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Markwayne Mullin: Das ist Trumps neuer Leiter im Heimatschutzministerium

Sen. Markwayne Mullin, R-Okla., wears a cowboy hat as he arrives at the Senate Health, Education, Labor and Pensions (HELP) Committee as the panel considers President Donald Trump's nominations f ...
Markwayne Mullin soll neu das US-Heimatschutzministerium leiten.Bild: keystone

Abtreibungsgegner, Ex-MMA-Kämpfer, Trump-Fan: Das ist Markwayne Mullin

Der neue Leiter des US-Heimatschutzministeriums heisst Markwayne Mullin. Doch wer ist dieser Republikaner, der die Nachfolge von Kristi Noem antreten soll? Kurz: Er ist ein Mann ganz nach Trumps Geschmack.
06.03.2026, 11:2706.03.2026, 12:02

Kristi Noem hat den Bogen überspannt. US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstagabend angekündigt, dass sie den Posten als Chefin des Heimatschutzministeriums verliert. An ihre Stelle soll nun Markwayne Mullin, ein republikanischer Senator aus Oklahoma, treten. Er muss jedoch zuerst noch am 31. März vom Senat bestätigt werden. Das ist über den Republikaner bekannt:

Politik

Seit 2023 sitzt der konservative Mullin im Senat. Er ist der einzige Senator ohne mindestens einen Bachelor-Abschluss. Zuvor war er zehn Jahre lang im Kongress tätig.

Der Republikaner war laut BBC Trump-Unterstützer, seit dieser in Washington regiert. Dazu zählt auch die Einwanderungspolitik der Regierung, bevor Noem abgesetzt wurde. Entsprechend kritisierte er auch den Shutdown im vergangenen Herbst, der auch das Heimatschutzministerium betraf. Dafür gibt er den Demokraten die Schuld.

Gleichzeitig stellt sich Mullin klar gegen Abtreibungen. Er unterstützte in diesem Zusammenhang auch mehrere Begehren im Kongress, die strengere Regeln für Abtreibungen forderten.

Mullin war 2021 im Kapitol, als dieses von wütenden Trump-Anhängern gestürmt wurde. Er half bei der Verbarrikadierung von Türen und drohte den Eindringlingen, dass er gegen sie kämpfen werde, wenn dies nötig sei. Als Trump später inhaftierte Kapitol-Stürmer begnadigen wollte, warnte Mullin vor diesem Schritt. Wer die Polizei attackiere, müsse dafür zweifellos bezahlen, so seine Meinung. Trump tat es trotzdem. Gegenüber CNN erklärte Mullin daraufhin, das amerikanische Volk habe sich mit Trumps Wahl dazu entschieden, vorwärts zu blicken.

Versprechen

Vor Reportern sagte der konservative Mullin am Donnerstag, er wolle sich für die Durchsetzung von vom Kongress verabschiedeten Richtlinien einsetzen, selbst wenn sie nicht seiner Einstellung entsprächen.

Gleichzeitig deutete er auch an, in der Einwanderungsthematik durchgreifen zu wollen. In der Vergangenheit hatte er mehrfach durchblicken lassen, dass er zu den Hardlinern gehört. «Mir ist es egal, ob du ein Jahr hier bist oder 20 Jahre. Wenn du illegal hier bist, bist du ein Verbrecher», sagt er in einem Video auf Instagram. Es gebe keinen Unterschied zwischen kleinen und grossen Verbrechen.

Provokationen

Mullin ist den Amerikanerinnen und Amerikanern wohl seit jenem Moment im Senat bekannt, als er im November 2023 den Gewerkschaftschef Sean O'Brien zum Kampf herausforderte. O'Brien hatte Mullin zuvor auf Social Media kritisiert und ihn unter anderem als Clown bezeichnet. Bernie Sanders schritt damals ein, um eine Schlägerei zu verhindern.

Der Streit im Senat im Video:

Mittlerweile haben die beiden ihren Streit öffentlich beigelegt, wie Mullin selbst auf Social Media bekannt gab. Gegenüber The Hill gab O'Brien denn auch bekannt, dass er Mullin in seinem neuen Amt unterstützt. «Wenn jemand seinen Hintern heben will, um Amerika zu schützen, dann ist es Markwayne Mullin.»

Doch Mullin macht keinen Hehl daraus, dass er gerne aneckt. So postete er erst im Februar ein Video auf X, in dem er Senator Bernie Sanders angeht. Als dieser während einer Diskussion Mullin vorwirft, ihn zu attackieren, kontert dieser kurz darauf: «Wenn mich Ihre Meinung interessieren würde, würde ich Sie danach fragen. Aber das tue ich nicht. Ihre Meinung interessiert mich nicht.»

Für Kritik sorgte Mullin auch Ende Januar, nachdem der 37-jährige Alex Petti von ICE-Agenten getötet worden war. Sie hatten behauptet, dass Petti eine Schusswaffe gezückt hätte. Mullin kommentierte zwei Tage später: «Gesetzestreue Bürger haben jedes Recht, eine Waffe zu tragen. Sie haben jedoch NICHT das Recht, die Strafverfolgungsbehörden bei ihrem Einsatz zu behindern oder eine andere Straftat damit zu begehen. Das ist nicht kompliziert.»

Auch die Tötung von Renee Good verteidigte Mullin. Die ICE-Beamten hätten keine andere Wahl gehabt, so seine Meinung.

Leben

Mullin wuchs auf dem Land auf und war früher Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Der 48-Jährige ist verheiratet und hat sechs Kinder. Mit 20 Jahren übernahm er den Klempnerbetrieb seines Vaters, als dieser krank wurde. Mittlerweile besitzt er mehrere Firmen.

Der gläubige Christ ist laut CNN Mitglied der Cherokee Nation, des heute grössten indigenen Stamms Nordamerikas.

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84 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pointless Piraña
06.03.2026 11:56registriert Dezember 2019
Er muss ja keine Abtreibung machen, wenn er das ablehnt 🙄

Die Amis finden ihr Politpersonal wirklich unter dem letzten Stein.
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Badener
06.03.2026 11:48registriert März 2017
Die bedienen sich wirklich im Resteregal.
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Realitäter
06.03.2026 12:06registriert November 2017
Vom Regen in die Traufe...
Bitte spülen, Danke!
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