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Chefkoch und Noma-Gründer tritt nach Vorwürfen zurück

Noma's chef René Redzepi prepares a vegetarian burger in a restaurant, in Copenhagen, Nov. 24, 2024. (Soeren Bidstrup/Ritzau Scanpix via AP)
Denmark Noma
Ehemalige Mitarbeiter berichten von körperlicher und verbaler Gewalt durch Chefkoch René Redzepi.Bild: keystone

Chefkoch und Gründer des Edelrestaurants Noma tritt nach schweren Anschuldigungen zurück

Nach diversen Vorwürfen von ehemaligen Mitarbeitenden über physische und verbale Gewalt tritt Noma-Chefkoch und Gründer René Redzepi zurück.
12.03.2026, 14:2712.03.2026, 14:55

In den letzten Monaten kursierten auf Social Media Anschuldigungen ehemaliger Mitarbeitenden des Nobelrestaurants Noma gegenüber ihrem Chef. Die New York Times interviewte 35 davon und veröffentlichte eine Reportage, woraufhin Redzepi öffentlich Stellung nahm und sich entschuldigte. Nun tritt er zurück.

Noma wurde bereits fünfmal zum besten Restaurant der Welt gewählt und ist mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

In einem Instagram-Post entschuldigt sich der Starkoch und sagt, er möchte Verantwortung für sein Handeln in der Vergangenheit übernehmen. «Eine Entschuldigung allein reicht nicht aus; ich übernehme Verantwortung für mein eigenes Handeln.»

Was wird René Redzepi vorgeworfen?

Die Anschuldigungen reichen von physischer und verbaler Gewalt bis hin zu öffentlicher Demütigung. Hier eine Übersicht:

  • Schläge bei Fehlern: Auf Fehler von Mitarbeitenden soll Redzepi mit Schlägen in die Brust oder den Bauch reagiert haben.
  • Wenn Gäste in der Nähe waren, soll Redzepi auf Fleischgabeln zurückgegriffen haben, um seine Mitarbeiter heimlich zu piksen.
  • Kollektivstrafen: Mitarbeiter hätten sich der Reihe nach aufstellen müssen, damit Redzepi sie einzeln in die Brust habe schlagen können.
  • Öffentliche Demütigung: Als ein Sous-Chef Techno in der Produktionsküche gehört habe, habe sich das gesamte Küchenteam draussen im Kreis versammeln müssen und habe erst wieder in die Küche gehen dürfen, nachdem der Sous-Chef vor allen ausgesagt habe, dass er DJs gerne Oralsex gebe.

Auf die einzelnen Anschuldigungen ging Redzepi nicht ein. Jedoch habe er an sich und der Noma-Kultur gearbeitet, zudem lägen die Vorfälle in der Vergangenheit. «Ich habe daran gearbeitet, eine bessere Führungskraft zu sein, und Noma hat über viele Jahre hinweg grosse Schritte unternommen, um seine Kultur zu verändern.» (nil)

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Der Micha
12.03.2026 15:47registriert Februar 2021
"zudem lägen die Vorfälle in der Vergangenheit."

Was ist das für eine Aussage? Da er die Vorwürfe nicht verneint, kann man von ausgehen, dass diese auch den Tatsachen entsprechen.

Das diese Vorwürfe in der Vergangenheit passiert sind, ist eine Ausrede für GAR NICHTS.
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Vegelbud
12.03.2026 16:56registriert Juli 2025
Ich bin ein rauer umgangston und herumfliegende Sachen in der Küche gewohnt. Von Früher! Vor allem die Fleischgabel kenne ich noch gut.
ABER diese Vorwürfe sind wirklich extrem und der sollte niemals mehr irgendeinen Mitarbeiter führen dürfen. Und auch Küchen haben sich geändert. Spontane Wutanfälle, trinkende und koksende Chefs sind aber nicht mehr Zeitgemäss!
Geflucht wird immer in den Küchen, an das gewöhnt man sich aber.
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klar+deutlich
12.03.2026 16:56registriert Juni 2021
Und immer das gleiche Muster: wenn jemand sehr erfolgreich ist kommt er damit jahrelang unbehelligt durch.
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