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President Donald Trump walks from Marine One across the South Lawn to the White House in Washington, Sunday, May 7, 2017, as he returns from Trump National Golf Club in Bedminster, N.J. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Der Alltag ruft wieder: Donald Trump bei seiner Rückkehr ins Weisse Haus nach dem Wochenende. Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Nach der Party folgt der Kater – düsterer Wochenstart für Donald Trump

Seit gestern ist klar: Donald Trump machte in der Affäre um Michael Flynn einen grossen Fehler. Barack Obama und Sally Yates hatten ihn gewarnt. Doch der Präsident ignorierte sie – und fiel auf die Nase.



Es war ein seltener Moment in Trumps kurzer Amtszeit. Vergangene Woche hatte er tatsächlich einmal Grund zum Feiern. Die Republikaner würgten die neue Gesundheitsvorlage durch das Repräsentantenhaus und errangen im Kampf gegen Obamacare zumindest einen Teilsieg.

Für einmal durfte der Präsident also mit dem Gefühl, etwas erreicht zu haben, ins Wochenende reisen. Dass mit dem neuen Gesetz vielleicht bald 24 Millionen US-Amerikaner ohne Gesundheitsversorgung dastehen könnten, schien ihm egal zu sein. 

President Donald Trump pumps his hands to GOP House members after the House pushed through a health care bill, in the Rose Garden of the White House, Thursday, May 4, 2017, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Letzte Woche feierte Trump im Rosengarten des Weissen Hauses einen Teilsieg gegen «Obamacare». Es war ein kurzer Moment der Freude. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Doch gestern Montag zogen bereits wieder düstere Wolken über dem Weissen Haus auf. Die Party ist vorbei.

Obama warnte Trump vor Flynn ...

Es geht um die Russland-Connections. Genauer gesagt um die dubiosen Kontakte des ehemaligen Sicherheitsberaters Michael Flynn. Dieser wurde nach nur wenigen Tagen im Amt gefeuert, weil er den Vizepräsidenten Mike Pence angelogen hatte.

Gestern wurde publik, dass Donald Trump vor Flynn gewarnt wurde. Unter anderem durch seinen Vorgänger Barack Obama.

Zwei Tage nachdem Trump ins Weisse Haus gewählt wurde, traf er sich mit ihm im Oval Office. Während des rund 90-minütigen Gespräches soll Obama auch das Thema Flynn angesprochen haben. Der demokratische Präsident soll seinen Nachfolger vor Michael Flynn gewarnt haben, bestätigten gestern mehrere ehemalige und aktuelle Regierungsmitarbeiter.

Doch Trump ignorierte die Warnung von Obama und engagierte Flynn als Sicherheitsberater.

In this Nov. 10, 2016 photo, President Barack Obama and President-elect Donald Trump shake hands following their meeting in the Oval Office of the White House in Washington.   (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Shakehands am 10. November im Weissen Haus: Obama warnte Trump schon damals vor Flynn.  Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

... Yates ebenfalls

Und Obama war nicht der einzige, auch die ehemalige Justizministerin Sally Yates warnte vor Flynn. Dies geht aus der gestrigen Anhörung zu den Russland-Kontakten hervor. 

Yates sagte vor einem Senatsausschuss in Washington, dass sie das Weisse Haus bereits wenige Tage nach Trumps Amtsantritt vor Flynn gewarnt habe. Sie habe der Regierung mitgeteilt, dass Flynn gegenüber Pence die Unwahrheit bezüglich der Gespräche mit dem russischen Botschafter, Sergey Kislyak, gesagt habe.

epa05951339 Former Acting Attorney General Sally Yates arrives to testify before the Senate Judiciary subcommittee hearing entitled, 'Russian Interference in the 2016 United States Election', on Capitol Hill in Washington, DC, USA, 08 May 2017. Before being fired by President Trump, Yates had raised concerns with the Trump administration about his first national security adviser, Michael T. Flynn.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Sally Yates, ehemalige Justizministerin, vor dem Senatsausschuss gestern in Washington. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Flynn soll Pence gesagt haben, dass er mit dem russischen Botschafter nicht über Sanktionen gesprochen habe. Doch eine Routine-Abhörung des FBI liess Flynn auffliegen. Flynn und Kislyak sprachen sehr wohl über Sanktionen.

Es soll um die Sanktionen gegangen sein, die Obama Russland auferlegte, nach dem bekannt wurde, dass sich Moskau in den US-Wahlkampf einmischte. Flynn soll mit Kyslyak über eine Aufhebung dieser Sanktionen gesprochen haben.

Yates, die vom FBI über das Gespräch informiert wurde, ging mit der Erkenntnis, dass Flynn gelogen hatte, am 26. Januar zum Weissen Haus. Denn Yates  befürchtete, dass Flynn sich durch die Lüge erpressbar gemacht hatte. Russland wusste von der Falschaussage und hätte dementsprechend Druck auf den nationalen Sicherheitsberater ausüben können. 

Yates fliegt, Flynn bleibt vorerst im Amt

Trotz dieser Warnung liess Trump Flynn bis am 13. Februar im Amt. Anders erging es Sally Yates. Trump feuerte sie bereits Ende Januar. Wenige Tage nachdem sie das Weisse Haus über Flynns Lüge informierte hatte. Mit der Begründung, sie habe sich gegen den Einreisebann gestellt. 

FILE - In this Feb. 10, 2017 file photo, then-National Security Adviser Michael Flynn sits in the East Room of the White House in Washington.  President Barack Obama warned Donald Trump against hiring Michael Flynn as national security adviser during an Oval Office meeting in the days after the 2016 election, according to three former Obama administration officials. (AP Photo/Carolyn Kaster, File)

Michael Flynn: Weshalb blieb Trumps Sicherheitsberater bis am 13. Februar im Amt? Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Nun stellt sich die Frage, weshalb Trump die Warnungen von Yates und Obama so hartnäckig ignorierte. Dazu fünf mögliche Erklärungen: 

1. Trump mag Obama nicht

Der frisch gewählte Präsident betonte nach dem Treffen vom 10. November zwar wie gut das Gespräch mit Obama gewesen sei. Doch ansonsten machte Trump keinen Hehl daraus, dass er von Obama gar nichts hält («Bad or sick guy!»).

2. Trump belohnt Loyalität

Flynn unterstützte Trump schon lange. Der Präsident ist dafür bekannt, dass er Loyalität belohnt.

3. Trump vertraut auf sein eigenes Urteilsvermögen

Niemand glaubte zu Beginn, der milliardenschwere Unternehmer könne tatsächlich US-Präsident werden. Ausser er selber. Hätte Trump auf die anderen gehört, sässe er heute nicht im Oval Office.

4. Weil Yates und Obama Losers sind

In Trumps Welt gebe es nur Schwarz und Weiss, Verlierer und Gewinner, schreibt die «Washington Post». Die Zeitung folgert: Flynn war für Trump ein Gewinner, Obama und Yates Verlierer.

5. Oder es steckt noch viel mehr dahinter ...

Die Untersuchungen des FBI laufen weiter. Weiterhin stellt sich die Frage, ob Trumps Team während des Wahlkampfes aktiv mit Russland zusammengearbeitet hat. Senator Sheldon Whitehouse fragte sich nach den gestrigen Anhörungen, ob Russland Druck durch Erpressung auf einzelne Mitglieder von Trumps Team ausgeübt hat. Für den Demokraten ist es «ein weiteres grosses Fragezeichen.»

100 Tage Trump in 90 Bildern

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rolf.iller 09.05.2017 11:16
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • urano 09.05.2017 09:05
    Highlight Highlight da wird noch viel mehr ans Tageslicht kommen, das schlussendlich zu einem Rücktritt führen wird.
    • TheCloud 09.05.2017 11:08
      Highlight Highlight Wird es nicht, die Shredder im weissen Haus laufen auf Hochtouren.
      Obwohl, wenn der ,noch, nützliche Idiot Dem Kremlin im Weg steht, wird das russische Kompromat ausgepackt und er ist weg vom Fenster.
      Lassen wir uns mal überraschen. Ich tippe auf noch ca drei Jahre Trump.
  • Dummbatz Immerklug 09.05.2017 06:54
    Highlight Highlight Regel Nr. 1:
    The Donald hat immer recht!

    Regel Nr. 2:
    Zweifle nie an The Donald!

    Regel Nr. 3:
    Macht The Donald einen Fehler, gilt Regel Nr. 1!

    Oder The Donald verwechselt sich halt doch mit Chuck Norris 🤔

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