DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fall Daunte Wright: Prozess gegen Ex-US-Polizistin nach tödlichem Schuss

09.12.2021, 02:47

Acht Monate nach dem tödlichen Schuss auf einen jungen Afroamerikaner hat am Mittwoch in der US-Stadt Minneapolis der Prozess gegen die verantwortliche Ex-Polizistin begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der 49-jährigen Kim Potter einen schweren Fall des Totschlags vor. Die Polizistin hatte den 20-jährigen Daunte Wright im April in Brooklyn Center nahe Minneapolis offenbar versehentlich erschossen, als der Afroamerikaner sich nach einer Verkehrskontrolle gegen seine Festnahme wehrte.

Die Eltern von Daunte Wright.
Die Eltern von Daunte Wright.Bild: imago images

Potter wollte nach Polizeiangaben eine Elektroschockpistole auf Wright abfeuern - griff aber irrtümlicherweise nach ihrer Dienstwaffe. Vor dem Schuss rief die Beamtin mit 26 Jahren Berufungserfahrung «Taser», wie auf Aufnahmen ihrer Körperkamera zu hören ist. «Sie hat einen Fehler gemacht. Es war ein Unfall. Sie ist auch nur ein Mensch», sagte Potters Anwalt Paul Engh.

Die Staatsanwältin Erin Eldridge wies diese Darstellung zurück: «Das ist einfach nicht der Fall.» Sie warf Potter «leichtsinnigen Umgang mit einer Schusswaffe» und «die Missachtung bekannter Risiken» vor. In dem Fall gehe es um «eine Polizistin, die wusste, dass sie jemanden töten könnte, wenn sie etwas falsch macht», sagte Eldridge. «Aber sie hat es versäumt, dafür zu sorgen, dass sie es richtig macht.»

Wrights Tod löste in Brooklyn Center Proteste gegen Polizeigewalt aus. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen, bei denen dutzende Menschen festgenommen wurden. Brooklyn Center liegt nördlich von Minneapolis, wo im Mai 2020 der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden war. (saw/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Vor dem Trump Tower prangt ein «Black Lives Matter»-Schriftzug

1 / 9
Vor dem Trump Tower prangt ein «Black Lives Matter»-Schriftzug
quelle: keystone / mark lennihan
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Was struktureller Rassismus ist und warum es ihn auch in der Schweiz gibt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Keine Entwarnung nach Tsunami in Tonga: «Angela wurde mit den Hunden weggespült»
Nach dem Vulkanausbruch in Tonga dringt nur wenig an die Aussenwelt. Erste Berichte aus dem Land waren für Angehörige zunächst hoffnungsvoll – doch nach dem Fund einer Leiche gibt es wohl keinen Grund zur Entwarnung.

Wie geht es den Menschen in Tonga nach dem Vulkanausbruch? Diese Frage treibt aktuell viele Angehörige um, die Familienmitglieder und Freunde in dem Pazifikstaat haben. Ersten Berichten zufolge ist die Westküste Tongas möglicherweise schwer von dem Vulkanausbruch betroffen – nähere Informationen gibt es bislang nur bruchstückhaft.

Zur Story