International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ok, Bloomer – Mike Bloomberg revolutioniert den US-Wahlkampf mit Memes

Michael «Mike» Bloomberg, Milliardär und nun auch US-Präsidentschaftskandidat, hat in der Nacht auf Donnerstag das Internet mit Memes geschwemmt. Damit will er im Wahlkampf die jungen Leute erreichen. Das birgt Gefahren – aber nicht unbedingt für Bloomberg selbst.



Bild

bild: dennisfrasch/watson

Wer ein bisschen meme-affin und auf Instagram aktiv ist, der kam heute morgen nicht umhin, beim Scrollen durch die Timeline von Mike Bloomberg begrüsst zu werden. Der 77-jährige Milliardär, der in den US-Wahlkampf eingestiegen ist, hat eine Meme-Offensive gestartet.

Auf diversen Instagram-Kanälen, die sich auf Memes spezialisiert haben und Millionen von Followern aufweisen, bewirbt der ehemalige Bürgermeister von New York seine Präsidentschaftskandidatur.

Wer sich jetzt berechtigterweise fragt, wie Memes eines 77-Jährigen aussehen, hier ein Beispiel:

Enorme Reichweite

Die Memes sind alle im gleichen Stil gehalten: Fake-Unterhaltungen zwischen Bloomberg und den Betreibern der jeweiligen Meme-Kanäle mit einem humoristischen Twist. Dabei soll Bloomberg als selbstironischer Milliardär, der sich seines Vermögens und dessen Macht bewusst ist, dargestellt werden.

Für die Realisation dieses Angriffs auf die Jugend arbeitet die Bloomberg-Kampagne mit «Meme 2020» zusammen, einem Unternehmen, das von extrem erfolgreichen Influencern gegründet wurde.

Im Mittelpunkt von «Meme 2020» steht «Jerry Media», welches ein Portfolio mit einigen der bekanntesten Meme-Kanälen besitzt. Alleine die Seite «fuckjerry» hat knapp 15 Millionen Follower.

Wie die New York Times berichtet, umfasst das Meme-2020-Kollektiv mehr als 60 Millionen Follower.

The «Next Big Thing»?

Sabrina Singh, eine Mediensprecherin der Bloomberg-Kampagne, schrieb in einer Mitteilung:

«Obwohl eine Meme-Strategie neu in der Präsidentschaftspolitik sein mag, wetten wir darauf, dass sie eine effektive Komponente sein wird, um die Menschen dort zu erreichen, wo sie sich auch wirklich aufhalten. Wir sind überzeugt, so mit Präsident Trumps mächtiger digitaler Präsenz konkurrieren zu können.»

Barack Obama hat 2008 und 2012 Facebook und Twitter als Wahlkampfinstrumente salonfähig gemacht. Donald Trump hat das 2016 «perfektioniert». Auf seine eigene Art und Weise. Doch mit Facebook erreicht man die junge Generation schon seit längerem nicht mehr.

Lustige Memes auf Instagram, das entspricht schon eher der Sprache der Millennials.

Mit der Werbeoffensive auf Instagram betritt Bloomberg Neuland. Ausser etwas Geld hat der Multimilliardär allerdings nicht sehr viel zu verlieren.

Das wahre Risiko gehen die Betreiber der Instagram-Kanäle ein. Memes halten sich an keine Regeln oder Konventionen. Sie sind in ihrer Entwicklung und Verbreitung oft unkontrollierbar, enthalten teilweise zynischen, schwarzen und oft sehr kruden Humor und scheren sich nicht um politische Korrektheit.

Dieses «Online-Rebellentum» vertreten dementsprechend auch die Instagram-Kanäle, die diese Memes produzieren. Ihre Integrität steht auf dem Spiel. Wie eine bezahlte Partnerschaft mit einer politischen Kampagne bei den Usern ankommt, muss sich zwar erst noch zeigen. Erste Reaktionen fallen allerdings ziemlich negativ aus.

«Ich folge euch ab sofort nicht mehr», «Fuck Bloomberg» oder: «Warum sollte jemand für einen ehemaligen republikanischen Milliardär stimmen, der sich in die demokratischen Vorwahlen einkaufen will?», sind einige der Top-Kommentare unter den Posts.

Hier noch einige weitere Beispiele der Memes:

Bild

bild: whitepeoplehumor

Bild

bild: Sunny5ideup

Bild

bild: neatdad

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die 8 reichsten Männer der Welt

Pete Butterteig, Buttiger, Boot-Edge-Edge oder wie?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

82 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
El Tirador
13.02.2020 16:22registriert March 2017
er wird kaum Erfolg damit haben, aber die Aufmerksamkeit die er dafür wollte, hat er nun bekommen.
(By the way, Instagram ist nicht die Meme-Quelle. Original content entsteht auf Reddit)
22122
Melden
Zum Kommentar
AquaeHelveticae
13.02.2020 16:28registriert September 2018
"Dieses «Online-Rebellentum» vertreten dementsprechend auch die Instagram-Kanäle, die diese Memes produzieren."
Online Rebellentum auf Instagram...
1257
Melden
Zum Kommentar
d10
13.02.2020 16:05registriert March 2018
Auch mit einer Meme-Offensive wird sich Grandpa Bloomberg bei Millenials nicht viel beliebter machen, die eher auf Bernie's Authentizität ansprechen.
11513
Melden
Zum Kommentar
82

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel