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Trotz Verhandlungen: USA heben Sonderzölle stark an ++ China kündigt «Gegenmassnahmen» an



Die USA haben die Sonderzölle auf Wareneinfuhren aus China empfindlich erhöht. Die Sonderabgaben auf Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar stiegen von Freitag an von bisher zehn auf 25 Prozent. Die Neuregelung trat am Freitag kurz nach Mitternacht in Kraft.

Unmittelbar nach der Verhängung der neuen US-Sonderzölle kündigte das Pekinger Handelsministerium «notwendige Gegenmassnahmen» an. Details der geplanten chinesischen Vergeltungsschritte wurden aber nicht mitgeteilt. Ein Sprecher verwies am Freitag nur auf die noch laufenden Handelsgespräche in Washington und äusserte die Hoffnung, «dass beide Seiten zusammenarbeiten und gemeinsam bestehende Probleme durch Kooperation und Konsultationen lösen».

Treasury Secretary Steven Mnuchin, right, greets Chinese Vice Premier Liu He as he arrives for trade talks between the United States and China at the Office of the United States Trade Representative in Washington, Thursday, May 9, 2019. (AP Photo/Susan Walsh)

Chinas Vizepremierminister Liu He und US-Finanzminister Steven Mnuchin am Donnerstag in Washington. Bild: AP/AP

In Washington gingen die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen den USA und China weiter, um möglicherweise doch noch eine Einigung zu erzielen. Die erste Runde der jüngsten Gespräche endete am Donnerstagabend. Man habe sich darauf geeinigt, die Verhandlungen in Washington am Freitag fortzusetzen, teilte das Weisse Haus mit.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin hätten sich am Abend mit US-Präsident Donald Trump über den Verlauf beraten. Anschliessend seien Lighthizer und Mnuchin zu einem Arbeitsessen mit dem Leiter der chinesischen Delegation, Vizepremierminister Liu He, zusammengekommen. Über Ergebnisse der Gespräche wurde nichts bekannt.

«Es ist nicht gut für China, nicht gut für die USA und für den Rest der Welt»

Liu He

Chinesischer Chefunterhändler hoffnungsvoll

Der chinesische Chefunterhändler Liu He äusserte sich hoffnungsvoll. «Wir wollen einige der Differenzen ehrlich, zuversichtlich und rational lösen», sagte der Vizepremier in einem am Freitag in China ausgestrahlten Interview des chinesischen Staatsfernsehens CCTV. «Ich denke, es gibt Hoffnung.»

Doch in der gegenwärtigen Situation Strafzölle zu verhängen, sei aus chinesischer Sicht «keine gute Lösung für das Problem», kritisierte Liu He. «Es ist nicht gut für China, nicht gut für die USA und für den Rest der Welt», sagte Liu He in der US-Hauptstadt, bevor die USA die neuen Zölle um Mitternacht Washingtoner Zeit erliessen.

Die beiden Volkswirtschaften der USA und China seien in gewissem Sinne Teil einer vollständigen industriellen Kette, sagte der Vizepremier. «Und jedem wird geschadet.» Auch wenn es jetzt Probleme in den laufenden Verhandlungen gebe, sollten nicht unschuldige Menschen darunter leiden.

Trump sieht Bruch

Trump warf China einen Bruch von Vereinbarungen vor, die in den monatelang anhaltenden Gesprächen bereits getroffen worden waren. China wolle Nachverhandeln. Der Prozess, der zu einem Abkommen führe, gehe zu langsam voran, bemängelte Trump und begründete damit die Erhöhung der Zölle.

Diese war eigentlich bereits im Januar vorgesehen gewesen, sollte es bis dahin keine Einigung geben. Beide Seiten hatten sich jedoch im Dezember auf einen vorübergehenden Waffenstillstand in dem Handelskrieg geeinigt. (sda/dpa)

China bringt die Küche nach draussen

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    Alle Leser-Kommentare
  • dauphin 10.05.2019 10:40
    Highlight Highlight Und wer hat den nun diesen unnötigen Handelskrieg überhaupt angezettelt??????
    • swisskiss 10.05.2019 14:06
      Highlight Highlight dauphin: Das war das selbstdeklarierte Genie, das lauthals verkündete, dass Handelskriege einfach zu gewinnen sind....

  • Pafeld 10.05.2019 10:03
    Highlight Highlight Der wahrscheinlich ehrgeizigste und skrupelloseste Führer seit Mao gegen die Witzfigur, die ihre Wirtschaftsberater aufgrund von populären Autoren einer Amazonsuche zusammengestellt hat? Der sich gerade mit seiner Sanktionspolitik das Skalpell aus dem Knie gezogen und nun eine Machete reingesteckt hat?

    Das ist, als würde man Conor McGregor auf einen dreijährigen loslassen. Und nein, ich bin kein Fan von Xi Jinping. Aber wenn der Westen nicht bald etwas mehr aufbietet als President Poopypants, wird das nix mehr mit dem Aufhalten des chinesischen Aufstiegs.
  • Safado 10.05.2019 09:02
    Highlight Highlight Wieso?!?! Ich verstehe es einfach nicht. Wohin führt, oder besser soll das führen? Für mich ein Rätsel.
    • Thomas G. 10.05.2019 12:12
      Highlight Highlight Wer hat die längeren Spiesse? Es ist nun mal wieder klar.
  • Bird of Prey 10.05.2019 08:50
    Highlight Highlight Irgend wie muss der Trampel seinen geplanten Krieg gegen den Iran ja finanzieren.
    Lustig wäre, wenn China im Gegenzug alle Computer Chip Hersteller in China anweist, nur noch den Iran zu beliefern und die USA entweder keine Chips mehr bekommen oder diese im Iran kaufen müssten. Natürlich zu horrend überteuerten Preisen 😂
  • eBart! 10.05.2019 07:56
    Highlight Highlight Eigentlich könnte sich ja Trump seine eigenen (also amerikanischen) Unternehmen vornehmen... Apple muss ja nicht zwingend in China produzieren, könnte das auch im Silicon Valley machen - wäre doch mal ein Anfang?

    Wenn ich jetzt eine Gegenmassnahme treffen müsste, würde ich Foxconn die Herstellung iPhones verbieten. Oder empfehlen Löhne zu verlangen die in den USA üblich sind. Und das Ganze so weiterziehen bei sämtlichen US-Buden die in China produzieren - Trump würde da sehr schnell klein beigeben.
  • AdvocatusDiaboli 10.05.2019 07:33
    Highlight Highlight Wenn das nun den CO2-Ausstoss von den USA und/oder China senkt, dann lohnt es sich.
  • Gapunsa 10.05.2019 07:22
    Highlight Highlight Genial Jahrelang Menschenrechte verletzen , um den Freihandel zu ermöglichen. Und jetzt verstössen die USA genau gegen ihr Prinzip.
    • AdvocatusDiaboli 10.05.2019 17:58
      Highlight Highlight Die USA haben/hatten kein Freihandelsabkommen mit China.

      Die Schweiz hat jedoch ein Freihandelsabkommen mit China. Das trozt der Menschenrechtslage.

      Diene vollkommen falsche Aussage ist hier aber beliebt, weil sie anti-amerikanisch ist.
    • Gapunsa 10.05.2019 18:53
      Highlight Highlight Ja denn China ist ja das einzige Land indem Menschenrechte misachtet werden. Und auch kein einziges Unterhält gute wirtschaftliche Beziehungen mit den Staaten...
  • Klaus07 10.05.2019 07:20
    Highlight Highlight Also will man verhandeln und schlägt gleichzeitig dem Verhandlungspartner mit der Faust ins Gesicht! Was soll das für eine Logik sein? Irgendwann gehr der Schuss nach hinten los.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 10.05.2019 10:14
      Highlight Highlight Trump-Logik.
      Muss für den Rest der Menschheit keinen Sinn ergeben.

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