Abtreibungsgegner, Ex-MMA-Kämpfer, Trump-Fan: Das ist Markwayne Mullin
Kristi Noem hat den Bogen überspannt. US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstagabend angekündigt, dass sie den Posten als Chefin des Heimatschutzministeriums verliert. An ihre Stelle soll nun Markwayne Mullin, ein republikanischer Senator aus Oklahoma, treten. Er muss jedoch zuerst noch am 31. März vom Senat bestätigt werden. Das ist über den Republikaner bekannt:
Politik
Seit 2023 sitzt der konservative Mullin im Senat. Er ist der einzige Senator ohne mindestens einen Bachelor-Abschluss. Zuvor war er zehn Jahre lang im Kongress tätig.
Der Republikaner war laut BBC Trump-Unterstützer, seit dieser in Washington regiert. Dazu zählt auch die Einwanderungspolitik der Regierung, bevor Noem abgesetzt wurde. Entsprechend kritisierte er auch den Shutdown im vergangenen Herbst, der auch das Heimatschutzministerium betraf. Dafür gibt er den Demokraten die Schuld.
Gleichzeitig stellt sich Mullin klar gegen Abtreibungen. Er unterstützte in diesem Zusammenhang auch mehrere Begehren im Kongress, die strengere Regeln für Abtreibungen forderten.
Mullin war 2021 im Kapitol, als dieses von wütenden Trump-Anhängern gestürmt wurde. Er half bei der Verbarrikadierung von Türen und drohte den Eindringlingen, dass er gegen sie kämpfen werde, wenn dies nötig sei. Als Trump später inhaftierte Kapitol-Stürmer begnadigen wollte, warnte Mullin vor diesem Schritt. Wer die Polizei attackiere, müsse dafür zweifellos bezahlen, so seine Meinung. Trump tat es trotzdem. Gegenüber CNN erklärte Mullin daraufhin, das amerikanische Volk habe sich mit Trumps Wahl dazu entschieden, vorwärts zu blicken.
Versprechen
Vor Reportern sagte der konservative Mullin am Donnerstag, er wolle sich für die Durchsetzung von vom Kongress verabschiedeten Richtlinien einsetzen, selbst wenn sie nicht seiner Einstellung entsprächen.
Gleichzeitig deutete er auch an, in der Einwanderungsthematik durchgreifen zu wollen. In der Vergangenheit hatte er mehrfach durchblicken lassen, dass er zu den Hardlinern gehört. «Mir ist es egal, ob du ein Jahr hier bist oder 20 Jahre. Wenn du illegal hier bist, bist du ein Verbrecher», sagt er in einem Video auf Instagram. Es gebe keinen Unterschied zwischen kleinen und grossen Verbrechen.
Provokationen
Mullin ist den Amerikanerinnen und Amerikanern wohl seit jenem Moment im Senat bekannt, als er im November 2023 den Gewerkschaftschef Sean O'Brien zum Kampf herausforderte. O'Brien hatte Mullin zuvor auf Social Media kritisiert und ihn unter anderem als Clown bezeichnet. Bernie Sanders schritt damals ein, um eine Schlägerei zu verhindern.
Mittlerweile haben die beiden ihren Streit öffentlich beigelegt, wie Mullin selbst auf Social Media bekannt gab. Gegenüber The Hill gab O'Brien denn auch bekannt, dass er Mullin in seinem neuen Amt unterstützt. «Wenn jemand seinen Hintern heben will, um Amerika zu schützen, dann ist es Markwayne Mullin.»
Doch Mullin macht keinen Hehl daraus, dass er gerne aneckt. So postete er erst im Februar ein Video auf X, in dem er Senator Bernie Sanders angeht. Als dieser während einer Diskussion Mullin vorwirft, ihn zu attackieren, kontert dieser kurz darauf: «Wenn mich Ihre Meinung interessieren würde, würde ich Sie danach fragen. Aber das tue ich nicht. Ihre Meinung interessiert mich nicht.»
MULLIN: “ACA is unaffordable.”
— Markwayne Mullin (@SenMullin) February 25, 2026
BERNIE SANDERS: “You’re attacking me.”
MULLIN: “If I cared about your opinion, I would ask you, but I don’t—you’re part of the problem—because you’ve been sitting here longer than I’ve even been alive!” 🔥🔥🔥 pic.twitter.com/Ug6ogSwYPr
Für Kritik sorgte Mullin auch Ende Januar, nachdem der 37-jährige Alex Petti von ICE-Agenten getötet worden war. Sie hatten behauptet, dass Petti eine Schusswaffe gezückt hätte. Mullin kommentierte zwei Tage später: «Gesetzestreue Bürger haben jedes Recht, eine Waffe zu tragen. Sie haben jedoch NICHT das Recht, die Strafverfolgungsbehörden bei ihrem Einsatz zu behindern oder eine andere Straftat damit zu begehen. Das ist nicht kompliziert.»
Law-abiding citizens have every right to carry a firearm. You DO NOT have a right to obstruct law enforcement activity, or commit another felony with one. This is not difficult.
— Markwayne Mullin (@SenMullin) January 26, 2026
Auch die Tötung von Renee Good verteidigte Mullin. Die ICE-Beamten hätten keine andere Wahl gehabt, so seine Meinung.
Leben
Mullin wuchs auf dem Land auf und war früher Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Der 48-Jährige ist verheiratet und hat sechs Kinder. Mit 20 Jahren übernahm er den Klempnerbetrieb seines Vaters, als dieser krank wurde. Mittlerweile besitzt er mehrere Firmen.
Der gläubige Christ ist laut CNN Mitglied der Cherokee Nation, des heute grössten indigenen Stamms Nordamerikas.
