungen zu schliessen.

Steven Samuel Grantham

Grantham wurde von Trump für ein Vergehen begnadigt, welches er vor 50 Jahren begangen hat: Mit 19 Jahren hatte er ein Auto gestohlen. Dafür sass er 18 Monate im Gefängnis und war 2 Jahre auf Bewährung. Seit seiner Entlassung habe er Reue gezeigt und ein gesetzestreues Leben geführt, schreibt das Weisse Haus in seiner Stellungnahme.

Clarence Olin Freeman

Aufgrund des Betriebes einer illegalen Whiskey-Brennerei wurde Freeman 1965 für 9 Monate inhaftiert und anschliessend fünf Jahre auf Bewährung freigelassen. Er bereut seine illegale Aktivität und hat in seinem Umfeld seither sehr viel Gutes getan.

Bild: shutterstock

Gregory, Deborah und Martin Jorgensen

Gleich drei Familienmitglieder hat Trump mit Gregory, Deborah und Martin Jorgensen begnadigt, wobei letzterer posthum begnadigt wird. Die Jorgensens vermarkteten und verkauften in den 1980er Jahren Rindfleisch aus South Dakota. Das Fleisch verkauften sie unter der Premiummarke Dakota Lean, welches für antibiotika- und hormonfreies Fleisch steht. Als die Nachfrage das Angebot überstieg, mischten Gregory, Deborah und Martin minderwertiges, kommerzielles Fleisch unter und verkauften es wissentlich als falsch gezeichnetes Rindfleisch. Da sich die Jorgensens seit ihrer Verurteilung 1996 hingebungsvoll für ihre Gemeinde eingesetzt haben, hätten sie sich diese Begnadigung verdient, schreibt das Weisse Haus.

Paul Erickson

2017 war Erickson Gegenstand von Untersuchungen über die russische Einmischung in die Präsidentschaftswahlen von 2016. Nachdem ihm diesbezüglich nichts zur Last gelegt werden konnte, wurde er für ein kleines finanzielles Vergehen angeklagt. Dafür wurde er für 7 Jahre Gefängnis verurteilt, was fast dem doppelten der Höchststrafe entspricht, welche das Justizministerium empfohlen hatte.

Paul Erickson beim Verlassen des Gerichtes, wo er zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
Paul Erickson beim Verlassen des Gerichtes, wo er zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde.Bild: keystone

Syrita Steib-Martin

Als eine von wenigen Frauen wurde Steib-Martin begnadigt. Sie wurde im Alter von 19 Jahren zu 10 Jahren Gefängnis und fast 2 Millionen Dollar Entschädigung verurteilt, weil sie zur Begehung eines Verbrechens Feuer eingesetzt hatte. Nach ihrer Entlassung gründete sie die «Operation Restoration», welche weiblichen Häftlingen nach ihrer Inhaftierung durch Bildungsangebote und Arbeitsvermittlung hilft. Mit der Begnadigung wird sie von der erdrückenden Entschädigungszahlung befreit.

David Rowland

Rowlands Lizenz zur Asbestsanierung war bereits abgelaufen, als er einwilligte, den vorgefundenen Asbest in einer Primarschule zu entfernen. Obwohl er die Arbeit gemäss den Sicherheitsvorschriften ausführte und beendete, erhielt er zwei Jahre auf Bewährung wegen Verstosses gegen das Luftreinhaltegesetz. Nun hat in Präsident Trump begnadigt.

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60 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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hier kommt Alex
20.01.2021 12:24registriert August 2018
Jetzt bin ich mal wirklich erstaunt. Die Begnadigungen sind nachvollziehbar. Ich muss gestehen, dass hätte ich von ihm nicht erwartet.
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Garp
20.01.2021 12:32registriert August 2018
Darf ich wissen was die Kriterien waren, warum Du genau diese Fälle rausgepickt hast und die Intention des Artikels ist, Salome?
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Oshikuru
20.01.2021 12:19registriert Juni 2016
Und Joe Exotic? Irgendwie hätte das perfekt zum Ende von Trumps Präsidentschaft gepasst.
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