DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das sind die gefährlichsten Biker-Gangs der USA

Aufmarsch von Hells-Angels-Mitgliedern in San Francisco 2008. Bild: X90034

Die tödliche Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern von Motorradbanden in der texanischen Kleinstadt Waco wirft ein Schlaglicht auf die Rivalitäten zwischen den Biker-Gangs in den USA. Eine Übersicht über die wichtigsten Akteure.



Noch ist vieles unklar, was sich in der texanischen Kleinstadt Waco am Sonntagmittag abgespielt hat. Nach ersten Erkenntnissen brach in einer Filiale der Restaurantkette Twin Peaks ein Streit zwischen verfeindeten Motorradgangs aus, der schliesslich in einem Schusswechsel endete, bei dem neun Menschen ums Leben kamen und 18 verletzt wurden. Zuvor sind offenbar auch Ketten, Baseballschläger und Messer eingesetzt worden.

Ein Sprecher der örtlichen Polizei sagte gegenüber dem Nachrichtensender CNN, dass mindestens drei Motorradgangs in die Auseinandersetzung verwickelt waren, darunter die Rockerbanden Bandidos und Cossacks. Der Auslöser der Streitigkeiten ist unklar, möglicherweise hätten sich die Rocker in der Gegend Konkurrenz beim Anwerben neuer Mitglieder gemacht, so die Vermutung der lokalen Polizei. Eventuell sei es auch um Territorialsdispute gegangen.

Die texanische Justizbehörde führt die Bandidos im jährlichen Gang-Report für 2014 in der Klasse Zwei. Sie betreiben illegale Aktivitäten sowohl auf Staats-, als auch auf Gemeindeebene, vermeiden aber aufsehenerregende kriminelle Akte, wie etwa Drive-by-Shootings. Bei den Cossacks handelt es sich um eine eher kleine Motorradgang mit Ursprung in Texas. Die beiden MCs liegen seit 2013 miteinander in Fehde.

Bild

Schwerpunktorte der OMG (Outlaw Motorcycle Gangs): Texas galt bis vor kurzem nicht als Staat, in dem Rivalitäten zwischen Biker-Gangs virulent sind. Beobachter des Milieus warnten aber seit einiger Zeit vor einer Eskalation. bild: fbi

Die Problematik der Motorradgangs widerspiegelt sich einem Bericht des Inlandgeheimdienst FBI. Darin wird auf die Gefahr hingewiesen, die die sogenannten Motorcycle Club (MCs) für die öffentliche Sicherheit in den USA darstellen. Obwohl sie nur 2,5 Prozent aller Gangmitglieder ausmachen, sind sie für 14 Prozent der befragten Behörden die «grösste Gefahr innerhalb ihres Zuständigkeitsgebiets.»

Die Rockerbanden selber bestreiten regelmässig, in die organisierte Kriminalität verwickelt zu sein und verweisen auf einzelne schwarze Schafe innerhalb ihrer Organisation. Die Unterteilung in verschiedene Chapters und die lockeren Strukturen machten es den Motorrad-Clubs unmöglich, illegale Zellen in ihren Reihen völlig auszuschliessen, so die Erklärung der Rockerbanden.

Die Geschäftsfelder der Outlaw-Motorrad-Clubs: Gewaltverbrechen, Waffenhandel, Drogenhandel, Erpressung.

Medienberichte und Monitoring von Polizei- und Justizstellen machen aber deutlich, dass die Motorradbanden in den USA nie die Nähe zum kriminellen Millieu gescheut haben. Überdies deutet nicht zuletzt die Eigenbezeichnung als Outlaws und One-Percenter (im Gegensatz zu den 99 Prozent der Motorradclubs, die sich an die Regeln der American Motorcyclist Association, des Dachverbands der Motorradclubs, halten) auf die Sehnsucht der MCs, sich ausserhalb des rechtlichen Rahmens zu bewegen. 

Traditionell sind die Outlaw Motorcycle Gangs (OMG) im Waffen- und Drogenhandel tätig, daneben fallen sie oft auch durch Gewaltverbrechen und Erpressung auf. 

Insgesamt existieren in den USA mehr als 300 OMGs mit Hunderten verschiedenen Chapters und Tausenden Mitgliedern. Das amerikanische Justizministerium listet in einem Bericht die acht gefährlichsten auf:

«The Big Four»

1. Bandidos

A member of motorcycle gang 'Bandidos' waits in front the regional court in Duisburg March 25, 2010. A member of 'Hells Angels' is accused of having murdered a member of 'Bandidos' on October 8, 2009 in western town of Duisburg.   REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: CRIME LAW) - RTR2C1VJ

Mitglied der Motorrad-Gang Bandidos. Bild: © Ina Fassbender / Reuters/REUTERS

Mitgliederzahl USA: 900

Territorium: Süden, v.a. Texas

Die Bandidos wurden 1966 in Texas gegründet. Sie sind eine der zwei grössten MCs in den USA, mit ungefähr 900 Mitglieder und 93 Chapters. Die Bandidos sind im Handel und Vertrieb von Kokain und Marihuana involviert und produzieren, handeln und vertreiben Crystal Meth. Ihre Hochburgen liegen an der Pazifikküste, im Südwesten, im Südosten sowie im Mittleren Westen. Sie sind weltweit in 13 Staaten aktiv und zählen 2000 bis 2500 Mitglieder.

2. Hells Angels

epa03306543 Members of the motorcycle club Hells Angels attend a protest action in Frankfurt Main, Germany, 14 July 2012. About 300 members of motorcycle clubs initiated a motorcade through the city of Frankfurt to protest against the prohibition of motorcycle clubs. The protest comes after earlier in July armed German police raided homes and clubhouses of several biker gangs who are accused of mafia-style operations, earning money from prostitutes, protection rackets and sales of guns and drugs.  EPA/FREDRIK VON ERICHSEN

Lederjacke eines Hells-Angels-Vollmitglieds. Bild: EPA

Mitgliederzahl: 800

Territorium: Landesweit, v.a. Kalifornien

Die Hells Angels gelten als die bekannteste und berüchtigtste Motorrad-Gang weltweit. Bis zu 2500 Mitglieder in 26 Ländern tragen die Jacke mit dem ikonischen Abzeichen. Der Besitz einer Harley-Davidson ist bei den Hells Angels Pflicht. In den USA zählt der Motorradclub bis zu 800 Vollmitglieder. Das Geschäftsfeld der Hells Angels in den USA umfasst in erster Linie Produktion, Transport und Vertrieb von Marihuana und Crystal Meth. Zudem kümmern sich die Hells Angels um den Transport und den Vertrieb von Kokain, Haschisch, Heroin, LSD, Ecstasy, PCP und andere pharmazeutische Produkte. Erpressung, Auftragsmorde, Geldwäsche und Motorrad-Diebstahl sind weitere Tätigkeitsbereiche der Hells Angels. Die Hells Angels und die Outlaws sind traditionell verfeindet, was immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen führt. In der Schweiz existiert seit 1970 ein Hells-Angels-Chapter.

3. Outlaws

epa02142381 Members of the Outlaws motorcycle club gather in Kaiserslautern, Germany, 04 May 2010. The district court will announce the verdict on 04 May 2010 in a murder trial, in which two men of motorcycle club 'Hells Angels' are accused to have killed the chief of ''Outlaws' near Donnersbergkreis.  EPA/BORIS ROESSLER

Outlaw-Mitglieder: Der Motorradclub unterhält verschiedene Ableger in Deutschland. Bild: EPA

Mitgliederzahl: 700

Territorium: Ostküste und Mittlerer Westen

Der Motorradclub Outlaws wurde 1935 in Illinois gegründet und ist nach wie vor stark verankert in der Region der Grossen Seen im Nordosten der USA. Bis zu 700 Mitglieder tragen in den USA den Patch mit dem Totenkopf und den gekreuzten Kolben. Die Outlaws sind in der Produktion, dem Transport und dem Vertrieb von Crystal Meth tätig, zudem transportieren und vertreiben sie Kokain und Marihuana und Ecstasy. Neben dem Drogenhandel umfasst das Geschäftsfeld der Outlaws unter anderem Erpressung, Betrug, Mord, Kidnapping, Geldwäscherei, Prostitution, Brandstiftung und Diebstahl.

4. Mongols

Members of the Mongols Motorcycle Club prepare to ride away from their clubhouse compound located in western Sydney November 9, 2014. Australia is confronting what authorities say is a growing threat from homegrown Islamist radicals and fears a new danger is about to rumble over the horizon - would-be militants hooking up with biker gangs. The gangs have since been transformed by an influx of members of Middle Eastern origin, some of whom do not even ride motorcycles. Biker gangs now have strong family and cultural ties to the very communities police worry are harbouring potential radicals. Picture taken November 9, 2014. To match Feature AUSTRALIA-BIKERS/  REUTERS/David Gray      (AUSTRALIA - Tags: CIVIL UNREST SOCIETY)

Motorradmarsch eines australischen Charters der Mongols. Bild: DAVID GRAY/REUTERS

Mitgliederzahl: Zwischen 1000 und 1500

Territorium: Pazifikküste, Südwesten

Die Mongols verfolgt der Ruf einer besonders gewalttätigen Gruppierung. Gegründet 1969 in Montebello, Kalifornien, haben sie ihren Einflussbereich auf die Pazifikküste und den Südwesten der USA ausgedehnt. Die Mongols agieren im Drogenhandel (Kokain, Marihuana und Crystal Meth) und schrecken nicht vor Mord zurück, um ihr Territorium zu verteidigen. Ein Grossteil der Mitglieder weist hispanische Wurzeln auf und war zuvor in Strassengangs aktiv. Das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (BATFE), eine Behörde der Bundespolizei, bezeichnet die Mongols als gefährlichste und gewalttätigste Motorradgang in den Vereinigten Staaten. Die Mongols unterhalten traditionell Freundschaften zu den Bandidos, den Outlaws, den Sons of Silence und den Pagans. Die Hells Angels gehören zu den verfeindeten Gruppierungen.

5. Sons of Silence

sons of silence

Abzeichen der Sons of Silence mit dem lateinischen Wahlspruch: Donec mors non separat (Bis dass der Tod uns scheidet). bild: wikipedia

Mitgliederzahl: Ca. 250

Territorium: Mittlerer Westen, Süden

Die Sons of Silence wurden 1966 in Colorado gegründet und haben sich seither im Mittleren Westen und im Süden des Landes etabliert. Ca. 250 Mitglieder sind in 30 Charter aktiv. Die amerikanische Justizbehörde wirft ihnen eine Reihe von kriminellen Tätigkeiten vor, darunter Drogenhandel, Mord, Erpressung, Prostitution, Geldwäscherei und Waffenhandel. Mitunter werden sie – wie die Hells Angesl, die Bandidos, die Mongols und die Outlaws – zu den Gruppierungen gezählt, die eine nationale Bedrohung darstellen. Man spricht dann von den Top Five der Outlaw Motorcycle Gangs.

6. Pagans

pagans

Abzeichen der Pagans: Unter dem Schriftzug (mit Idiotenapostroph) ist Surtr, eine Figur aus der nordischen Mythologie abgebildet. bild: wikipedia

Mitgliederzahl: 200 bis 250

Territorium: Ostküste, Mittelatlantik-Küste

Das US-Justizdepartement bezeichnet die Pagans in einer Studie als besonders gewalttätige Vereinigung. Als einer der wenigen grossen MCs wurden die Pagans an der Ostküste gegründet: 1959 in Maryland. Die Pagans sind mit bis zu 250 Mitgliedern in 11 Bundesstaaten aktiv. Neben dem Verkauf von Kokain, Crystal Meth, Marihuana und PCP fallen die Pagans mit Brandstiftungen, Bombenanschlägen, Erpressung und Mord auf. Grösster Konkurrent der Pagans in den USA sind die Hells Angels.

7. Black Pistons

Bild

pd

Mitgliederzahl: 200

Territorium: Landesweit

Bei den Black Pistons handelt es sich um einen sogenannten Support Club der Bandidos. Support Clubs sind in erster Linie zuständig für die Drecksarbeit der grösseren Clubs und dienen als Sammelbecken für potentielle Mitglieder. 2002 gegründet, expandierten die Black Pistons innerhalb kürzester Zeit nicht nur in den USA, sondern auch in Kanada und Europa. Die Zahl der Mitglieder in den USA wird auf 200 geschätzt.

8. Vagos

Vagos motorcycle club

Loki, ein Gott aus der nordischen Mythologie ziert das Abzeichen der Vagos. bild: wikipedia

Mitgliederzahl: Ca. 300

Territorium: Pazifikküste, Südwesten

Der Vagos Motorcycle Club, auch Green Nation genannt, wurde 1965 in Kalifornien gegründet und ging nach einem internen Streit aus den Hells Angels hervor. Der nordische Gott Loki schmückt den Patch der Vagos. Ungefähr 300 Mitglieder verteilen sich auf 24 Charter von Kalifornien bis Hawaii. Die Vagos produzieren, transportieren und verkaufen Crystal Meth. Daneben sind sie im Marihuana-Handel tätig. Weitere Geschäftsfelder sind Versicherungsbetrug, Erpressung, Geldwäscherei, Fahrzeugdiebstahl und Zeugenbedrohung.

Biker-Krieg in Texas

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

New Yorker Polizei geht neuerdings mit Roboterhund «Digidog» auf Streife

Im Internet werden die Roboter von Boston Dynamics für ihre Tanzeinlagen gefeiert. In New York, wo ein hundeähnlicher Roboter jetzt von der Polizei getestet wird, lösen sie allerdings weniger Begeisterung aus.

In New York geht die Polizei neuerdings mit Roboterhunden auf Streife: Wie die «New York Post» berichtet, setzten Einsatzkräfte des NYPD bei einem Einsatz im Stadtteil Bronx eine umgebaute Version des Roboters «Spot» der Roboterschmiede Boston Dynamics ein.

Der Roboter, der sich auf vier Beinen fortbewegt und einem Hund ähnelt, hört auf den Namen «Digidog». Ausgerüstet mit Kamera und Scheinwerfern sollte er die Polizei dabei unterstützen, einen vermeintlichen Einbruch zu untersuchen. Per …

Artikel lesen
Link zum Artikel