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Drei Tote nach Amoklauf in US-Abtreibungsklinik



Ein bewaffneter Mann hat am Freitag in einer Abtreibungsklinik in Colorado Springs in den USA um sich geschossen und sich stundenlang verschanzt. Beim Vorfall starben nach Polizeiangaben drei Menschen, unter ihnen ein Polizist. Neun weitere Personen wurden verletzt.

Der Polizei waren am Mittag (Ortszeit) Schüsse auf dem Gelände eines Einkaufszentrums gemeldet worden, zu dem auch eine Einrichtung der Organisation Planned Parenthood gehört. Diese bietet Frauen medizinische Betreuung an und führt auch Schwangerschaftsabbrüche durch.

Nach mehreren Stunden sei es den Polizisten gelungen, Kontakt zum Mann aufzunehmen und ihn zur Aufgabe zu bewegen, sagte eine Polizeisprecherin. Er sei festgenommen und weggebracht worden. Der Mann sei bewaffnet in die Klinik gestürmt und habe dort das Feuer eröffnet.

Verletzte ausser Lebensgefahr

Von hinten aufgenommene Bilder zeigen einen korpulenten Mann mit weissem T-Shirt, Militärhose und kurz rasierten Haaren, der in Handschellen von der Polizei abgeführt wird.

Die Behörden teilten mit, der Mann sei der Polizei nicht bekannt gewesen. Vermutlich habe er allein gehandelt. Er habe mehrere Taschen bei sich gehabt, weswegen das Gelände nun nach Sprengstoff abgesucht werde.

Unter den Verletzten befinden sich fünf Polizisten. Keiner der Verletzten ist laut Polizei in Lebensgefahr.

Klinik mit Sicherheitskonzept

Einrichtungen von Planned Parenthood – die Organisation wird von radikalen Abtreibungsgegnern stark kritisiert – waren in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel gewalttätiger Angriffe geworden. Allerdings stand nach der Festnahme des Täters nicht fest, ob Planned Parenthood das Ziel war.

«Wir kennen noch nicht alle Umstände und Motive hinter diesem kriminellen Akt, und wir wissen noch nicht, ob Planned Parenthood das Ziel dieser Attacke ist», sagte Vicki Cowart, die Chefin von Planned Parenthood of the Rocky Mountains, laut CNN. Sie glaube nicht, dass die Einrichtung gezielt angegriffen worden sei.

Cowart führte aus, nach den ihr vorliegenden Informationen seien keine Mitarbeiter oder Patienten der Klinik verletzt oder getötet worden. Das Sicherheitssystem der Abtreibungsklinik habe gut funktioniert. So hätten Menschen in einem Sicherheitsraum Zuflucht gefunden.

Radikale Abtreibungsgegner griffen in der Vergangenheit immer wieder zu gewaltsamen Mitteln. Die Nichtregierungsorganisation National Abortion Federation verzeichnete seit Mitte der 70er Jahre mehr als 200 Bomben- und Brandanschläge auf Abtreibungskliniken in den Vereinigten Staaten. Im Mai 2009 war im Bundesstaat Kansas der Abtreibungsarzt George Tiller erschossen worden. (wst/sda/dpa/afp)

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