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Deutscher verklagt US-Restaurant, weil er seine Tacos zu scharf findet

Deutscher Tourist verklagt US-Restaurant, weil er seine Tacos zu scharf fand

Ein Mann aus Schwaben freut sich auf Tacos in einem New Yorker Restaurant – und verklagt den Laden. Der Richter kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.
16.03.2026, 16:0016.03.2026, 16:00
Leon Pollok / t-online
Ein Artikel von
t-online

Ein deutscher Tourist hat vor einem US-Gericht ein Taco-Restaurant auf Schmerzensgeld verklagt – und verloren. Die Klage des Mannes wurde abgewiesen, wie ein von der US-Justiz veröffentlichtes Dokument zeigt, über das mehrere Medien berichteten. Das Urteil fiel demnach bereits am 15. Februar.

Tacos in einem Restaurant in New York: Ein deutscher Tourist stand nach dem Verzehr nach eigenen Angaben unter Schock.
Tacos in einem Restaurant in New York: Ein deutscher Tourist stand nach dem Verzehr nach eigenen Angaben unter «Schock».Bild: U.S. District Court for the Southern District of NY

Der Mann aus dem Landkreis Biberach in Schwaben hatte im Sommer 2024 drei Tacos mit scharfer Sosse am berühmten Times Square gegessen und verlangte von dem Restaurant insgesamt rund 100'000 US-Dollar Schadensersatz – weil die Sosse seiner Meinung nach zu scharf war. Er habe «viel zu viel Sosse» in den Taco gegeben, sagte der Deutsche laut CBS News. «Mein Mund und meine Zunge brannten sofort.»

Er habe an Übelkeit und Erbrechen gelitten. «Für jemanden wie mich, der in Deutschland praktisch nie scharf isst, war das ein grosser Schock, sowohl körperlich als auch psychisch», so der Schwabe. Er begründete seine Klage damit, dass das Restaurant besser über den Schärfegrad hätte informieren müssen, etwa mit Warn-Aufklebern.

Scharfe Sosse: Richter spricht deutliches Urteil

Doch der Vorsitzende Richter sah es anders, wie unter anderem das Magazin «People» berichtete. Bisher habe sich in dem Restaurant noch nie jemand über die Schärfe der Sossen beschwert, sagte er. Eine kurze Google-Suche «hätte wahrscheinlich ergeben, dass Salsa ziemlich scharf sein kann», sagte er.

Und er legte nach: «Tatsächlich ist bei Salsa die Schärfe oft das Wichtigste.» Dem Lokal sei daher kein Vorwurf zu machen. Der Schwabe geht damit leer aus. Dem Portal «Gothamist» erklärte er, keine weiteren Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen zu wollen.

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45 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chuchichäschtli
16.03.2026 16:31registriert März 2022
Das schärfste was ein Süddeutscher kennt ist wohl Weisswurst mit süssem Senf.
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Laborant
16.03.2026 19:58registriert November 2019
Solche Leute sind schuld dran, dass das "Scharfe Curry" im Migros-Restaurant etwa die Würze von Babybrei hat. Und dank dem, "schweizern" auch viele Asia-Restis ihre "Scharfen" Gerichte... das Mapo Tofu beim Lokalen Chinesen war mal richtig lecker :( War... :(

Wenn du nicht gern Scharf hast, dann bestell halt nicht scharf.
Ich bestell auch nichts was Koriander drin hat um mich dann über Koriander zu beschweren.
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future--?
16.03.2026 17:27registriert November 2023
Der Richter hat absolut recht – wer Salsa bestellt, muss damit rechnen, dass sie scharf ist, das ist gewissermassen ihr Daseinszweck. Diese Klage ist leider ein Paradebeispiel für eine Anspruchshaltung, die jedem persönlichen Verantwortungsgefühl widerspricht. Gut, dass das Gericht hier mit gesundem Menschenverstand entschieden hat – und der Mann immerhin eine unvergessliche New-York-Erfahrung mitgenommen hat.
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