International
USA

Fall Epstein: Clintons verweigern Aussage im US-Kongress

Fall Epstein: Bill und Hillary Clinton verweigern Aussage im US-Kongress

13.01.2026, 17:5313.01.2026, 17:53
Epstein mit Bill Clinton, Release 19.12.2025
Bill Clinton neben Jeffrey Epstein – ein Bild, welches in den sog. «Epstein Files» vom US-Justizministerium publiziert wurde. Bild: justice.gov

Der frühere US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau Hillary Clinton haben sich geweigert, im US-Kongress zur Untersuchung des Falls von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auszusagen. In einem gemeinsamen Schreiben an den republikanischen Abgeordneten James R. Comer, Vorsitzender des Aufsichtsausschusses im US-Repräsentantenhaus, erklärten sie US-Medien zufolge die Vorladungen für rechtlich unwirksam und kündigten Widerstand an.

In ihrem Schreiben erklärten die Clintons demnach, für sie sei nun der Zeitpunkt gekommen zu kämpfen – «ungeachtet der Konsequenzen». Sie warfen Comer vor, ein politisch motiviertes Verfahren zu betreiben, das «buchstäblich darauf angelegt ist, in unserer Inhaftierung zu enden». Man sei überzeugt, dass «jede vernünftige Person» erkennen werde, dass es darum gehe, politische Gegner zu bestrafen und Verbündete zu schützen.

Der Fall Epstein

Jahrelang hatte der Multimillionär Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll er Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 starb Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.

Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Per Gesetz wurde schliesslich vor gut einem Monat die Veröffentlichung der Akten verfügt, gegen die sich US-Präsident Donald Trump lange gewehrt hatte.

Trump lenkte Fokus auf die Clintons

Trump versuchte seither immer wieder, die Aufmerksamkeit auf Bill Clinton zu lenken. Unter anderem gab er an, dass dieser auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Ein Sprecher Clintons hatte den Fokus auf die Clintons mehrfach kritisiert. Es gebe zwei Gruppen von Menschen, schrieb Angel Urena im Dezember auf X. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht kamen. Und eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. «Wir gehören zur ersten Gruppe.»

Comer hatte den Clintons mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses gedroht, sollten sie nicht zu Befragungen erscheinen. Die beiden verwiesen darauf, bereits eidesstattliche Erklärungen abgegeben zu haben, und erklärten, über keine relevanten Kenntnisse zu verfügen. Ihre Anwälte argumentieren, die Vorladungen dienten keinem legitimen Gesetzgebungszweck und verletzten verfassungsrechtliche Grenzen der Kongressermittlungen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Trump-Ankunft in Grossbritannien – er wird mit Epstein-Fotos auf Schloss Windsor begrüsst
Video: ch media
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
112 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Pat Andrea
13.01.2026 18:37registriert Juli 2024
Ein normaler Rechtsstaat würde weder Clinton, noch Trump schonen. Aber wir reden hier halt nicht mehr von einem normalen Rechtsstaat. Das nicht mal 1% der Akten vom DOJ veröffentlicht wurde, trotz langer Ankündigung tut sein Übriges.
1308
Melden
Zum Kommentar
avatar
Odie
13.01.2026 18:10registriert Januar 2021
Naja, Billy-Boy hat spätestens seit Monica kein Saubermann Image mehr und dürfte, was Epstein betrifft, ebenfalls mit von der Partie gewesen sein. Ebenso wie Trump.
9227
Melden
Zum Kommentar
avatar
Hallo Sonnenschein
13.01.2026 18:21registriert Januar 2026
Diese Präsidenten haben irgendwie alle eine Leiche im Keller.
7917
Melden
Zum Kommentar
112
ISS-Crew vorzeitig zurück auf der Erde
Erstmals in der Geschichte der Internationalen Raumstation ISS hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine vierköpfige Astronauten-Besatzung wegen medizinischer Probleme vorzeitig zurück zur Erde geholt.
Mit einem «Crew Dragon» des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk landeten die vier Astronauten in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) vor der Küste des US-Bundesstaates Kaliforniens, wie Live-Bilder der Nasa zeigten.
Zur Story