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Huthi machen es für USA noch komplizierter – 5 Fragen zum Kriegseintritt

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Huthi-Militärsprecher Jahja Sarea kündigte per TV-Botschaft den Kriegseintritt der Miliz an.Bild: keystone

Die Huthi machen es für die USA noch komplizierter – 5 Fragen zum Kriegseintritt

Fünf Fragen und Antworten zur veränderten strategischen Lage am Roten Meer.
30.03.2026, 05:2030.03.2026, 05:20
Michael Wrase, Limassol / ch media

Mit Raketenangriffen auf Israel hat die jemenitische Huthi-Miliz am Wochenende erstmals in den Iran-Krieg eingegriffen. Die Terrorgruppe hatte bereits von November 2023 bis Januar 2025 den Handelsverkehr im Roten Meer lahmgelegt und damit die Weltwirtschaft erschüttert.

Die Huthi wollen nach Angaben ihres Sprechers ihre Angriffe so lange fortsetzen, «bis die amerikanisch-israelische Aggression gegen Iran an allen Fronten aufhört». Fünf Fragen und Antworten zum Kriegseintritt der islamistischen Miliz.

Wie haben die Huthi in den Krieg eingegriffen?

Mit dem Abschuss von zwei Langstreckenraketen oder Drohnen, deren Ziele nach Angaben der Huthi «sensible Einrichtungen in Süd-Israel» waren. Die Projektile konnten allerdings vor Erreichen der südisraelischen Hafenstadt Eilat abgefangen und zerstört werden. Sie richteten keine grösseren Schäden an. Die Huthi-Angriffe waren die ersten seit Monaten, nachdem am 10. Oktober 2025 eine Waffenruhe im palästinensischen Gaza-Streifen in Kraft getreten war.

Welche Folgen hat der Huthi-Kriegseintritt?

Die beiden Raketenangriffe am Wochenende waren militärisch eher bedeutungslos. Es ist aber zu befürchten, dass es nicht dabei bleiben wird. Der stellvertretende Informationsminister der Huthi, Mohammed Mansour, hat am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Sana bereits erklärt, dass der «Kampf in Etappen durchgeführt» werde.

«Zu unseren Optionen», stellte er klar, «gehört auch die Sperrung der Meerenge von Bab al-Mandab». Der in Sana ansässige Journalist Youssef Mawry erwartet, dass die Huthi ihre «Eskalationsstufen» vom Fortgang der amerikanisch-israelischen Militäroperationen gegen den Iran abhängig machen werden.

Können die Huthi die Meerenge von Bab al-Mandab wirklich blockieren?

Das ist möglich, sobald die US-Armee ihre angedrohten Bodenoperationen im Persischen Golf startet. Mit Angriffen auf die internationale Schifffahrt könnte auch dann zu rechnen sein, wenn die israelische Luftwaffe mit Vergeltungsangriffen auf Ziele im Jemen reagiert. Die israelische Luftwaffe hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach den jemenitischen Rotmeer-Hafen Hodeida angegriffen sowie Führungskader der Huthi in Sana liquidiert.

Welche Folgen für die Weltwirtschaft hätte eine solche Sperrung?

«Die Huthi müssen lediglich auf ein paar vorbeifahrende Handelsschiffe feuern. Das würde dazu führen, dass der gesamte Handelsschiffverkehr im Roten Meer zum Erliegen kommt», sagt der US-Diplomat Nabil Khoury in einem Interview mit dem libanesischen Fernsehsender Al Jadeed. Eine Blockade der Meerenge, die das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet, könnte «ein Albtraumszenario heraufbeschwören», befürchtet auch die britische Nahostexpertin Elisabeth Kendall. Der Handel mit Europa durch das Rote Meer und den Suezkanal wäre nachhaltig gestört, was die weltweiten Lieferketten bedrohen würde.

Rund zwölf Prozent des gesamten Welthandels verlaufen durch den Kanal, rund 30 Prozent des weltweiten Containerverkehrs. Mit einer Blockade des Zugangs zum Roten Meer würde auch die «letzte verlässliche Ausfuhrroute für Öl aus Saudi-Arabien weitgehend lahmgelegt werden», erwartet Kandell.

Haben die Iraner ihre Kriegsstrategie mit den Huthi abgesprochen?

Davon ist auszugehen. «Iran verfolgt in diesem Krieg eine schrittweise Eskalationsstrategie, um die Kriegskosten für die Gegner immer weiter zu erhöhen. Alle Optionen auf einmal zu nutzen, wäre in Teherans Logik ein strategischer Fehler», sagte Ahmed Nagi von der Denkfabrik International Crisis Group in einem Gespräch mit dem Magazin «New Yorker». Zur iranischen Eskalationsstrategie gehöre das Eingreifen der Huthi ebenso wie die Kriegsbeteiligung der libanesischen Hisbollah und irakischer Schiitenmilizen. (aargauerzeitung.ch)

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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bruchpilot
30.03.2026 06:01registriert Juli 2020
Oh, die kurze, begrenzte militärische Operation weitet sich zu einem Flächenbrand aus, der wohl mehrere Jahre andauern wird. Wer hätte das gedacht?
Spoiler: Alle, ausser Trump.
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B-Meise
30.03.2026 05:43registriert Februar 2026
Subito her mit allen Friedens-Fifa- & Nobelpreise. Ich verwahre die - bis Frieden herrscht.
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11
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