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König Charles und Camilla auf heikler Mission in den USA

Britain's King Charles III and Queen Camilla arrive at Ciampino 31st Wing Airport in the outskirts of Rome, Wednesday, Oct. 22, 2025, a day before their state visit to the Vatican. (Cecilia Fabia ...
Der britische König Charles III. und Königin Camilla bei einem Staatsbesuch im Vatikan.Bild: keystone

König Charles und Camilla auf heikler Mission in den USA

27.04.2026, 15:5927.04.2026, 16:00

Unter dem Eindruck der Schüsse beim Korrespondentendinner in Washington ist der britische König Charles III. zum Staatsbesuch in die USA aufgebrochen.

Der Monarch werde auf dem Gelände des Weissen Hauses «sehr sicher» sein, sagte US-Präsident Donald Trump dem Sender CBS, bevor er am Nachmittag (Ortszeit) den 77-Jährigen und dessen Frau, Königin Camilla (78), zum Tee empfangen sollte.

Anlass des Besuches ist der 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA von Grossbritannien im Sommer. Nach dem Schusswechsel und den dramatischen Bildern aus dem Saal in einem Washingtoner Hotel waren die Pläne praktisch in letzter Minute noch einmal überprüft worden, wie der Palast mitteilte.

Ein bewaffneter Mann hatte am Samstagabend versucht, in den Ballsaal zu gelangen, wo Trump und andere Regierungsmitglieder an dem Dinner teilnahmen. Als Schüsse fielen, wurden das Präsidentenpaar sowie weitere Regierungsmitglieder in Sicherheit gebracht. Ein Beamter wurde bei dem Vorfall verletzt. Der Angreifer konnte festgenommen werden, in den USA läuft eine Debatte über die Sicherheitsvorkehrungen.

epa12914478 First lady Melania Trump (L) and US President Donald Trump participate in the White House Correspondents' Association Dinner in Washington, DC, USA, 25 April 2026. EPA/Yuri Gripas / P ...
First Lady Melania Trump (links) und US-Präsident Donald Trump nehmen am 25. April 2026 am Dinner der White House Correspondents’ Association in Washington, D.C., USA, teil. Später werden an dem Event Schüsse fallen.Bild: keystone

Vom Palast hiess es, der König werde vollständig über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten und sei «sehr erleichtert zu hören, dass der Präsident, die First Lady und alle Gäste unverletzt geblieben sind». Nach Diskussion auf «beiden Seiten des Atlantiks» und «auf Anraten der (britischen) Regierung» wurde beschlossen: Die Royals reisen wie geplant zu Trump.

Trump gilt als Royal-Verehrer

Im Regierungssitz Downing Street dürfte das für Erleichterung gesorgt haben. Dort hofft man, dass der König die zuletzt schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Verbündeten aufbessern kann. Trump gilt als Verehrer der britischen Royals, Charles als vollendeter Diplomat.

FILE - President Donald Trump and Britain's King Charles III review the Guard of Honour after the arrival at Windsor Castle in Windsor, England, Wednesday, Sept. 17, 2025.(AP Photo/Kirsty Wiggles ...
Präsident Donald Trump und der britische König Charles III. inspizieren die Ehrengarde nach ihrer Ankunft im Windsor Castle, am 17. September 2025Bild: keystone

«Er ist ein grossartiger Mensch», sagte Trump vorab dem Sender Fox News. «Wir freuen uns darauf. Er ist eine wirklich fantastische Person und ein herausragender Repräsentant.» Der britische König sei «seit langer Zeit» ein Freund von ihm, sagte Trump, dessen schottische Mutter einst in die Staaten immigriert war.

Für Montag wurde ein privater Austausch des Königspaars mit Trump (79) und dessen Frau Melania (56) geplant. Tierliebhaber Charles III. sollte der Bienenstock des Weissen Hauses präsentiert werden. Weitere gemeinsame Termine sollen folgen, unter anderem eine Gartenparty, eine militärische Zeremonie und ein Staatsbankett. Als erst zweiter britischer Monarch nach seiner Mutter Queen Elizabeth II. soll Charles zudem eine Rede vor dem Kongress halten.

Drahtseilakt für König Charles

Der Besuch gilt wegen des wankelmütigen Charakters von Donald Trump als Drahtseilakt. Der Republikaner hatte sich in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder alles andere als diplomatisch über den britischen Premierminister Keir Starmer geäussert, auf dessen Wunsch die Reise stattfindet. Anstoss nimmt Trump vor allem an der mangelnden Bereitschaft der Briten, seinen Krieg gegen den Iran zu unterstützen.

Für den Monarchen ist Trump aber auch wegen dessen offen geäussertem Wunsch, Kanada den USA einzuverleiben, ein schwieriger Partner. Charles III. ist auch Kanadas Staatsoberhaupt. Zudem ist der König ein stetiger Mahner zum Umwelt- und Klimaschutz – Trump hingegen wettert gerne gegen Windräder und hält den Klimawandel für einen Schwindel.

Protesters from the Stop Trump Coalition, dressed as mock President Donald Trump and Britain's King Charles III and carrying a prop missile, demonstrate outside Buckingham Palace in London, Monda ...
Demonstranten der «Stop Trump Coalition», die als Parodie auf Präsident Donald Trump und den britischen König Charles III. verkleidet sind und eine Attrappe einer Rakete trugen, demonstrieren am 27. April 2026, vor dem Buckingham Palace in London.Bild: keystone

Trotzdem, so berichtet die «Sunday Times» unter Berufung auf Palast-Insider, sei der König guter Dinge und freue sich auf die Herausforderung. Trumps Äusserungen zu einer Freundschaft der beiden sollen demnach bestätigt sein.

Kein Treffen mit Epstein-Opfern

Im Laufe der Woche reist das Königspaar weiter nach New York. Dort wollen die Royals unter anderem Rettungskräfte und Angehörige von Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 treffen. Laut der «Sunday Times» steht auch ein Treffen mit New Yorks demokratischem Bürgermeister Zohran Mamdani auf dem Programm. Letzte Station in den USA ist Virginia, wo Charles und Camilla mit Vertretern der Ureinwohner der USA zusammentreffen wollen.

Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des Missbrauchsskandals um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein wies der Palast ab. Charles jüngerer Bruder, Ex-Prinz Andrew (66), war viele Jahre mit Epstein befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.

epa12760893 British newspaper front pages following the arrest of Andrew Mountbatten-Windsor in Liverpool, Britain, 20 February 2026. Andrew Mountbatten-Windsor, formerly Prince Andrew, was arrested o ...
Titelseiten britischer Zeitungen nach der Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor in Liverpool, Grossbritannien, am 20. Februar 2026.Bild: keystone

Ganz ausweichen können werde der König dem Thema aber nicht, prophezeiten britische Medien. Er und andere Aktivisten wollen während der Rede des Königs im Kongress ganz in der Nähe Präsenz zeigen, sagte der Bruder Giuffres, Sky Roberts, der am Wochenende an einem Gedenken für seine Schwester teilnahm. Giuffre hatte sich vor einem Jahr das Leben genommen. Roberts hatte den König bei einem BBC-Interview eindringlich um ein Treffen gebeten. (val/sda/dpa)

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